Geheimnis vergangener Tage
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Review: Star Wars – Knights of the Old Republic VII: Geheimnis vergangener Tage

Lesezeit circa: 9 Minuten

Nachdem im ersten Handlungsbogen Zayne Carrick im Mittelpunkt stand, rückt nun Jarael ins Zentrum.

Geheimnis vergangener TageHandlungen

Eigentlich suchen Jarael und ihre Freunde auf Wor Tandell nur etwas Ruhe, doch dann treffen Truppen der Republik ein. Nachdem die Jedi auf der Welt Cathar Zeugnisse eines Genozids durch die Mandalorianer entdeckt haben, sind sie nunmehr doch geschlossen in den Krieg eingetreten. Sehr zur Freude des Revanchisten Malak, der Jarael für den Orden rekrutieren möchte.

Die Arkanianerin ist noch unentschlossen und weiß nicht so recht, was sie mit ihrer Empfänglichkeit für die Macht anfangen soll. Bisher stellt sie sich noch ungeschickter an als Zayne. Der springt ihr rettend zur Seite und spielt Malak vor, sie beide hätten eine Beziehung. Damit bleibt sie vorerst vor weiteren Anwerbungsversuchen verschont.

Ohnehin hat Jarael gerade ganz andere Probleme, denn in der zweiten Geschichte Tentakel des Todes wird sie einmal mehr von ihrer Vergangenheit eingeholt. Gemeinsam mit Carrick infiltriert sie eine Bergbauoperation, die Sklaven der Verbrecherorganisation Feuertaufe ausbeutet. Sie geben sich selbst als Sklavenhändler aus, was anfangs ganz gut funktioniert, da Jarael schon einmal in dem Bergbaubetrieb war und sie immer noch die Tattoos der Feuertaufe im Gesicht hat, die sich Zayne aufmalen muss.

Gryph haben die beiden bisher sowohl Jaraels Vergangenheit als auch den Zweck ihrer Mission verschwiegen. Er glaubt, sie würden den Bergbaubetrieb um ein paar wertvolle Kristalle erleichtern, die er und Slyssk in der Zwischenzeit abbauen. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse.

Erst muss Zayne feststellen, dass sie nicht nur 8, sondern 80 Sklaven zu befreien haben. Mehr als ihr kleiner Minenfrachter aufnehmen kann. Dann kommen die Betreiber auch noch dem Betrug auf die Schliche, was die Feuertaufe alarmiert. Diese schickt ihren Kreuzer Gladiator, der ausgerechnet von Dace Golliard kommandiert wird. Der ehemalige Captain der Republik war für die Entführung und Versklavung von Jarael verantwortlich.

Dank Rohlans Hilfe und dem Erfindungsreichtum ihrer Freunde kann sie einer erneuten Ergreifung durch die Feuertaufe zunächst entgehen. Allerdings trifft dies nur auf einen Teil der Sklaven zu, die sie und Zayne befreien konnten. Viele weitere sind von den Skyreaper-Drohnen der Gladiator wieder eingefangen worden. Der Teilerfolg reicht jedoch aus, um Chantique und Bar’Injar, einen Meister Protektor der Feuertaufe, auf den Plan zu rufen. Zu allem Übel erwacht auf Coruscant auch noch der mandalorianische Wissenschaftler Demagol aus seinem Koma.

In der letzten Geschichte schleust sich Zayne in das Trainingslager der Feuertaufe auf Volgax ein. Da er aber einst ein gesuchter Flüchtiger war und obendrein an einem Amateurrennen auf Jervos Welt teilgenommen hat, wird er sofort erkannt. Der Peilsender an seinem Raumjäger, mit dem seine Freunde die Feuertaufe ausfindig machen wollten, ist entsprechend deaktiviert worden.

Nach einigen Kämpfen, zu denen Carrick gezwungen wird, wendet sich der Ralthar Sitan alias Snout an ihn. Der ehemalige Geschichtsstudent gehört dem Volk der Caamasi an, welches seine Erinnerungen übertragen kann. Snout zeigt dem Jedi, was Gefangene seines Volkes über Jahrhunderte ertragen mussten.

Als nächstes lässt die Zeltronerin Chantique, welche gemeinsam mit Jarael schon als Kind in die Fänge der Feuertaufe geraten ist, Zayne in ihre Gemächer bringen. Sie offenbart ihm, dass seine Freundin einst Sklaventreiberin war und sie niedergestochen hat. Außerdem behauptet sie, dass Jarael übersetzt so viel wie Zerstörerin bedeutet und ihr dieser Name von den Sklaven gegeben wurde.

