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Zayne Carricks Flucht endet in einem großen Showdown auf Coruscant.

WiedergutmachungHandlung

Während Lucien Draay unverdient in den Jedi-Rat berufen wird, sucht sein ehemaliger Schüler Zayne auf der Feeorin-Heimatweld Odryn nach Beweisen, dass sein Geheimbund Sith-Artefakte hortet. Diese finden Carrick und seine Freunde im heiligen Schrein der Feeorin, welcher nur vom erhabenen Ältesten sowie auf dessen Geheiß auch von Jedi betreten werden darf. Jarael schlüpft erneut in diese Rolle und schmuggelt Zayne und Gryph in das geheime Depot.

Dummerweise ist der erhabene Älteste kein geringerer als Meister Feln, einer der vier Jedi-Konsulare, die ihre Padawane ermordet haben. Nun macht er sich daran, auch Carrick zur Strecke zu bringen, sprengt dabei allerdings den heiligen Schrein seines Volkes, um Beweise verschwinden zu lassen. Das zieht wiederum den Zorn seines Volkes auf sich, welches ihn dauerhaft absetzt. Einmal mehr hat sich die Prophezeiung durch Eigenverschulden erfüllt.

Die Beweisaufnahmen der Sith-Artefakte hat Feln zwar vor seinem Ableben vernichtet, doch einer der Moomo-Brüder hat heimlich ein paar der unheiligen Gegenstände mitgehen lassen. Mit den Beweisen im Gepäck fliegen die Outlaws nach Coruscant, wo bereits Shel und Alek Squint Kontakt zu Jedi-Meister Vandar aufgenommen haben. Da Lucien nunmehr im Jedi-Rat sitzt, findet das Treffen im Geheimen statt und der Revanchist Squint gibt sich als Captain Malak aus.

Bei der Übergabe der Sith-Artefakte kommt es jedoch zu Komplikationen. Zunächst einmal müssen Carrick und seine Freunde die Blockade der republikanischen Flotte durchbrechen, wobei ihnen nicht einmal der degradierte Carth Onasi helfen kann. Dafür stehlen sie seine Fähre von Admiral Karaths neuem Flaggschiff Swiftsure, nicht wissend, dass sich dort der Jedi-Konsular Xamar versteckt hat.

Xamar entpuppt sich jedoch überraschend als Verbündeter, denn er glaubt, dass er nur durch einen Seitenwechsel dem sicheren Tod entgehen kann. Er hilft Zayne und Gryph, ins Anwesen der Familie Draay einzudringen, wo die beiden Lady Krynda vom Verrat ihres Sohnes erzählen wollen. Als vermeintlicher Sith mit einem Imitat des Murr-Talismans getarnt lässt sich der einstige Padawan als Gefangener vorführen.

Lucien durchschaut den Trick nicht, dafür aber der mysteriöse Haazen, der sich nun als wahrer Sith-Lord zu erkennen gibt. Als junger Mann war er einst ein gescheiterter Jedi, genau wie Carrick. Ihm blieb nicht nur der Ritterstand verwehrt, sondern auch Krynda, die sich für seinen einstmals besten Freund Barrison Draay entschieden hatte. Aus Rache ließ er sich auf eine Kriminelle namens Dossa ein, welche für die Sith arbeitete. Für sie lockte er Barrison in eine tödliche Falle, wurde dabei aber selbst schwer verwundet.

Dossa hat seinen entstellten Leib von einem Massassi-Arzt notdürftig herrichten und durch Cyborg-Implantate erneuern lassen. Außerdem hat sie ihm ein Sith-Artefakt überreicht, mit welchem er seine sinisteren Absichten über Jahrzehnte vor dem sechsten Sinn der Jedi verbergen konnte. Da Lady Krynda nichts von seinem Verrat ahnte, ließ sie ihn weiter auf ihrem Anwesen arbeiten und gründete auf sein Anraten hin den Geheimbund, den später ihr Sohn leiten sollte.

Im Glauben, die Rückkehr der Sith abzuwenden, haben zahlreiche Jedi, die dem Bund treu ergeben sind, einem Sith bei seinem Aufstieg zur Macht geholfen. Am Ende kämpfen Jedi gegen Jedi und als wäre das nicht schlimm genug, hat Haazen alias Darth Hayze die republikanische Flotte im Orbit, deren Schiffscomputer vom Draay-Konzern programmiert worden sind, unter seine Kontrolle gebracht. Mit dieser Feuerkraft kann er die Schlacht schnell für sich entscheiden.

Während Xamar in der Schlacht stirbt, begeht mit Q’Anilia die vierte Verschwörerin Suizid. Übrig bleibt nur noch Lucien, dessen Mutter in seinen Armen stirbt. Zunächst gibt er Marn Hierogryph die Schuld daran, da dieser Krynda aus ihrer Stasiskapsel befreit hat. Letztendlich muss er jedoch einsehen, dass er auf dem besten Wege ist, der Sith zu werden, dessen Aufstieg er verhindern wollte. Er muss also widerwillig mit seinem einstigen Schüler zusammenarbeiten.

