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Deena Shan und Roons Sewell sind eher unbekannte Namen, doch auch sie leisten Großes für die Rebellion.

Handlungen

Deena Shan überlegt, die Rebellen-Allianz zu verlassen, da sie glaubt, sie leiste keinen ausreichenden Beitrag. Neben den großen Helden der Rebellion fühlt sie sich klein und unbedeutend. Doch dann verschlägt der Zufallssprung, mit dem die Rebell 1 aus der letzten Schlacht mit dem Imperium geflohen ist, die Crew in den Orbit der Bannistar-Station. Es bietet sich die Gelegenheit, ein wichtiges Treibstoffdepot des Imperiums zu sabotieren, was ein heftiger Schlag wäre.

Während die Zivilisten von Bord gehen und sich die Sabotageteams auf den Weg machen, startet Tungo Li mit einer Kerncrew ein Ablenkungsmanöver. Er und seine Leute opfern sich selbst, indem sie den Antrieb des Kreuzers überladen, um wenigstens eine imperiale Fregatte mit in den Tod zu reißen. Auf dem Planeten teilen sich derweil die Saboteure in Teams auf. Luke und Deena sollen das Feuerlöschsystem unbrauchbar machen, Leia will mit Able die Tanks sprengen, und Basso soll mit seiner Crew die Kommunikation ausschalten, damit das Imperium keine Verstärkung rufen kann.

Der imperiale Kommandant D’Vox erwartet jedoch bereits, dass seine Station infiltriert wird. Leia, Able und Luke werden verhaftet, zahlreiche andere getötet. Einzig Basso und Deena können untertauchen. Ersterer organisiert ein Fluchtshuttle, während Deena das Feuerlöschsystem herunterfährt. Dabei wird sie jedoch von D’Vox’ Untergebenem Rishyk erwischt, der etwas Spaß mit ihr haben will, bevor er sie hinrichtet. Mit einer Handvoll Granaten kann sie Rishyks Sturmtruppen ausschalten und ihm entkommen.

Deena gelingt es, bis auf einen der großen Treibstofftanks zu flüchten, doch von dort aus geht es nicht mehr weiter. Bevor Rishyk sie stellen kann, wirft sie ihre letzte Granate, die in der Treibstoffzuleitung eines Sternenzerstörers landet, der gerade unter ihr betankt wird. Die folgende Explosion zerstört sowohl den Kreuzer als auch einen Großteil der Bannistar-Station. Die Gefangenen nutzen die Ablenkung, um zu entkommen, lassen jedoch D’Vox am Leben, der die Flotte alarmieren kann.

Zum Glück ist eine Staffel B-Wings von der Heimat 1 unterwegs, um die Überlebenden rauszuhauen. Auch Deena kann gerettet werden und hat sich mit ihrer Aktion großen Respekt verdient. Da sie nun ebenfalls eine Heldin der Rebellion ist, entschließt sie sich, zu bleiben.

In der zweiten Story Helden der Rebellion erzählt General Jan Dodonna die Lebensgeschichte seines Kollegen General Roons Sewell auf dessen Trauerfeier nach. Sewell wurde auf einer rückständigen Welt geboren und litt schon als Kind unter der Tyrannei älterer Jugendlicher. Doch ebenso früh setzte er sich bereits gegen selbige zur Wehr.

Später war er Mitglied einer Theatergruppe, die Stücke gegen Tyrannei aufführte. Obwohl es sich um alte Klassiker seiner Heimatwelt handelte, betrachtete das Imperium die Stücke als subversiv und unterband ihre Aufführung. Das Theater wurde niedergebrannt und dabei Roons’ Freundin Masla erschossen. Er schloss sich einer Widerstandsbewegung an, die später den Planeten verlassen und sich wiederum der Rebellen-Allianz anschließen sollte.

Auf einer Mission befreite er Dodonna aus den Klauen des Imperiums, wobei Dodonnas taktisches Geschick im Gegenzug Sewells Lebens rettete. Da seinen Kameraden nicht alles über seine Vergangenheit bekannt war, wirkte Roons’ Verhalten zuweilen recht seltsam, wenn er z.B. Jagd auf Nagetiere machte oder im Kampf „Masla!“ rief. Er opferte sich während einer Mission, um einen erbeuteten Transporter voll mit wertvoller Fracht zu schützen.