Zayne ist von diesen Informationen hin und her gerissen. Ist Jarael, die eigentlich Edessa heißt, in Wahrheit eine Zerstörerin und Chantique ihr Opfer? Oder wird Carrick nur manipuliert? Als er Chantique vorschlägt, ihre Position als Magister Impressor zu nutzen, um die Sklaven zu befreien, wandert er wieder in die Grube, wo er in einem Klingenduell gegen Snout antreten muss.

Der Caamasi offenbart ihm im Kampf, dass die Feuertaufe bereits seit Jahrhunderten existiert und im goldenen Zeitalter der Sith von Darth Ieldis gegründet wurde. Ralthar tut zunächst so, als stehe er hinter der Verbrecherorganisation, was aber nur eine Ablenkung ist. In Wirklichkeit will er von Carrick erlöst werden und nutzt dessen Hand, um sich selbst zu erdolchen. Für ihn der einzige Ausweg aus der Gefangenschaft. Zayne wird derweil von Chantique in die Freiheit entlassen, um Jarael zu demoralisieren. Tatsächlich erhebt er schwere Vorwürfe gegen seine Freundin, was einen Keil zwischen die beiden treibt. Als sie sich von ihm abwendet, offenbart sie ihm noch, dass ihr angenommener Name Jarael in Wirklichkeit Beschützer bedeutet.

Rezension von Knights of the Old Republic VII: Entfesselt

Die erste Story ist eigentlich nur ein Zwischenspiel, bei dem Jarael sich entscheiden muss, welchen Weg sie einschlagen will. Malak ist offensichtlich von ihr angetan und überhaupt nicht begeistert davon, dass Zayne sie vor seinen Augen küsst. Das ist zwar nur Show, um ihn abzuwimmeln, aber wer weiß, wo es noch hinführt.

Der wirkliche Wendepunkt ereignet sich auf Cathar und betrifft den Jedi-Orden, auf den sich der Titel Entfesselt bezieht. Ausgerechnet der Jedi Ferroh muss beim Besuch seiner Heimatwelt feststellen, dass fast sein gesamtes Volk von den Mandalorianern ausgelöscht wurde. Mit dabei ist neben Malak auch Revan, der fortan die Maske eines Mandalorianers trägt, der sich auf Cathar gegen den Auslöschungsbefehl stellte und daraufhin das Schicksal dieser Spezies teilen musste.

Malak und Revan werden einst zu Sith-Lords werden, wobei Letzterer die Hauptfigur im Knights of the Old Republic-Computerspiel ist. Die Spieler müssen darin selbst entscheiden, ob er nach einem Gedächtnisverlust zur hellen Seite zurück findet oder weiterhin ein Sith bleibt. Malak ist im Spiel auf jeden Fall der Bossgegner und nimmt kein gutes Ende. In der Comicreihe bekommen die beiden nun endlich mehr Background, womit die Saga zu einem multimedialen Erlebnis wird.

Grafisch ist die erste Geschichte im Mittelfeld anzusiedeln. Etwas detaillierter hätte der Zeichenstil ruhig sein können, aber zumindest erkennt man die Charaktere meist wieder. Gleiches trifft auf die Koloration zu. Diese ist ganz okay, arbeitet aber oft noch mit vollflächigen Farben und harten Abstufungen. Außerdem mangelt es an Glanzeffekten.

Rezension von Knights of the Old Republic VII: Tentakel des Terrors

Die zweite Geschichte wirft ein Schlaglicht auf Jaraels Vergangenheit. Man erfährt, wie sie zur Feuertaufe gekommen ist und was mit denen geschieht, die im Gegensatz zu ihr beim Kampftraining durchfallen. Sie werden als Sklaven für lebensgefährliche Arbeiten verkauft und müssen z. B. in Kometen nach Mineralien suchen. Damit greift die Comicreihe erneut das brisante Thema Menschen- bzw. Alienhandel auf.

Die Tentakel des Terrors beziehen sich dabei auf die Skyreaper-Drohnen, welche mit ihren Fangarmen die Sklaven ernten. Unfassbar, dass sich Derartiges auf dem Gebiet der Republik abspielt. Allerdings ist das Star Wars-Universum in dem Punkt durchaus realistisch, wimmelt es darin doch von Drogenkartellen, Mafias und Verbrecherclans wie Crimson Dawn und Schwarze Sonne. Es sind gar ganze Spezies wie die Pikes und Hutten der Kriminalität verfallen.