Da Darth Hayze im Besitz von Ludo Kresshs Handschuh ist, der ihn vor feindlichen Berührungen schützt, geben Draay und Carrick vor, weiterhin gegeneinander zu kämpfen. So kann Lucien dem Sith nah genug kommen, um ihm den Cyborg-Arm mit dem Handschuh abzuschlagen. Da sich an diesem auch die Fernsteuerung für die Flotte befindet, kann er das Feuer auf Haazen eröffnen. Selbstverständlich nachdem er Zayne und Gryph in Sicherheit geschleudert hat.

Für die beiden beginnt nach der Schlacht ein neues Kapitel. Obwohl Carrick nunmehr rehabilitiert ist, entscheidet er sich gegen den Jedi-Orden und wird stattdessen Marns offizieller Geschäftspartner. Jarael bleibt bei Rohlan, der als Mandalorianer im Herzen der Republik in einer denkbar ungünstigen Position ist. Der Jedi-Orden spaltet sich derweil weiter in Pazifisten und Revanchisten, wobei letztere die Notwendigkeit sehen, die Republik gegen die Mandalorianer zu verteidigen. Schlussendlich hat Lucien überlebt und einen neuen Geheimbund innerhalb des Jedi-Ordens gegründet.

Rezension von Knights of the Old Republic V: Wiedergutmachung

Der Haupthandlungsstrang findet mit diesem Band sein Ende, wohl bemerkt aber nicht die Comicserie, welche noch weitere vier Bände umfasst. Eine kleinere Unterbrechung gab es schon zwischendrin, denn zwischen den Bänden 4 und 5 liegt noch ein Puzzlestück der Geschichte um den Murr-Talisman, erschienen im Band Vector I. Das Ganze ist ein wenig kompliziert, denn die Vector-Reihe erzählt eine durchgängige Handlung, die sich mit den Haupthandlungen mehrerer anderer Comicreihen überkreuzt. Wer das alles in chronologischer Reihenfolge lesen will, kommt in Schwierigkeiten.

Problematisch wird es dadurch auch, die Knights of the Old Republic-Reihe durchgehend zu lesen, ohne das Puzzlestück aus Vector I zu besitzen. Darin wird nämlich erklärt, wie Zayne und seine Freunde von Taris entkommen, wie er den Schlüssel zum heiligen Schrein auf Odryn erhält und was es mit dem Murr-Talisman auf sich hat, dessen Imitation zu Carricks Trick gehört, sich Zugang zum Draay-Anwesen zu verschaffen.

Wer das alles auslässt, fühlt sich sehr abrupt auf Odryn versetzt, wo die Handlung von Wiedergutmachung einsetzt. Dort stirbt mit Feln der zweite Verschwörer und einmal mehr erfüllt er sein Schicksal selbst, sodass Zayne seine Drohung gar nicht wahrmachen muss, die Meister einen nach dem anderen heimzusuchen. Diese stellt sich ohnehin als Bluff heraus, denn der gescheiterte Padawan ist gar nicht zu solch finsteren Racheakten fähig.

Ganz anders sieht es da schon mit Haazen aus, der sich nun endlich als Darth Hayze zu erkennen gibt. Im Gegensatz zu den alten Sith Lords ist er um einiges durchtriebener und schmiedet über Jahrzehnte seine Intrigen, bevor er die Macht ergreift. Damit ähnelt er schon deutlich einem gewissen Imperator Palpatine, denn ebenso wie dieser führt er die Jedi über Jahre an der Nase herum und bringt sie gar dazu, ihre Ideale und nicht zuletzt auch ihre Schüler für das vermeintlich größere Wohl zu opfern.

Dabei hat Haazen eine tragische Vorgeschichte, die ihn wie später Darth Vader auf die dunkle Seite der Macht treibt. Eine Geschichte, die der von Zayne Carrick durchaus ähnelt, nur mit dem Unterschied, dass Letzterer sein Schicksal annimmt und trotz aller falschen Anschuldigungen stets auf der hellen Seite bleibt. Nach seiner Rehabilitierung zieht es ihn dennoch nicht zum Jedi-Orden zurück, was irgendwie nachvollziehbar ist. Er bleibt bei Marn Hierograph, welcher ebenfalls längst zum Helden avanciert ist.

Für weitere Abenteuer bleibt damit noch genug Stoff übrig. Zumal immer mehr Handlungsstränge auf die Computerspielreihe Knights of the Old Republic hinauslaufen. So benutzt Squint erstmalig das Pseudonym Malak, womit feststeht, dass er zum Hauptgegner des ersten Teils werden wird. Dazu passt auch, dass er zu jenen Jedi gehört, die gegen die Mandalorianer in den Krieg ziehen wollen. Dort wird er nämlich dereinst zu Darth Malak werden.

Welchen Weg Lucien Draay gehen wird, bleibt noch offen. Einerseits hat er sich von Haazen auf die dunkle Seite ziehen lassen, andererseits besiegt er ihn letztendlich und rettet sowohl seinen einstigen Schüler als auch Gryph. Wird er wirklich zu Darth Sion, wie Darth Hayze es ihm vorschlägt? So wirklich ähnlich sieht er diesem Charakter aus Teil 2 der Spielereihe noch nicht. Dieser ist total vernarbt, wohingegen Lucien den Orbitalbeschuss dank des Kressh-Handschuhs relativ gut überstanden hat.

