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In Holiday Party beweist Spock, dass Humor für ihn ein Fremdwort ist.

Ein anderer Humor

Es ist der First Contact Day und auf der Enterprise wurde Hemmer (Bruce Horak) von Captain Pike dazu auserkoren als MC die Feier zu leiten. Da er allerdings an Aenar einem Volk angehört, dass ursprünglich nicht Teil dieses Tags war, übergibt er Spock (Ethan Peck) die Bühne. Der zur Unterhaltung der Zuschauer einige Blooper ausgewählt hat.

Doch es zeigt sich, dass der Vulkanier bei seiner Auswahl daneben gegriffen hat. Seine Clips sind entweder zu brutal, emotional zu unpassend oder von der Thematik nicht passend. Erst das letzte Video ist ein Volltreffer, weshalb er versucht, das Gesehene live zu wiederholen.

Holiday Party ist ein guter Beweis dafür, wie vielfältig der Humor der Very Short Treks sein kann. Während in Skin the Cat die Komik vor allem durch die ganzen englischen Sprichwörter entstand, die die jeweiligen Besatzungsmitglieder verärgerten, ist es dieses Mal die Frage, was Humor überhaupt ausmacht. Bzw. was geschehen kann, wenn man jemanden die Verantwortung für lustige Unterhaltung gibt, der sie auf Grund seiner Herkunft nicht verstehen kann.

Lachen, trotz Unbehagen

Und so schafft es die Episode, dass man nicht über die unlustigen Clips lacht. Sondern über Spocks Erklärungen dazu, die das Unpassende unterstreichen. Man lacht, weil man die Irritation der anderen Crewmitglieder sieht. Und man lacht, weil hier einige gute Sprüche kommen.

Es ist diese Diskrepanz zwischen dem Gehörten und dem Gesehenen, die für einen freiwillig unfreiwilligen Humor sorgen. Man leidet mit den Crewmitgliedern in Holiday Party, lacht aber auch gleichzeitig über ihr wechselhaftes Entsetzen und Unbehagen.

Dabei schafft es die Folge, dass man sich zwar über die Leute amüsiert. Doch das Amüsement wird nie verletzend oder herabwürdigend. Die Episode weiß genau, wie weit sie gehen kann, ohne, dass es too much wird.

Nette Anspielung

Dafür sorgen aber auch die ganzen Sprecher in Holiday Party. Denn neben Ethan Peck nehmen ebenfalls Bruce Horak und Celia Rose Gooding ihre Rollen wieder auf. Zusätzlich gibt es allerdings noch einige Überraschungsgäste. Doug Jones hört man zum Beispiel in einer anrührenden Szene als Saru.

Es ist schön, wieder Bruce Horak als Hemmer zu hören und zu sehen. Sein Tod in „Alle, die wandern ging einem schließlich nahe. Und seine zeitweise Rückkehr in Wo Worte fehlen, war bittersüß, weil einerseits verdeutlicht wurde, wie sehr er einem fehlte. Aber anderseits auch, wie sehr die anderen Crewmitglieder sich seit dem weiterentwickelt hatten.

Dabei dient dieser Moment in Holiday Party auch als netter Gag. Denn die Uniform, die er in dieser Szene trägt, ist nicht dieselbe, die er ursprünglich zu jener Zeit trug. Sondern diejenige, die er erst im 31. Jahrhundert trägt. Womit mit einem Augenzwinkern auf die visuelle Inkonsistenz der originalen The Animated Series hingewiesen wird.

Unterm Strich gelungen

Es ist unterm Strich einmal mehr eine gelungene Very Short Treks-Folge. Die einen jetzt schon neugierig darauf macht, was als nächstes kommt, was für ein Humor als nächstes präsentiert wird.

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Götz Piesbergen

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