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In Traumfänger begegnet die Protostar einer außergewöhnlichen Welt.

Mit sanften Druck zum Ziel

Nach der Flucht vor dem Diviner hat sich mittlerweile an Bord der Protostar ein normaler und langweiliger Alltag eingerichtet. Die Holo Janeway (Kate Mulgrew) bringt den jungen Kadetten, wie sie die Flüchtigen ansieht, alles Wissenswerte über das Schiff und seine Funktionen bei. Was allerdings nicht bei allen gleichermaßen auf Interesse stößt.

Doch dann finden sie einen Klasse-M-Planet, den sie untersuchen sollen. Wovon Dal (Brett Gray) zu Beginn eher wenig begeistert ist, er will lieber weiter durchs All fliegen. Bis ihn die Holo-Janeway mit einer kleinen Drohung dazu bringt, trotzdem auf der Welt zu landen und sie zu erforschen. Was sie vorfinden, erweist sich zunächst als schön, entpuppt sich allerdings bald als lebensgefährlich.

Mit Traumfänger liegt jetzt wieder eine Doppelfolge vor. Die Episode endet auf einem Cliffhanger, der dann nächstes Mal aufgelöst wird. Dementsprechend wird sich dieses Mal auf den langsamen Aufbau der Bedrohung fokussiert. Ob und wie unsere Kadetten fliehen können, zeigt sich beim nächsten Mal.

Jede Menge Charaktermomente

Doch ehe es so weit ist, sieht man, wie die Crew der Protostar auf die Bemühungen der holografischen Janeway reagiert, ihnen die Bedienung des Schiffes beizubringen. Überwiegend erblickt man gelangweilte Gesichter und Reaktionen. Einzige Ausnahme ist Zero, die anscheinend das neue Wissen begierig aufsaugt. Sie erscheint damit von allen als neugierigste und wissbegierigste.

Rok-Tahk hingegen jagt lieber Murf hinterher, was einmal mehr ihre Tierliebe unterstreicht. Jankom Pog macht wie Dal am deutlichsten, wie wenig er von all dem hält, was die Holo-Janeway ihm erzählt. Daran merkt man im Prinzip, dass hier in Traumfänger eine Lektion für diese aufgebaut wird.

Interessant ist, wie die Holo-Janeway den widerwilligen Dal dazu bringt, doch noch das Kommando zur Landung zu geben. Dass sie ihn dann dem Sternenflottenkommando melden würde, hat etwas von einer Drohung der Art, dass sie seine Eltern informiert. Und diese Drohung funktioniert, erstaunlicherweise. Vermutlich, weil der Junge keine Aufmerksamkeit erregen möchte.

Eine problematische Charakterisierung

Dal ist allerdings auch wieder ein Punkt, an dem man in Traumfänger stolpern wird. Seine Charakterisierung ist konsistent mit der, die bereits beim letzten Mal kritisiert wurde. Er wirkt arrogant, überheblich und egoistisch. Das kann man damit erklären, dass er lernen musste, dass er auf der Welt des Diviners nur dann überleben kann, wenn er sich selbst der Nächste ist. Allerdings stört diese Darstellung schon jetzt, weil er dadurch oberflächlich wirkt. Immerhin scheint sich das am Ende der Episode zu ändern. Bleibt nur zu hoffen, dass das eine Lektion ist, die auch in den kommenden Folgen fortdauern wird.

In Sachen Star Trek-Lehrstunde gibt es in dieser Episode nicht so viel. Es werden die Trikorder und Phaser vorgestellt. Wobei Letztere für einen heiteren Moment genutzt werden, als Janko sich aus Versehen selbst lahmlegt.

Interessant ist dann aber, wie diese fremde Welt in Traumfänger die heimlichen Wünsche der Protostar-Besatzung ausnutzt und wie sie drauf reagieren. Bei Rok-Tahk ist es ihr Wunsch nach süßen Tieren, während Zero von dem Verlangen getrieben wird, mehr über den mysteriösen Antrieb des Raumschiffes zu erfahren. Wodurch die Charakterisierungen der Figuren, wie man sie bereits vorher kennengelernt hat, nochmal bestätigt wird.

Intelligent

Gwyn wird in dieser Episode nicht vergessen. Und es erweist sich, dass sie ein intelligentes Mädchen ist. Wie sie sich aus ihrem Gefängnis befreit, ist schon genial inszeniert. Aber ebenso, als sie zeigt, dass sie mehr über die Bedienung der Protostar weiß als die anderen. Schließlich schafft sie es problemlos, die Holo-Janeway zu umgehen und dazu zu bringen, Kontakt nach außen zu etablieren, zum Verfolger, zu Drednok. Und sie ist in der Lage, die Illusionen des Planeten zu durchschauen, einfach weil das, was er ihr zeigt, völlig unrealistisch ist.

Interessant ist allerdings, dass Gwyn eben nicht die Einzige ist, die die Täuschung durchblickt. Auch Dal durchschaut diese, weil er sich gemerkt hat, was die Holo-Janeway gesagt hat. Diese Aufmerksamkeit und Geistesgegenwärtigkeit hätte man ihm nicht zugetraut und sorgt dafür, dass das Ansehen der Figur beim Zuschauer wächst.

Unterm Strich ist dies eine solide Folge. Der Planet ist eine glaubwürdige Gefahr und man ist gespannt, wie sich das am Ende auflöst.

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Warpskala

Warpskala
8 10 0 1
8/10
Total Score

Positiv

  • Darstellung von Gwyn
  • Dal hat aufgepasst

Negativ

  • Darstellung von Dal über den Großteil der Folge
Götz Piesbergen
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