Rezension von Rebellion: Nadelstiche

Ebenso wie das Bauernopfer knüpft Nadelstiche direkt an Mein Bruder, mein Feind! an, wobei der Fokus auf die Rebellen zurück gelenkt wird. Allerdings stehen diesmal nicht Luke und Leia im Zentrum, sondern Deena Shan, die von Selbstzweifeln zerfressen ist und sich wie das fünfte Rad am Wagen fühlt. Im Verlauf der Handlung wird aus dem Mauerblümchen jedoch eine Heldin der Rebellion. Als sie von Luke getrennt wird, steht sie noch kurz davor, zu resignieren, doch am Ende rafft sie sich auf und landet einen ähnlichen Glückstreffer, wie zuvor Skywalker beim Todesstern.

Die Geschichte an sich ist stark und spannend erzählt, allerdings gibt es auch ein paar Kritikpunkte. So begehen die Saboteure gleich mehrere haarsträubende Fehler. Statt die Teams vor dem Einsatz zu briefen, teilt Leia die Aufgaben nach dem Start per Funk ein. Funk kann natürlich abgehört werden und so ist der Stationskommandant D’Vox auf das Eintreffen der Rebellen vorbereitet, was einige Leben und fast auch den Erfolg der Mission kostet.

Als sich Luke und Leia dann aus der Gefangenschaft befreien, halten sie den Klonsoldaten Able davon ab, D’Vox zu erschießen. Dieser erhebt daraufhin die Waffe gegen die Flüchtenden und Luke muss ihm den Arm abhacken, um sich und die anderen zu retten. Statt es endlich zu Ende zu bringen, verschont Luke abermals D’Vox’ Leben und lässt damit einen rachsüchtigen Mann zurück, der natürlich sofort die imperiale Flotte informiert, dass ein paar Rebellen mit einem gestohlenen Shuttle unterwegs sind.

Unterdessen debattiert auf der Heimat 1 Admiral Ackbar ewig mit einer Handvoll Freiwilliger über die Erfolgsaussichten einer Rettungsmission. Zunächst möchte er sie sogar untersagen, doch der Staffelkommandant Netrem Pollard besteht darauf, dass seine Leute ausreichend Erfahrung mit den neuen B-Wings haben. Kaum hat er Ackbar überzeugt, kommt Nera Dantels daher, die wiederum ihn überzeugen muss, an der Mission teilnehmen zu dürfen. Immerhin hat sie Biggs Darklighter vor dessen Tod versprochen, auf Luke aufzupassen. Das alles kostet wertvolle Zeit.

Zwar kommt das Rettungskommando gerade rechtzeitig bei der Bannistar-Station an, doch wie glaubwürdig ist es, dass gerade einmal vier B-Wings und eine gestohlene Lambda-Fähre sich gegen eine ganze Flotte Sternenzerstörer mit unzähligen Geschwadern TIE-Jäger behaupten können? Es fällt dabei kaum ins Gewicht, dass Deena einen Sternenzerstörer vernichtet hat und in dem folgenden Chaos zwei weitere Kreuzer ineinander gekracht sind. Der Orbit war voll mit imperialen Großkampfschiffen!

Ebenso darf an der Bedeutung des Sieges der Rebellen gezweifelt werden. Zwar wurde ein Treibstoffdepot völlig zerstört, doch sind im Hintergrund noch mindestens drei weitere zu sehen. Die Nachschubversorgung des Imperiums dürfte damit also nicht zusammenbrechen, sondern höchstens etwas in Rückstand geraten. Zudem hat sich Tungo Li völlig sinnlos geopfert, um gerade mal eine einzige Nebulon-B-Fregatte des Imperiums auszuschalten. Das hätten auch die Handvoll Offiziere niederen Ranges allein erledigen können. Der Cyborg war mit seinen Fähigkeiten viel zu wertvoll für die Allianz, um bei diesem Selbstmordkommando an Bord zu bleiben.

