Review: Star Wars – Legacy: Skywalkers Erbe

Lesezeit circa: 7 Minuten

126 Jahre nach der Rückkehr der Jedi-Ritter übernehmen die Sith in Skywalkers Erbe erneut die Macht in der Galaxis. Die einzige Hoffnung ist der letzte Skywalker Cade.

Legacy: Skywalkers ErbeDie Handlung

Rund ein Jahrhundert, nachdem Luke Skywalker den Jedi-Orden wieder aufgebaut hat, wird dieser auf Ossus von den Sith angegriffen. Kol Skywalker findet dabei den Tod, während sein Sohn Cade zusammen mit Shado und Meister Sazen entkommen kann. In einer Raumschlacht wird Cade von den anderen getrennt und scheinbar abgeschossen.

Zeitgleich kommt es auf Coruscant zu einem Sith-Putsch. Der gemäßigte Imperator Roan Fel, dessen neues Imperium lange Zeit mit der Galaktischen Allianz koexistiert hat, wird von Darth Krayt gestürzt und flieht mit seinen imperialen Rittern nach Bastion. Nicht wenige halten Fel die Treue und seine machtsensitiven Ritter können sich durchaus mit einigen der Sith messen. Von denen gibt es eine wachsende Zahl, da Krayt die Regel der Zwei aufgehoben hat. Außerdem haben sich einige Imperiale gegen Fel verschworen, darunter der machthungrige Großadmiral Morlisch Veed und scheinbar auch dessen Geliebte Nyna Calixte, welche den imperialen Geheimdienst kontrolliert.

Sieben Jahre später werden immer noch wenige überlebende Jedi von den Sith gejagt. Auch Cade Skywalker lebt noch, ist jedoch weit von seinem Pfad abgekommen. Er wurde vom Piraten Rav im All treibend gefunden und aufgezogen. Zusammen mit seinen neuen Freunden Jariah Syn und Delilah Blue schlägt er sich mit Kopfgeldaufträgen und Schmuggel durchs Leben. Sein Raumschiff Mynock hat ebenso wie er selbst schon bessere Zeiten gesehen.

Seine Jedi-Ausbildung hat Cade längst verdrängt und er begnügt sich mit einem einfachen Leben. Die einzigen Dinge, die ihn reizen, sind seine Freundin Blue und die nächste Dosis Killersticks. Für Letztere holt er sich auch schon mal das Kopfgeld für einen Jedi ab. Durch eine Verkettung von schicksalhaften Fügungen kommt er erneut mit seinem einstigen Meister Sazen und Shado sowie Roan Fels Tochter Marasiah in Kontakt. Obendrein plagt ihn der Geist seines Ahnen Luke Skywalker, der ihn zur hellen Seite der Macht bekehren möchte.

Darth Krayt wird derweil von den Geistern früherer Sith-Lords heimgesucht, die ihn nicht als ihresgleichen anerkennen. Seine Gesundheit leidet zudem unter dem Befall von Yuuzhan-Vong-Sporen, die seinen Körper langsam verzehren. Dennoch trachtet er weiter nach der absoluten Herrschaft, um alle Sith vor ihm zu übertrumpfen. Er schickt seine treusten Untergebenen Darth Talon und Darth Nihl aus, die Jedi zu vernichten und Roan Fels Tochter gefangen zu nehmen, um den zweiten Imperator neben ihm in die Knie zu zwingen.

Auf Vendaxa kommt es zum Showdown, bei dem Cades Freunde, einschließlich Sazen und Shado sowie die imperialen Ritter, entkommen können. Darth Krayt erfährt allerdings vom Überleben Skywalkers und hofft, dessen Kräfte für sich nutzen zu können. Das Abenteuer hat gerade erst begonnen.

Die Bonusgeschichte Sturmtruppler vs. Sturmtruppler zeigt die grausamen Konsequenzen der Spaltung des Imperiums. Die Truppen unter dem Kommando von Darth Maleval werden gezwungen, ihre einstigen Kameraden, die Roan Fel weiterhin treu ergeben sind, gnadenlos als Verräter abzuschlachten. Dabei sind eigentlich sie die Verräter, da sie die Sith-Putschisten unterstützen.

Rezension von Legacy: Skywalkers Erbe

Die Legacy-Reihe zeigt, wie sich Star Wars hätte entwickeln können, wenn Disney nicht Lucasfilms aufgekauft hätte. Luke Skywalker hatte Nachkommen, von denen Cade genauso wie Ben Solo abtrünnig und offen für die dunkle Seite der Macht ist. Im Gegensatz zu Kylo Ren ist Cade jedoch kein durchgeknallter Psychopath, sondern eine gescheiterte Existenz. Er tut schlimme Dinge, weil er sie tun muss, um zu überleben, nicht weil er böse ist. Obendrein ist er drogenabhängig, wobei ihm die Killersticks helfen, seine unwillkommene Verbindung zur Macht zu trennen.