Jarael und Zayne gelingt es leider nicht, alle Sklaven zu befreien, da zum einen ihr Frachter, der diesmal nur mit seiner englischen Bezeichnung Hot Prospect genannt wird, viel zu klein ist, und zum anderen die Gladiator mitten in die Rettungsoperation platzt. Von nun an stehen sie mit der Feuertaufe auf Kriegsfuß. Mit Chantique, die Jarael von früher kennt, ist bereits im letzten Band eine neue Erzfeindin eingeführt worden, die ab jetzt Jagd auf die Protagonisten macht. Gegen sie ist Dace Golliard nur ein kleines Licht, welches Chantique fast vorzeitig ausbläst. Man darf gespannt sein, was sich daraus ergibt.

Der Zeichenstil fällt bei der Story Nummer 2 wieder deutlich grober aus, was einmal mehr an der dicken Linienführung liegt. Die Farben sind zudem mal entsättigt und dann wieder sehr düster gehalten. Das Titelcover verspricht hier mehr als der Inhalt hält. Allein die Raumanzüge sind darauf viel detaillierter und der Glashelm wirkt tatsächlich wie Glas, wobei die Koloration insgesamt extrem realistisch ausgefallen ist. Wirklich schade, dass der Künstler Benjamin Carré nicht auch für den Inhalt verpflichtet worden ist.

Rezension von Knights of the Old Republic VII: Zerstörerin

Die dritte Story nimmt noch einmal richtig Fahrt auf und liefert viele Hintergrundinformationen zu Jarael und der Feuertaufe. Wie sich herausstellt, ist der Sklavenhändlerring eine Hinterlassenschaft der Sith, mit der Darth Ieldis einst seine Armeen rekrutierte. Irgendwie passt das ganz gut, denn sowohl die Sith als auch das organisierte Verbrechen verkörpern das Böse in der Galaxis. Solche Verbindungen sind dabei keineswegs ein Einzelfall, denn rund 4.000 Jahre später wird ein gewisser Darth Maul die Verbrecherorganisation Crimson Dawn gründen.

Das Thema Sklavenhandel wird die Comicreihe damit noch bis zum Ende prägen. Tragischerweise gelingt es Zayne diesmal nicht, auch nur einen einzigen Sklaven zu befreien. Stattdessen benutzt ihn Snout für seinen Suizid, womit das erste Mal Blut an Carricks Händen klebt. Chantique gelingt es, ihn damit ein Stück weit zu brechen und seine Freundschaft zu Jarael zu unterminieren. Und als wäre das noch nicht genug, verlegt die Feuertaufe anschließend ihren Stützpunkt, womit die Suche wieder bei null anfängt. Im Prinzip endet dieser Part in jeder Hinsicht mit einer Niederlage für die Protagonisten.

Rein optisch ist er wieder deutlich ansprechender als das letzte Kapitel. Die Formen sind weicher, was vor allem daran liegt, dass die Tusche nicht so dick aufgetragen wurde. Zuweilen hätte sie sogar etwas kräftiger sein können, denn manche Bilder wirken fast schon unfertig. Zumindest sind die Charaktere alle wiederzuerkennen. Selbiges gilt nicht für die Heiße Aussichten oder vielmehr Hot Prospect, die um einiges flacher und schnittiger ist als zuvor. Man könnte fast meinen, Slyssk hätte schon wieder ein neues Schiff stibitzt.

Die Farbgebung läuft derweil wieder zur Höchstform auf. Insbesondere der Lichteinfall und die Schatten sind gut gelungen. Der siebte Band schließt also mit einem inhaltlichen wie grafischen Highlight.

Fazit

Der Handlungsstrang um die Feuertaufe kommt mit diesem Band so richtig in Schwung. Der übergeordnete Titel Geheimnis vergangener Tage ist dabei gut gewählt. Die vergangenen Tage betreffen sowohl Jaraels Leben als auch das goldene Zeitalter der Sith. Diese sind allerdings nur indirekt involviert und auch die Jedi rücken in den Hintergrund. Jarael steht nun vollends im Mittelpunkt. Erschienen ist Geheimnis vergangener Tage  u. a. als hochwertiger Hardcover-Band mit der Nr. 109 in der Star Wars Comic-Kollektion.

Info

Autor: John Jackson Miller
Zeichner: Ron Chan, Bong Dazo & Brian Ching
Farben: Michael Atiyeh
Verlag: Panini
Sonstige Informationen: Produktseite

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Warpskala

Warpskala
8 10 0 1
  • Story 1
    9/10
  • Zeichenstil 1
    6/10
  • Koloration 1
    6/10
  • Story 2
    10/10
  • Zeichenstil 2
    6/10
  • Koloration 2
    7/10
  • Story 3
    10/10
  • Zeichenstil 3
    7/10
  • Koloration 3
    9/10
8/10
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