Dolph Lundgren

Spotlight: Dolph Lundgren

Lesezeit circa: 7 Minuten

Dolph Lundgren ist ein typischer 80er-Jahre-Actionstar.

Der als Hans Lundgren in Spånga, Schweden am 3. November 1957 zur Welt gekommene Schauspieler, Filmemacher und Martial-Arts-Kämpfer ist vor allem für eine seiner ersten Rollen bekannt.

Keine leichte Jugend

Als Sohn der Lehrerin Sigrid Birgitta (1932–1992) und des Ingenieurs Karl Hugo Johan Lundgren (1923–2000) wuchs er mit seinen großen Schwestern Katarina und Annika und seinem jüngeren Bruder Johan auf, als Dolph 13 war zog er zu seinen Großeltern nach Nyland, Ångermanland. Sein Vater war gewalttätig und ließ seinen Frust oft an ihm und seiner Frau aus. Dolph gibt an, dass dies sicher ein Grund für seine Leidenschaft für Boxen und Karate war. Bereits im Alter von sieben Jahren probierte er Judo und die Karatestile Gōjū-ryū und Kyokushin. Als Teenager begann er außerdem mit dem Gewichtheben. Obwohl sein Vater ihm immer gesagt hatte, dass er ein Verlierer sei, befolgte Dolph einen seiner Ratschläge: Geh nach Amerika, wenn du etwas Besonderes werden willst. Er verbrachte erst einige Zeit an amerikanischen Hochschulen, bevor er einen Abschluss als Chemieingenieur an der Königlich Technischen Hochschule in Stockholm machte. Seinen Kampfsport vergaß er dabei aber nicht und wurde sogar Kapitän des schwedischen Teams beim zweiten World Open Karate Tournament in Tokio, damals noch als Grüngurt.  In Folge gewann er einige Titel und arbeitete sich bis zum zweiten Dan des Schwarzen Gürtels hoch. Akademisch war er zu Beginn der 80er in Sydney und machte dort seinen Masterabschluss, kurz darauf wurde ihm ein Stipendium am renommierten Massachusetts Institute of Technology (kurz: MIT) angeboten. Er jobbte währenddessen als Türsteher in einem Nachtclub und leitete einen eigenen Dojo.

Der erste Fuß im Filmgeschäft

Und genau dieser Job als Türsteher war es, der sein Schicksal nachhaltig verändern sollte. Zufällig war Sängerin und Schauspielerin Grace Jones in diesem Nachtclub zu Gast. Sie war von dem Hünen so begeistert, dass sie ihn als Bodyguard anheuerte. Das hielt aber nicht lange, denn die beiden verliebten sich ineinander. Sie lebten zusammen in New York, Dolph ging wieder einer Tätigkeit als Türsteher nach und besuchte den Warren Robertson Theatre Workshop. Als er Grace Jones am Set zu dem James-Bond-Film Im Angesicht des Todes besuchte, wurde er direkt für eine kleine Rolle als russischer Agent angeheuert. Er hatte keinen Text. Aber es reichte als Vorgeschmack, um Dolphs Weg ins Schauspielgeschäft zu lenken.

Seine Bewerbung als Ivan Drago wurde zunächst abgelehnt, da er dem Produktionsteam zu groß war. Also schickte er einem gemeinsamen Freund von Regisseur und Hauptdarsteller Sylvester Stallone ein paar Fotos und Videos von sich und wurde prompt doch genommen. Wieder spielte der Schwede einen Russen, den absoluten Feindbild der Amerikaner in den 80ern. Gleiches erfuhr übrigens auch der Belgier Jean-Claude Van Damme in seiner ersten größeren Rolle. Rocky IV wurde zu einem riesen Erfolg, blieb sechs Wochen auf Platz 1 der amerikanischen Kinocharts und war für 24 Jahre der Sportfilm mit den höchsten Einspielergebnis.

Vom Ring nach Eternia

Die Popularität von Rocky IV und die große Bekanntheit von Dolph machte man sich bei Cannon Films zur Nutze und castete Dolph Lundgren in die ikonische Rolle des He-Man in der Realverfilmung Masters of the Universe von 1987. Der Film kam leider bei Fans und Kritikern nicht gut an, vor allem die Schauspielkunst von Dolph wurde immer wieder kritisiert. Bei Rotten Tomatoes schafft der Film gerade einmal 17 % (Publikum: 41 %). Das gab seiner Karriere natürlich einen Knick und auch sein nächster Film Red Scorpion bekam nicht gerade gute Bewertungen. Hier spielte er übrigens wieder einen Russen.

