Review: The Last Journey – Die letzte Reise der Menschheit (2020)

Lesezeit circa: 5 Minuten

The Last Journey oder Die letzte Reise der Menschheit ist ein Film von Romain Quirot aus dem Jahr 2020.

In naher Zukunft: Die Sonne ist erloschen. Ein geheimnisvoller roter Mond liefert den Menschen überlebenswichtige Energie, um auf der Erde weiterexistieren zu können. Als er plötzlich seinen Kurs ändert und direkt auf die Erde zusteuert, droht er, die gesamte Menschheit auszulöschen. Der einzige, der in der Lage ist, die Apokalypse zu verhindern, ist der begabteste Astronaut seiner Zeit: Paul W.R. (Hugo Becker). Doch kurz vor Start der Mission verschwindet Paul spurlos. Unerbittlich von den verzweifelten Menschen gejagt, kreuzt Paul den Weg von Elma (Lya Oussadit-Lessert), einem Teenager mit explosivem Temperament, die ihn auf seiner Flucht begleitet.

Rezension

Eines vorweg: Beim Betrachten des Filmes sollte man wissenschaftliche Fakten ignorieren können. Dieser Film steht zwar unter Science-Fiction, ist aber eigentlich eher Fantasy. Hat man das erstmal realisiert, macht The Last Journey – Die letzte Reise der Menschheit durchaus Laune.

The Last Journey - Die letzte Reise der Menschheit

Und das, obwohl der Plot erstmal relativ Standard ist. Die Menschheit hat den Planeten runtergewirtschaftet, da taucht auf einmal ein neuer Mond auf. Dieser versorgt die Erde mit Energie, was allerdings nicht lange andauert. Aus dem Hoffnungsträger wird die größte Bedrohung, denn er droht, auf die Erde zu stürzen. Bisherige Versuche, dies zu verhindern schlugen fehl. Nur Paul W.R. kann dies verhindern, aber er flieht lieber vor seiner Aufgabe. Genau dort fängt der Film an, den Hintergrund erfahren wir zum einen durch Rückblicke in seine Kindheit und zum anderen durch Beiträge im Fernsehen. Offenbar ist er auf der Suche nach einem Ort, der noch nicht verwüstet ist.

Sieht ordentlich aus

Und seine Suche ist grandios inszeniert. Der rote Mond ist in vielen Einstellungen regelrecht gigantisch im Bild zu sehen, was die Bedrohung durch ihn greifbar macht. Die Fahrt mit dem Hover-PKW folgt grandiosen Schauwerten wie umgestürzten Riesenrädern, abgestürzten Flugzeugen oder gekenterten Schiffen in der Wüste. Die gesamte Welt ist kaputt und die Menschen eben so. Die Polizei hat schon mehr vom Militär, als von Ordnungshütern. Romain Quirot, der hier seinen ersten abendfüllenden Film inszeniert, erzählt eine Geschichte über die Fantasie, die nur auf den ersten Blick etwas mit Sci-Fi zu tun hat, denn er packt seine Familientragödie in ein futuristisches Setting, aber schon wie in vielen anderen Filme vor diesem dient dies nur als Vehikel für die Story.

The Last Journey - Die letzte Reise der Menschheit

Die ist zugegeben kein Meilenstein und bleibt meistens recht oberflächlich und stellenweise auch unlogisch. Das Ensemble der Schauspieler transportiert dabei die einzelnen Charaktere glaubwürdig, allen voran Paul Hamy, der Elliot, den Bruder von Paul, mimt. Diesem nimmt man den leicht psychopathischen Touch jederzeit ab. Einzig der Soundtrack ist für meinen Geschmack ein zu großer Kontrast. Man wollte wohl einen deutlichen Unterschied von Gesehenem und Gehörtem präsentieren, mich hat das aber rausgeholt – einzig Kim Wildes Cambodia zu Beginn des Filmes war irgendwie passend, aber der Song an sich ist auch so ein Kontrast, dreht sich doch der Text um die Bombardierung Kambodschas im Vietnamkrieg und wird von Synthiepop begleitet.

„Fantasie ist gefährlich, denn sie erschafft Dinge, die es gar nicht gibt.“ Das ist eine der Lektionen von Pauls Vater Henry (Jean Reno). Er stempelt die Visionen seines Sohnes und seine Recherchen als Auswüchse kindlicher Fantasie ab. Und auch dem Protagonisten kommen Zweifel daran, ob er nicht einfach nur verrückt ist.

The Last Journey - Die letzte Reise der Menschheit

Fazit

Wer nach der Lektüre meiner Review meint, hier erwartet uns ein mittelprächtiger Film, dem möchte ich sagen, dass dem nicht so ist. Ja, der Film hat seine Schwächen, manche Sachen wirken aufgesetzt und andere sind ein wenig drüber. Aber man kann trotzdem seine Freude damit haben, wenn man sich darauf einlässt. In für heutigen Verhältnissen schon richtig kurzen 83 bzw. 87 Minuten, gelingt kurzweilige Unterhaltung, die zumindest für einen Abend Gesprächsstoff bietet. Gelungener Erstling mit tollen Schauwerten, wohl dosierter Action und einer nicht zu aufdringlichen Meta-Ebene.

The Last Journey – Die letzte Reise der Menschheit ist seit dem 16.9. digital und seit dem 30.09.2021 auf DVD und BluRay erhältlich.


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