Seine Freunde Syn und Blue sind ebenfalls Ganoven, halten jedoch zusammen und haben einen weichen Kern. Sazen und Shado sind dagegen typische Jedi, die Cade wieder auf den richtigen Pfad bringen möchten. Die imperialen Ritter sind ihnen gar nicht so unähnlich, haben sie doch einen strikten Ehrenkodex und kämpfen für das in ihren Augen Gute. Das Einzige, was sie von den Jedi unterscheidet, ist ihre Treue zum Imperator Roan Fel. Dieser ist zwar durchaus machtbewusst, aber kein Sith und damit auch kein Erzbösewicht.

Der wirkliche Feind ist Darth Krayt und dessen neuer Sith-Orden. Krayt macht schon optisch weit mehr her als Snoke und ist zudem weitaus facettenreicher. Während sich Snoke als Marionette des geklonten Palpatine herausstellt, ist Krayt ein eigenständiger Charakter mit Stärken und Schwächen. An seiner Seite stehen gleich mehrere Sith sowie hochrangige Imperiale, die allesamt eigene Charakteristika aufweisen. All das macht die Legacy-Reihe inhaltlich um Welten besser als die letzte Kino-Trilogie. Außerdem sehen die Sturmtruppler noch aus wie vor 130 Jahren und haben keine Helme mit Donald Duck-Schnäbeln.

Wer sich die Legacy-Comics vorgenommen hat, sollte vorab allerdings die Invasion-Reihe gelesen haben. So wird u. a. erwähnt, dass sich Coruscants Umlaufbahn durch den Yuzhaan-Vong-Krieg verschoben hat, und die außergalaktischen Invasoren werden im Verlauf der Legacy-Reihe noch eine größere Rolle spielen. Das erweiterte Universum baut sehr stark aufeinander auf, was es umso bedauerlicher macht, dass es durch die Disney-Trilogie einfach hinfort gefegt wurde.

Der Zeichenstil des ersten Legacy-Bandes wird der ausgefeilten Handlung mehr als gerecht. Die Detailtiefe ist atemberaubend und die neuen Charaktere haben durchgehenden Wiedererkennungswert. Insbesondere Cade Skywalkers Rüstung sowie der finstere Darth Krayt haben eine nachhaltige Präsenz. Die restlichen Sith haben zwar einen überwiegend durchgehenden Look, der an Darth Maul erinnert, sind jedoch individuell genug, um sie auseinanderhalten zu können. Darth Nihl sticht dabei besonders hervor und könnte rein optisch glatt in einer Black-Metal-Band mitspielen. Etwas gewöhnungsbedürftig sind die neuen Tie-Jäger, aber insgesamt sind auch die Raumschiffe absolut gelungen. Insbesondere die rostige Mynock hat ein einprägsames Aussehen.

Ergänzt wird die Optik durch eine wunderbare Koloration, die durch ihre gelungenen Glanz- und Lichteffekte fast schon fotorealistisch wirkt. Für diesen Comic braucht man durchaus etwas länger, weil es so viel fürs Auge zu entdecken gibt. Lediglich die Bonusgeschichte Sturmtruppler vs. Sturmtruppler fällt durch einen erheblich schlichteren Zeichenstil sowie eine geringere Farbpalette aus dem Rahmen. Sie gehört jedoch nicht zur Haupthandlung und sollte daher nicht in die Gesamtwertung einfließen. Um einen Eindruck zu vermitteln, was der Sith-Putsch in der Konsequenz für die einfachen Soldaten bedeutet, taugt die Kurzgeschichte allemal.

Fazit

Der Auftakt der Legacy-Reihe ist rundum gelungen. Die spannende Handlung wird von interessanten Charakteren getragen. Optisch ist der Comic perfekt. Wirklich schade, dass die Reihe nicht verfilmt wurde. Erschienen ist Band 1 Skywalkers Erbe u. a. als hochwertige Hardcover-Ausgabe mit der Nr. 36 in der Star Wars-Comickollektion.

Bewertung: 15/15

Text: John Ostrander & Jan Duursema
Zeichnungen: Jan Duursema & Travel Foreman
Farben: Brad Anderson
Verlag: Panini
Sonstige Informationen:

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