Gerettet und auch maßgeblich getragen wird die Story von Deena Shan, die in dieser Geschichte wirklich glänzen kann. Einzig ihr Versuch, den imperialen Offizier Rishyk vor dem Sturz in den Tod zu retten, ist nicht ganz nachvollziehbar. Immerhin wollte er sie vergewaltigen und töten. Die Szene erinnert außerdem etwas an Captain Kirks Kampf gegen den Klingonen Kruge auf dem untergehenden Genesis-Planeten. Auch Deena reicht ihrem Kontrahenten die Hand, der sie aus Dankbarkeit jedoch mit in den Abgrund reißen will. Das Ganze endet mit einem verdienten Tritt ins Gesicht, während rundherum alles in Flammen aufgeht.

Optisch ist das Ganze mittelprächtig umgesetzt. Der Einstieg sieht noch toll aus und vor allem die Raumschiffe können weitestgehend überzeugen. Wobei zumindest die Sternenzerstörer ein paar mehr Oberflächendetails hätten vertragen können. Die Umgebungen sind ebenfalls okay und sorgen für das richtige Ambiente.

Was gar nicht geht, sind die Charaktere. Luke und Leia sowie gegen Ende Han Solo sind kaum wiederzuerkennen. Sie wirken allesamt viel zu alt und ihre Gesichter sind fast immer zur Faust geballt. Zuweilen sehen sie aus wie Mitglieder einer Straßengang, deren Köpfe über Jahrzehnte zu viel einstecken mussten. Tungo Li, der schon im vorletzten Band ständig seine Gestalt gewandelt hat, wirkt hier noch einmal um wenigstens ein Jahrhundert gealtert. Einzig Admiral Ackbar und Nera Dantels sind gut getroffen und Deena sah ebenfalls schon schlimmer aus. Zu Beginn gibt es dann noch ein paar Probleme mit verkrampft wirkenden Gesten, was sich aber später zum Glück bessert.

Die Koloration rangiert ebenfalls im guten Mittelfeld. Die Farbverläufe auf den Figuren gehen halbwegs mit der Form und es gibt ein paar Glanzeffekte. Im Hintergrund sind die Verläufe dagegen oft sehr geradlinig. Gleiches gilt für die Sternenzerstörer, die dadurch unnatürlich wirken. Das ist ärgerlich, da die Farbverläufe auf dem ersten Bild der Rebell 1 noch sehr natürlich mit der Form gehen. Immerhin die Leuchteffekte können sich aber sehen lassen, allen voran Explosionen. Das Leuchten der Sterne und die Nebelschleier im All sind ebenso gelungen.

Rezension von Helden der Rebellion

Geschichte Nummer zwei führt zurück in die Zeit vor der Schlacht von Yavin, denn genau auf diesem Mond findet die Trauerzeremonie für General Roons Sewell statt. Sein Leben wird im Rückblick erzählt, allerdings stammt nicht alles aus Jan Dodonnas Grabrede, denn einige Details weiß auch er nicht oder lässt sie aus Respekt aus. Sewell hatte nämlich auch eine finstere Seite.

Der Verstorbene war nicht nur streitlustig, sondern extrem rachsüchtig. Als er im Kindesalter von einer Jugendgang krankenhausreif geschlagen wird, stellt er ihnen eine tödliche Falle, in der sie aufgespießt werden. Anschließend verscharrt er die Leichen und tut so, als wäre nichts geschehen. Die Raufbolde waren vielleicht Mistkerle, aber wer weiß, wie sie sich entwickelt hätten. Was Sewell ihnen antut, ist jedenfalls nicht besser, sondern sogar schlimmer – es ist Mord! Er hätte die Typen einfach meiden können. Außerdem gab es ja auch Menschen, die gut zu ihm waren, und scheinbar ist die medizinische Versorgung auf dem Planeten gratis, denn als Straßenkind war er weder krankenversichert, noch hatte er Geld.

