Data verhält sich merkwürdig.

Der Komet – Masks
Staffel 7 / Episode 17

Buch: Joe Menosky
Regie: Robert Wiemer

Inhalt

Ein Komet, der sei 87 Millionen Jahren durch das All rast, kreuzt den Kurs der Enterprise. Schon sehr bald stellt sich heraus, dass er ein Geheimnis birgt. Gleichzeitig beginnt Data, sich sonderbar zu verhalten. Zunächst modelliert er eine Maske aus Ton, auf der er ein unbekanntes Symbol eingraviert. Zeitgleich materialisieren sich überall auf dem Schiff antik wirkende Gegenstände, mit demselben Symbol darauf. Die Dinge beginnen jedoch erst richtig dramatisch zu werden, als Data unter dem Einfluss des Kometen eine gespaltene Persönlichkeit zu entwickeln beginnt …

Rezension

Man sieht dieser Folge an, dass die Autoren kurz vor Ende der Serie so experimentierfreudig waren wie nie zuvor. Da man wusste, dass die siebte Staffel die letzte sein würde, ließ man alle Zurückhaltung fahren und begann auch recht bizarre Storyideen zu realisieren. Der Komet gehört ganz sicher in diese Kategorie. Von Sekunde zu Sekunde wird die Atmosphäre der Episode immer extravaganter, je mehr sich die Enterprise mit Artefakten einer längst untergegangen, fremden Zivilisation füllt. Der Komet ist in Wahrheit nämlich ein Archiv, in welchem die Geschichte jener anderen Zivilisation gespeichert ist, inklusive ihrer Mythologie. Captain Picard ist hier voll in seinen Element, da er seine Kenntnisse der Archäologie nutzen kann, um das Rätsel, was mit seinem Schiff geschieht, zu lösen.

Der eigentliche Star der Folge ist jedoch natürlich Data. Das in dem Kometen versteckte Archiv überträgt einige Persönlichkeiten, deren Eigenschaften in ihm gespeichert sind, direkt auf den Androiden. Brent Spiner liefert eine Glanzleistung ab, wenn er die so grundverschiedenen Charaktere, die in Datas Kopf eingedrungen sind, darstellt. Zuerst ist er ein stets zu sarkastischen Sprüchen aufgelegter junger Mann, dann ein kleines verängstigtes Kind, danach ein alter Mann und schließlich Masaka, jene grausame Herrscherin, vor deren Brutalität alle fürchterliche Angst haben. Interessanterweise wird hier wieder kurz auf Datas Erfahrungen mit Träumen eingegangen, die seit der Episode Der Moment der Erkenntnis aus der sechsten Staffel ein wichtiger Teil seiner Persönlichkeit sind.

Doch trotz der Bedrohung, die von Masaka ausgeht, stehen die Zeichen am Ende der Folge nicht auf Konfrontation. Picard löst das Problem nicht mit Gewalt, sondern durch kluge Wortwahl im Gespräch mit Masaka, bei welchem er in die Gestalt von deren Erzfeind Korgano schlüpft.

Die Spannung von Der Komet entsteht vor allem daraus, dass man erst nach und nach erfährt, was genau vor sich geht. Nur ganz langsam enthüllt sich die Geschichte von Masaka und Korgano, jener beiden mythischen Gegenspieler, über die man aber leider nicht viel mehr erfährt, außer dass sie eben erbitterte Feinde – oder besser gesagt Jäger und Gejagte – sind.

Die Effekte der Folge sind dafür absolut erstklassig gestaltet. Der Komet selbst und das in ihm verborgene Archiv wirken authentisch. Interessant ist zu erwähnen, dass diese Bilder mittels Computeranimation kreiert wurden, was Mitte der Neunziger Jahre noch ein Novum war. Auch die auf der Enterprise erscheinenden Artefakte sind mit viel Liebe zum Detail gestaltet worden und sehen wirklich aus wie die Überbleibsel einer vergangen Kultur. Nicht zuletzt ist aber auch die Musik erwähnenswert: Diese besteht teilweise aus exotisch klingenden Flötenpassagen, welche die bizarr-düstere Atmosphäre der Folge ebenso perfekt unterstreichen wie die immer dunklerer werdende Beleuchtung auf der Enterprise. So ist Der Komet eine Top-Episode, auf die man sich wegen ihrer ungewöhnlichen Stimmung aber erst einlassen muss.

 

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Sven Wedekin

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