Nur seine Augen scheint er eingebüßt zu haben. Damit ist er der Blinde, der doch sehen kann. Ein mythologisches Motiv, welches bereits in Children of Dune und Matrix: Revolutions vorkommt, wo Paul Atreides und Neo diese Rolle einnehmen. Dies dürfte wohl am ehesten auf den griechischen Propheten Teiresias anspielen, der je nach Version der Erzählung aus unterschiedlichen Gründen von den Göttern geblendet wurde, dafür jedoch die Gabe des Sehers erhielt. Und zum Propheten wird Lucien schlussendlich ebenfalls, nachdem er all seine Konsulare verloren hat, die für ihn in die Zukunft blicken konnten. Der Band endet mit seinen Worten: „… und endlich kann ich meine Zukunft sehen.“

Was es auf den Seiten von Band 5 zu sehen gibt, ist wiederum sehr durchwachsen, um hier zum optischen Eindruck überzuleiten. Der durchgehenden Handlung steht kein durchgehender Zeichenstil gegenüber, was daran liegen mag, dass die Knights of the Old Republic-Reihe im Original aus 85 Einzelheften besteht. Zu Beginn wurden aber wenigstens noch die einzelnen Handlungsabschnitte in eine Hand gelegt, was mit Fortschreiten der Reihe zunehmend aus dem Ruder gelaufen ist. In diesem Band wechseln die Stile nun alle paar Seiten.

Leider kehrt dabei keiner der Zeichner zu dem hohen Niveau zurück, welches den Start der Reihe so großartig gemacht hat. Die meisten Zeichnungen sind sehr grob gehalten, sodass man manchmal Mühe hat, die Charaktere wiederzuerkennen. Carrick sieht zeitweilig gar nicht mehr nach einem Jugendlichen aus, sondern wie ein Mittfünfziger, der vergessen hat, seine Faltencreme aufzutragen. Zuweilen fehlt ihm auf verkleinerten Darstellungen gleich das komplette Gesicht. Andere Charaktere sehen dagegen manchmal nur wie Karikaturen ihrer selbst aus.

Ebenso unsauber sind die Flotten der Republik gezeichnet, wobei dies vor allem am Nachtuschen liegt. Im ersten Kapitel wurde noch nicht mit schwarzer Tinte gespart, was teils für arg dicke Linien sorgt. Später dann das genaue Gegenteil, die Linien sind sehr blass und unsauber nachgezogen. Nicht wenige Bilder wirken schon direkt wie Gekritzel und manche Linien sehen dermaßen zittrig aus, dass man den Eindruck gewinnt, der Tuscher hätte Parkinson.

Immerhin: Die Koloration versucht hier zu retten, was noch zu retten geht. Dennoch schwankt auch bei den Farben der Stil von kräftig bis blass, obwohl alles aus einer Hand stammt. Der Gesamteindruck ist noch ganz okay, bleibt jedoch weit hinter den ersten drei Bänden zurück. Das einstmals hohe Niveau vermitteln nur noch die Covergestaltungen, die alle im hinteren Teil des Bandes zu finden sind.

Für die Front des Comics hätten sich dabei einige bessere Motive angeboten. Die Zeichnung von Darth Hayze, der vor flammendem Hintergrund einen gehörnten Teufelsschädel herumträgt, erinnert eher an das Albumcover einer Black-Metal-Band. Welche Zielgruppe wollte man denn damit ansprechen? Sicherlich keine Kinder, die eine klassische Star Wars-Geschichte erwarten. Außerdem kommt der gehörnte Schädel im Comic selbst überhaupt nicht vor. Es scheint fast so, als hätte sich hier ein Metalhead ausgetobt, der als Coverdesigner bei Cradle of Filth anheuern könnte.

Fazit

Grafisch baut Band 5 der Reihe leider stark ab, was den Genuss ein wenig schmälert. Es gibt zwar durchaus schlimmere Comics, aber auch bessere, wie die Reihe Knights of the Old Republic nicht zuletzt selbst schon unter Beweis gestellt hat. Zumindest die Handlung bleibt weiterhin spannend und legt schon mal ein actionreiches Zwischenfinale ein. Bei diesem muss auch gleich der erste Boss-Gegner dran glauben, um hier mal zur gleichnamigen Computerspielreihe überzuleiten. Die Verflechtungen mit dieser treten immer deutlicher zutage. Erschienen ist Wiedergutmachung u. a. als hochwertiger Hardcover-Band mit der Nr. 96 in der Star Wars Comic-Kollektion.

Info

Autor: John Jackson Miller
Zeichner: Bong Dazo, Alan Robinson & Brian Ching
Farben: Michael Atiyeh
Verlag: Panini
Sonstige Informationen: Produktseite

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Warpskala

Warpskala
8 10 0 1
  • Story
    10/10
  • Zeichenstil
    6/10
  • Koloration
    8/10
8/10
Total Score

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