Der Rachemord an den Imperialen, die Jahre später seine Freundin Masla töten, ist schon nachvollziehbarer. Immerhin tyrannisiert das Imperium den gesamten Planeten und da ist Widerstand legitim. Die genauen Umstände hat Roons seinen Rebellenfreunden wohl nie erzählt, denn die wissen nicht, warum er im Kampf gegen das Imperium immer „Masla!“ ruft. Ebenso wenig wissen sie, warum er solch eine Abscheu gegenüber Nagetieren hat. Die wollten einst nicht nur ihn anknabbern, sondern ebenso die Leiche seiner Geliebten.

Bei der Rebellen-Allianz ist er trotz seiner schwierigen Art schnell bis zum General aufgestiegen und war dabei noch deutlich jünger als Jan Dodonna, der als Captain zur Allianz gestoßen ist. Sein früher Tod ist eigentlich unnötig, da die Rebellen sich mit ihrem Y-Wing-Geschwader und dem erbeuteten Transporter in einem Asteroidenfeld versteckt haben. Dodonna rät ihm, einfach abzuwarten, bis die Imperialen aufgeben und sie für tot halten. Stattdessen nimmt Roons alle drei Y-Wings und koppelt sie aneinander, um den TIE-Jägern eine Show zu liefern. Damit zerstört er nicht nur teures Material, sondern opfert auch sich selbst völlig ohne Not. Und das für nur einen zerstörten TIE-Jäger.

Der Zeichenstil ist ganz okay, wobei vor allem die Umgebungen überzeugen können. Roons Sewells Heimatwelt hat eine interessante Architektur und auch die Raumschiffe bieten mit ihren Konsolen viel fürs Auge. Die Charaktere sind recht gelungen, wirken allerdings etwas kantig. Die Hände haben bis auf zwei kleine Ausnahmen natürlich wirkende Fingerstellungen und der Faltenwurf der Kleidung sieht gut aus. An der Farbgebung gibt es eigentlich nichts auszusetzen, die wirkt sehr natürlich und spart nicht mit Leuchteffekten.

Fazit

Beide Geschichten sind durchaus lesenswert, jedoch treffen einige Charaktere zuweilen sehr unlogische und extreme Entscheidungen. Während Luke, Leia und Deena ihren Gegnern gegenüber zu oft Milde walten lassen und sich dadurch selbst gefährden, ist Roons Sewell schon wieder viel zu kaltblütig und grausam. Grafisch befinden sich die Storys im guten Mittelfeld. Erschienen ist Rebellion: Nadelstiche u. a. als hochwertiger Hardcover-Band mit der Nr. 71 in der Star Wars Comic-Kollektion.

Chronologische Übersicht

Storytechnisch gehören die Reihen Imperium und Rebellion zusammen, doch die Veröffentlichung innerhalb der Comic-Kollektion ist wieder einmal nicht ganz chronologisch. Einige Geschichten sind in der ursprünglichen Heftform aber durchaus in verschiedenen Zeiten angesiedelt. Nur durch die Haupthandlung verläuft ein roter Faden. Hier die halbwegs korrekte Abfolge der Ereignisse:

  • Band 22: Imperium: Hochverrat
  • Band 71: Helden der Rebellion (Rebellion: Nadelstiche)
  • Band 16: Prinzessin … Kriegerin (Imperium: Das Herz der Rebellion)
  • Band 15: Imperium: Darklighter
  • Band 2: Eine neue Hoffnung
  • Band 16: Ein kleines Stück Heimat (Imperium: Das Herz der Rebellion)
  • Band 16: gemeinsam einsam (Imperium: Das Herz der Rebellion)
  • Band 19: Imperium: Im Schatten des Vaters
  • Band 30: Imperium: Auf der falschen Seite des Krieges
  • Band 4: Mein Bruder, mein Feind!
  • Band 67: Rebellion: Das Bauernopfer
  • Band 71: Rebellion: Nadelstiche

Info

Autoren: Jeremy Barlow & Paul Chadwick
Zeichner: Colin Wilson & Tomás Giorello
Farben: Will Glass & Joe Wayne
Verlag: Panini
Sonstige Informationen: Produktseite

 

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  • Story 1
    7/10
  • Zeichenstil 1
    6/10
  • Koloration 1
    7/10
  • Story 2
    6/10
  • Zeichenstil 2
    8/10
  • Koloration 2
    9/10
7/10
Total Score
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