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Die Rebellen errichten einen Stützpunkt auf Arrochar, doch nicht alle heißen sie dort willkommen.

Die RebellenbrautHandlungen

Leia Organa hat mit dem Königshaus von Arrochar ausgehandelt, dass die Rebellenallianz eine Basis auf dem Planeten einrichten darf. Im Gegenzug soll sie den Prinzen heiraten. Zunächst sieht alles gut aus. Mon Mothma lässt das Rebellenlager aufbauen, die Renegatenstaffel hält Trainingsmanöver ab und Leia bereitet sich auf die Hochzeit vor. Nur Luke ist außer sich und dreht bei den Trainingsflügen völlig frei, was ihm eine Suspendierung einbringt.

Nachdem er nicht mehr fliegen darf, soll Skywalker den einheimischen Gebirgsjägern helfen, eine Energieeinheit an einer Verteidigungsstation auszutauschen. In den verschneiten Bergen kann er nicht nur sein Gemüt abkühlen, er erhält auch eine Warnung von Obi-Wans Machtgeist. Die Gebirgsjäger wollen in Wirklichkeit ein Signal ans Imperium senden und ihn dabei töten. Luke kann entkommen, kommt aber nicht mehr rechtzeitig im Schloss an, um Leia vom Verrat der Arrochaner zu erzählen.

Es kommt zu einem inszenierten Terroranschlag, dem ein Staatsstreich folgt. Gleichzeitig trifft eine Flotte des Imperiums ein. Zum Glück hat Mon Mothma vorgesorgt, sodass die Rebellenflotte den Kampf gewinnen und entkommen kann. Der Prinz von Arrochar kann zwar ebenfalls den Anführer der Putschisten ausschalten, steht jedoch vor einem Scherbenhaufen und muss jederzeit mit einem Racheakt des Imperiums rechnen.

In der zweiten Geschichte Eine trügerische Hoffnung bekommt es die Rebellenspionin Seren Song mit dem Kopfgeldjägerdroiden IG-88 zu tun. Sie hat dem Imperium wichtige Daten gestohlen, weshalb dieses nun Jagd auf sie macht. Der Schrottplanet Lotho Minor bietet ihr nur kurzfristig ein Versteck, und in ihrer Verzweiflung sendet sie einen unverschlüsselten Hilferuf an ihre alte Freundin Leia Organa. Seren will sich auf dem sagenumwobenen Planeten Oaka Prime mit der Prinzessin treffen, doch IG-88 gelingt es, einen Peilsender an ihrem Y-Wing anzubringen und sie zu verfolgen.

Als der Killerdroide bemerkt, dass Han Solo ausgeschickt worden ist, die Flüchtige abzuholen, wittert er gleich die Chance auf zwei Kopfgelder. Er lässt Seren daher bis an ihr Ziel fliegen. Womit er jedoch nicht gerechnet hat, ist die Anwesenheit von Luke Skywalker, der es mithilfe der Macht schafft, das Kopfgeldjägerschiff IG-2000 zu treffen und damit außer Gefecht zu setzen. Die Rebellen können ihre Spionin retten und die von ihr gesammelten Daten auswerten.

Rezension von Die Rebellenbraut

Im letzten Band der Comicreihe, nach dem die Lizenz von Dark Horse an Marvel zurückging, läuft die Rebellenallianz prompt in eine Falle. Es war absehbar, dass die Rebellen nicht auf Arrochar bleiben können, da sie in Das Imperium schlägt zurück auf Hoth einen Unterschlupf gefunden haben. Überraschend ist aber immerhin, dass nicht das Königshaus hinter dem Verrat steckt, sondern ein General, der gegen selbiges putscht. Er lässt gar die Eltern des Prinzen ermorden, um unter dem Imperium selbst zum Gouverneur des Planeten zu werden.

Der Prinz kann seine Eltern rächen, doch ist es ihm nicht vergönnt, sich persönlich von Leia zu verabschieden. Ihr kann er nur noch von Luke ausrichten lassen, dass es ihm leid täte. Irgendwie ironisch, dass es ausgerechnet Skywalker sein musste, der die Verbindung von Anfang an abgelehnt hatte. Er ist geradezu eifersüchtig und lässt seine Wut darüber beim Training der Renegatenstaffel raus, womit er seine Kameraden gefährdet. Das ist sehr untypisch, zum einen für einen Jedi und zum anderen, da er eigentlich laut Kanon keine romantischen Gefühle für seine Schwester hegen sollte. Die wird längst von Han Solo umworben und mit dem ist er ja schließlich auch noch befreundet.