Besser, aber immer noch nicht gut lief es für seine Darstellung des Punishers Frank Castle. 28 % bei den Kritikern, aber nur 33 % beim Publikum. Vor allem das Fehlen des Totenkopfshirts, dem Markenzeichen von Frank Castle, wurde von den Fans kritisiert. Immerhin, Dolph machte fast alle Stunts selbst und die Kampfszenen wurden alle mit echtem Kontakt von Martial-Arts-Kämpfern ausgeführt. Ursprünglich sollte übrigens Christopher Lambert die Rolle spielen.

Science-Fiction

Die 90er waren besser für den Schweden. Zwar kam Dark Angel auch auf wenig gute Rezensionen, stieß dafür aber beim Publikum auf mehr Anklang. Die Geschichte um den außerirdischen Drogendealer galt zwar als sehr dünn, die Actionszenen waren aber ein Hingucker. In Deutschland war der Film bis 2016 indiziert und danach mit einer Altersfreigabe ab 16 freigegeben.

Auch Universal Soldier, wo er den Gegenpart zum von Jean-Claude Van Damme gespielten Luc Deveraux spielte, wurde in Deutschland indiziert und 2013 ab 16 freigegeben. Die Kritiken sahen hier ähnlich aus – Standard-Actionfilm ohne Tiefgang –, aber bei den Zuschauern kam er wesentlich besser an. Er gehört zu den größten Blockbustern des Jahres 1992. Es entstanden insgesamt zwei TV-Fortsetzungen und drei fürs Kino. Der Film war Roland Emmerichs Erstling und wurde von Carolco Pictures produziert, die unter anderem auch Terminator 2, die ersten drei Rambo-Filme und Cliffhanger machten. Der deutsche Ralf Möller hatte dort eine seiner ersten Rollen.

In Vernetzt – Johnny Mnemonic übernahm Lundgren 1995 die Rolle des namenlosen Antagonisten. Dieser Film bekam deutlich bessere Kritiken, wurde aber von Kennern der als Vorlage dienenden Kurzgeschichte von William Gibson heftig kritisiert, da man den Plot deutlich hollywoodtauglicher machte, also actionorientierter und geradliniger. Die visuellen Effekte wurden allerdings immer gelobt.

In den folgenden Jahren waren es eher B-Movies, in denen Dolph seine Rollen spielte. Der Ritter der Apokalypse von 1998 kommt bei IMDb gerade mal auf 3,9 und bei Rotten Tomatoes auf unterirdische 16 %. Einige Filme kamen direkt als Video heraus und schafften erst gar nicht den Sprung in die Kinos. Seit Anfang der 2000er schreibt, produziert und inszeniert er viele seiner Filme selbst.

Zweiter Frühling

Ein kleines Revival seiner Karriere gab es dann mit der Actionreihe The Expandables, in denen Sylvester Stallone seit 2010 gealterte Actionstars aus den 80er und 90er Jahre in waghalsige Missionen mit viel Action schickt. Die Reihe spricht vor allem ältere Zuschauer an, da man genau die stumpfe Action bekommt, die in eben diesen beiden Jahrzehnten so beliebt war. Der erste Film der Reihe spielte 274 Millionen Dollar weltweit ein. The Expendables 2 toppte dies und bekam bessere Bewertungen, während der dritte Teil sowohl in den Kritiken als auch den Einspielergebnissen absackte.

Nichtsdestotrotz bekam Dolph nun auch bessere Angebote. 2012 nahm er seine Rolle in Universal Soldier: Day of Reckoning wieder auf und nachdem er bereits in den 80ern Marvelluft geschnuppert hatte, durfte er 2016 auch in Arrow das DC-Universum besuchen und spielte sogar in Aquaman von 2018 mit. Diese Rolle wird er auch in Aquaman and the Lost Kingdom wieder aufnehmen.

Privates

Dolph Lundgren war bisher einmal verheiratet. 1994 heiratete er Anette Qviberg in Marbellla, Spanien. Das Paar hat zwei gemeinsame Kinder, Ida Sigrid (1996) und Greta Eveline (2001), die beide in Stockholm zur Welt kamen. 2009 wurde in das Haus der Familie in Marbella eingebrochen und seine Frau wurde gefesselt und bedroht. Die Täter flohen allerdings, nachdem sie erkannten, dass sie im Haus von Lundgren waren. Die älteste Tochter litt daraufhin unter PTBS und seine Ehefrau war ebenfalls schwer traumatisiert, das Paar ließ sich 2011 scheiden. Momentan ist er mit Emma Krokdal verlobt.

Die deutsche Stimme

Üblicherweise wird Dolph Lundgren von Manfred Lehmann synchronisiert. Dieser ist vor allem als Bruce Willis einigen ein Begriff und auch seine Praktiker-Radiowerbung kennt man eigentlich. In einem Interview meinte er augenzwinkernd, dass er sich immer auf einen kurzen Arbeitstag einstellen kann, wenn er Dolph sprechen muss, da dieser ja wenig redet.

Dolph Lundgren im Web


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Marco Golüke

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