Review: Star Trek – Starfleet Academy 4: Das Attentatsspiel

Lesezeit circa: 5 Minuten

Das Attentatsspiel wird schnell bitterer Ernst.

Ein merkwürdiges Spiel

Es gibt ein besonderes Spiel unter den Kadetten der Sternenflottenakademie. Es nennt sich „Das Attentatsspiel“ und die Regeln sind einfach: Man erhält ein Ziel, jagt es und „tötet“ es mit einem Göffel. Danach übernimmt man das Ziel des Opfers und versucht, dieses zu erledigen. Es gibt keine Safe Zones und auch kein Time Out. Gespielt wird solange, bis es nur noch einen Überlebenden gibt.

Auch James T. Kirk und sein Freund Leonard McCoy machen mit. Wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Der Doktor will versuchen, einer Frau zu gefallen, in die er sich verliebt hat. Und sein Kumpel will ihn unterstützen. Nur dann wird aus dem Spiel tödlicher Ernst, als eine Reihe von Anschlägen die Akademie erschüttern. Und der Schuldige soll ausgerechnet der Arzt sein.

Mit Das Attentatsspiel liegt jetzt der finale Roman der Starfleet Academy-Serie vor. Die Reihe hat sich in den USA anscheinend nicht so gut verkauft, wie erhofft. Was insofern schade ist, als dass die beiden letzten Bände, also Der Gemini Agent und die vorliegende Erzählung, durchaus solide Unterhaltung sind.

Durchaus spannend

Verfasst wurde dieses Buch von Alan Gratz. Es ist sein erster und einziger Star Trek-Roman. Dabei hat sich der gebürtige Amerikaner auf Geschichten für Jugendliche spezialisiert, von denen er bislang 17 Stück geschrieben hat. Er lebt aktuell in Asheville, Nordkalifornien.

Was Das Attentatsspiel für Starfleet Academy-Verhältnisse so gut macht ist, dass die Geschichte durchaus spannend erzählt ist. Klar, einmal mehr hat man es mit einem für Außenstehende merkwürdigen Ritual an der Akademie zu tun. Aber trotzdem macht der Autor das Beste draus, indem er dieses Mal eben nicht nur James T. Kirk daran teilnehmen lässt, sondern ebenfalls Leonard McCoy. Und der künftige Captain der Enterprise ist dieses Mal auch nicht derjenige, der in die Falle gerät, sondern der baldige Schiffsarzt. Was eine wohltuende Abwechslung von der Norm ist und mit dafür sorgt, dass die Story zumindest teilweise unvorhersehbar ist.

Wobei natürlich Kirk selber ebenfalls seine eigene Storyline erhält. In der darf er sich einer Spezies von Außerirdischen beschäftigen, den Varkolak. Diese haben einen schlechten Ruf, da sich diese Aliens teilweise sehr wild und aggressiv verhalten. Interessant ist dabei, wie Alan Gratz diese Wesen darstellt und wie fremd deren Mentalität wirkt. Dabei muss auch der baldige Enterprise-Captain einiges über die andere Seite lernen und sich seinen Vorurteilen stellen.

Ist das… Fortschritt?

Doch nicht nur die beiden künftigen Enterprise-Offiziere kommen in Das Attentatsspiel vor. Auch Uhura, Spock, Chekov und Sulu erhalten Momente, in denen sie glänzen können. Vor allem bei den zwei Letztgenannten wird man gut unterhalten. Denn zum ersten Mal müssen sie miteinander arbeiten und sich gleichzeitig gegen einen Mitkadetten behaupten, der nur zu gerne ihre Erfolge als seine eigenen ausgibt.

Man merkt dem Roman an, wie sehr Alan Gratz hier versuchte, so etwas wie Fortschritt zu markieren. Gemeint ist, dass hier immer mehr die Charaktere zusammenfinden, wie sich immer mehr Überschneidungen zwischen ihren jeweiligen Erlebnisse ergeben, ohne dass dies jedoch forciert oder übertrieben wirkt. Es scheint so, als ob hier versucht wird, erste Vorbereitungen für das Aufgehen der Romanreihe im Star Trek (2009)-Film zu treffen, wo sich einige der Charaktere ja bereits kennen. Es wäre interessant gewesen, ob das jetzt nur am Autor lag, oder dies allgemein eine Vorgabe des US-Verlags war.

Doch so spannend der Roman auch ist, leidet er unter dem üblichen Manko dieser Romanreihe, welches sich nicht so einfach ignorieren lässt. Es wird versucht, ein großes Drama um das Schicksal einiger Personen zu erschaffen, von denen man eigentlich längst weiß, dass sie am Ende alles glimpflich überstehen. Eben weil man sie im Film gesehen hat, wo sie jeweils ihrer Rolle nachkamen, ohne dass sie verhaftet oder gestorben wären. Das ist leider eine Konsequenz solcher Prequel-Reihen, die deshalb auch nur selten funktionieren.

Trotzdem ist Das Attentatsspiel eines der besten Bücher dieser Serie.

Star Trek Starfleet Academy 4 Das Attentatsspiel
Cover © Cross Cult

Bewertung 13/15

Autor: Alan Gratz
Titel: Star Trek – Starfleet Academy 4: Das Attentatsspiel
Originaltitel: Starfleet Academy: The Assassination Game
Übersetzerin: Stephanie Pannen
Verlag: Cross Cult
Erschienen: 06/2016
Einband: eBook
Seiten: 224
ISBN: 978-3-86425-849-7
Sonstige Informationen:
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Götz Piesbergen
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