Durch eigenes Verschulden wird er vorübergehend als Pilot der Renegaten-Staffel suspendiert und muss sich mit den Einheimischen herumschlagen, die allesamt xenophob und herablassend sind. Zumindest Mon Mothma hatte wohl gleich ein ungutes Gefühl, weshalb sie heimlich drei Ionenkanonen hat installieren lassen. Eine reife Leistung, das in nur zwei Wochen hinzubekommen. Jedenfalls können die Rebellen mit den Kanonen die drei Sternenzerstörer kampfunfähig schießen und anschließend zerstören, sodass Darth Vader eine weitere Niederlage erleidet. Der Bogen zu Episode V wird dabei nicht ganz zu Ende gespannt.

Grafisch schließt die Reihe einmal mehr durchwachsen ab. Die Raumschiffe, insbesondere die X-Wings und Sternenzerstörer, sehen fantastisch aus. Der Planet Arrochar macht ebenfalls einen netten Eindruck. Das königliche Schloss erinnert ein wenig an Neuschwanstein, ist allerdings größer und vereint noch mehr Baustile. Auch die Skylines von Coruscant können überzeugen. Für all das hätte es durchaus die volle Punktzahl geben können.

Was dagegen wieder gar nicht geht, sind die Charaktere, die überhaupt nicht gut getroffen sind. Vor allem Luke Skywalker sieht weniger wie Mark Hamill Anfang 20, sondern eher wie Dolph Lundgren Ende 50 aus. Für Han Solo scheint ein beliebiger Obdachloser Modell gestanden zu haben, so abgehalftert wie er ausschaut. Lediglich Leia und Mon Mothma sind einigermaßen zu identifizieren. C-3PO wandelt sich derweil. Sieht er anfangs noch wie eine Karikatur aus, ist er später sehr gut getroffen.

Weiterhin fällt auf, dass die Perspektiven oft nicht stimmen. Als eine Delegation vom Planeten von einer X-Wing-Eskorte zur Rebellenflotte begleitet wird, kommen sie vom Planeten in den Orbit, nähern sich der Flotte dann aber von der anderen Seite. Der Planet liegt plötzlich hinter der Flotte. In der Szene, in der Leia sich mit ihrem Verlobten unterhält, verändert sich der Raum mehrfach je nach Perspektive. Unter anderen ist ein Teppich von einem Bild zum anderen verschwunden. Schlussendlich flüchtet Han Solo vom Schloss zum Millennium Falken, nähert sich aber aus der entgegengesetzten Richtung. Er läuft nämlich auf das brennende Schloss zu, welches hinter dem Falken zu sehen ist. Ist er mitten in der Schlacht noch mal eine Runde spazieren gegangen?

Die Koloration ist alles in allem in Ordnung. Zu Beginn gibt es weiche Verläufe, zwischendrin aber auch mal harte Abstufungen. Immerhin: Die Glanz- und Leuchteffekte sind aber durchgehend gelungen. Vor allem C-3PO glänzt wie ein Goldbarren, und die Explosionen der finalen Schlacht sehen super aus. Die Sternenhintergründe sind okay, aber die Nebel sehen aufgrund der runden Aussparungen an den Rändern unnatürlich aus.

Rezension von Eine trügerische Hoffnung

Die finale Geschichte der Reihe spannt den Bogen zu Episode V – Das Imperium schlägt zurück. Die Daten, die Seren Song über Jahre beim Imperium gesammelt hat, betreffen nämlich geologische Messungen aus unzähligen Systemen. Daraus lässt sich ableiten, an welchen Planeten das Imperium Interesse hat und welche es in absehbarer Zeit nicht wieder aufsuchen wird. Obwohl Hoth im Comic nicht explizit genannt wird, dürfte klar sein, dass die Rebellenallianz auf Grundlage dieser Daten auf die Eiswelt gestoßen ist.

Die Agentin hat des Weiteren eine persönliche Geschichte zu bieten. Sie kennt Leia aus Kindertagen von Coruscant, denn ihre Eltern waren die Delegierten von Dantooine im galaktischen Senat, während Leias Vater Senator für Alderaan war. Zusammen haben sie sich Geschichten über den legendären Planeten Oaka Prime erzählt, weshalb die Prinzessin Serens Hinweis auf den Treffpunkt auch entschlüsseln kann. Leider hat IG-88 Songs Y-Wing längst mit einem Peilsender versehen und kann ihr daher dennoch folgen.

Vor dem Imperium versteckt sich die Spionin derweil im Schatten eines Frachterkonvois. Bei diesem irritiert, dass die Transportschiffe teils in entgegengesetzte Richtungen fliegen. In einem Konvoi macht das überhaupt keinen Sinn, und wenn es sich um zwei entgegengesetzte Routen handelt, ist es sogar extrem gefährlich, wenn diese so nah beieinander liegen. Im Weltraum gibt es genügend Platz, sodass die Raumschiffe sich problemlos ausweichen könnten. Zwei Konvois auf entgegengesetzten Routen so dicht ineinander vorbrei rasen zu lassen, ist dagegen grob fahrlässig und müsste bei den Geschwindigkeiten im All zwangsläufig in einer Katastrophe enden. Schon bei dem vergleichsweise geringen Tempo auf einer Autobahn wären Geisterfahrer eine tödliche Gefahr.

Immerhin: Serens kleiner Y-Wing kann sich zwischen den großen Frachtern hindurchnavigieren und kommt unbeschadet am Ziel an. Dort entdeckt ihr Astromech den Peilsender und schaltet ihn mittels einer Überladung aus. Dafür rächt sich IG-88, indem er die R4-Einheit mit einem Scharfschützengewehr ausschaltet. Für Seren ist dies ein tragischer Verlust, da der Droide in all den Jahren ihrer Undercover-Tätigkeit ihr einziger Freund war, der ihre wahre Identität kannte. Mit niemandem sonst konnte sie in all der Zeit offen reden.

Zurück bei den Rebellen wird sie zwar von Leia herzlich empfangen, doch muss sie sich erst einmal einem Verhör unterziehen. Ihre Mission dauerte sehr viel länger als geplant, was Fragen aufwirft. Einige glaubten gar, dass ihr Notruf eine Falle sein könnte, weil er unverschlüsselt über einen offenen Holonetz-Kanal gesendet wurde. Am Ende gelingt die Rettungsmission jedoch und alles wird gut.

Der Zeichenstil entspricht dem der ersten Geschichte, was bedeutet, dass es weiterhin Probleme mit den Gesichtern der Figuren gibt. Lediglich IG-88 ist perfekt getroffen, was daran liegt, dass er ein Droide ist. Geradlinige Strukturen liegen dem Zeichner und ebenso interessante Closeups von den Augen des Kopfgeldjägers. An den Raumschiffen gibt es entsprechend auch nichts auszusetzen und der Schrottplanet bietet eine faszinierende Umgebung. Abgerundet wird alles durch eine gelungene Farbgebung, die nicht mit Leuchteffekten spart. Der Lichteinfall ist sehr natürlich, nur der Glanz auf den Gesichtern ist durch die harte Abstufung eher unansehnlich.

Fazit

Die Suche der Rebellenflotte nach einem neuen Unterschlupf nähert sich dem Ende. Während der erste Part noch einmal einen Rückschlag für die Allianz bedeutet, kündigt sich in der zweiten Hälfte bereits die Lösung an. Grafisch ist das Ganze wieder sehr durchwachsen, wobei vor allem die Raumschiffe erinnerungswürdige Schauwerte bieten. Erschienen ist Die Rebellenbraut u. a. als hochwertiger Hardcover-Band mit der Nr. 21 in der Star Wars Comic-Kollektion.

Chronologische Übersicht

Wer die Lücke zwischen Episode IV und V chronologisch ausfüllen möchte, muss innerhalb der Comic-Kollektion wieder etwas hin und her springen. Vorab lohnt es sich außerdem, Band 16 Das Herz der Rebellion zu lesen, dessen erste Story wenige Wochen vor den Ereignissen aus Eine neue Hoffnung angesiedelt ist, sowie Band 15 Imperium: Darklighter, der parallel zu Episode IV spielt. Doch Vorsicht: Beide Bände enthalten auch Geschichten, die teils deutlich später spielen!

Hier nun die korrekte Reihenfolge des Haupthandlungsbogens sowie eines Nebenplots innerhalb der Comic-Kollektion:

  • Band 2: Eine neue Hoffnung
  • Band 1: Im Schatten Yavins
  • Band 27: Aus den Trümmern Alderaans
  • Band 22: Fünf Tage Sith (aus Imperium: Hochverrat)
  • Band 21: Die Rebellenbraut
  • Band 7: Das Imperium schlägt zurück

Info

Autoren: Brian Wood
Zeichner: Stéphane Créty & Carlos D‘anda
Farben: Gabe Eltaeb
Verlag: Panini
Sonstige Informationen: Produktseite

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  • Story 1
    8/10
  • Zeichenstil 1
    8/10
  • Koloration 1
    9/10
  • Story 2
    9/10
  • Zeichenstil 2
    8/10
  • Koloration 2
    7/10
8/10
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