Review: The Witcher 004 – Bankette, Bastarde und Begräbnisse

Lesezeit circa: 6 Minuten

Eine Gattensuche bereitet Geralt in Bankette, Bastarde und Begräbnisse Kopfzerbrechen.

Wenn das Essen nur Ärger macht

Rittersporn  (Joey Batey) „überredet“ Geralt (Henry Cavill), ihn als sein Leibwächter zu einem Bankett nach Cintra zu begleiten. Die dortige Königin Calanthe (Jodhi May) will ihre Tochter Pavetta (Gaia Mondadori) vermählen und dieses Festmahl dient als Schaulaufen der möglichen Bräutigame. Doch es kommt anders als gedacht, als ein weiterer potentieller Ehemann auftaucht, mit dem niemand gerechnet hatte. Und auf einmal geht es um ausgewählte Schicksale und ein uraltes Recht.

Die Zauberin Yennefer  (Anya Chalotra) begleitet Königin Kalis von Lyria (Isobel Laidler) und deren neugeborene Tochter, als ein magischer Attentäter auftaucht, der die Begleitsoldaten umbringt. Yennefer, die Königin und das Baby können fliehen. Doch der Assassine ist ihnen dicht auf den Versen.

Ciri (Freya Allan) ist im Wald von Brokilon, wo die dortigen Dryaden sie empfangen. Sie soll ein besonderes Wasser trinken, dass sie umbringen wird, falls sie Übles vorhat. Doch zuvor enthüllt sie ihrem Begleiter ihre wahre Herkunft.

Bankette, Bastarde und Begräbnisse

Die Leere verschwindet

Bankette, Bastarde und Begräbnisse ist keine Folge, die Bewegung in alle drei Plots reinbringt. Die Story von Ciri bewegt sich höchstens nur marginal vorwärts, derweil die von Yennefer auf der Stelle tritt. Und doch ist dies eine wichtige Episode, weil eben die Geralt-Handlung endlich in Verbindung zu früheren Ereignissen gebracht wird, wodurch seine Erlebnisse nicht mehr im luftleeren Raum stattfinden.

Genauer gesagt gibt es hier ein Wiedersehen mit dem Königreich Cintra aus der allerersten Witcher-Folge Des Endes Anfang. Wobei die Geschehnisse, die hier geschildert werden, zeitlich vor den Vorkommnissen aus der ersten Episode stattfinden. Ciri ist noch nicht geboren und man krieg stattdessen mit, wie sich ihre Eltern miteinander vermählen. Auch die Verbindung zwischen der aktuell flüchtigen Tochter und Geralt wird hier aufgebaut.

Dabei lässt sich Bankette, Bastarde und Begräbnisse Zeit, diese Verbindungen zu erstellen. Zeit, die vor allem mit vielen herrlichen zwischenmenschlichen Momenten gefüllt wird, wie beispielsweise, als Geralt den Barden Rittersporn rettet. Oder als er sich als ein ungewöhnlicher Diplomat erweist, der es schafft, dass in einem Streitgespräch allen Parteien das Gefühl haben, recht zu haben.

Ein spektakuläres Gefecht

Kein Wunder also, dass Königin Calenthe ihn für ihre Zwecke einspannen will. Hier ist es interessant zu sehen, wie diese Herrscherin auf dem Höhepunkt ihrer Macht war. Als sie sowohl auf dem Schlachtfeld als auch im adeligen Miteinander die Oberhand hatte. Und gleichzeitig werden hier ebenso die Saat für ihren späteren Untergang gesetzt, als ihre Tochter Pavetta sich in den den verfluchten Lord Urcheon (Bart Edwards) verliebt.

Die große Kampfszene in Bankette, Bastarde und Begräbnisse ist natürlich spektakulär inszeniert und beweist einmal mehr, dass der Hexer Geralt von Riva trotz all seiner Grimmigkeit weiß, ab wann es gilt, einen Unschuldigen zu beschützen. Das Gefecht hat zahlreiche Höhepunkte, wie etwa, als der Hexer den oberen Teil einer Langaxt abschlägt und Urcheon diesen dann verwendet. Es ist ein kleiner Augenschmaus für Actionfans.

Und doch ist es nur die Einleitung in den Moment, wo sich zeigt, dass Pavetta über dieselbe außergewöhnliche alte Macht verfügte, wie ihre Tochter Ciri. Und hier weicht die Folge von der Romanvorlage ab, da dieses Element dort nicht vorkam. Zugegeben, die The Witcher-Serie orientiert sich ohnehin schon sehr frei an den Büchern. Aber diese eine Szene fällt eben auf. Man hat das Gefühl, dass die Macher der Fernsehserie sie als optischen und dramatischen Höhepunkt eingebaut haben, um das Finale dieser Handlung einzuleiten. Am Ende ist es einfach nur ein nettes Schmankerl, aber nichts, was große Konsequenzen hat. Denn man weiß zu diesem Zeitpunkt ja schon, dass Ciri ebenfalls diese Macht besitzt und diese geerbt hat.

Bankette, Bastarde und Begräbnisse

Wenn es zu wenig Special Effects gibt

Auch ist es schade, dass in Bankette, Bastarde und Begräbnisse nicht gezeigt wird, wie sich Urcheon nach dem Bruch seines Fluches zurück in einen Menschen verwandelt. Dies fällt deshalb so auf, da die Reihe sonst in Sachen Optik und Special Effects keine Kosten und Mühen scheut.

Dafür versöhnt das Ende der Handlung, wo Henry Cavill erneut mit wenigen Worten und viel Körpersprache mehr aussagt, als sein verbal ziemlich begabter Freund Rittersporn. Dieses eine Wort „Scheiße“ zeigt sehr gut seinen Widerwillen, dass er jetzt doch ein Überraschungskind hat und wohl irgendwann zurück in das Königreich Cintra muss, um es zu holen. Was in ihm sichtlichen Widerwillen auslöst, hat er schließlich im Laufe der Folge mehr als nur einmal deutlich gemacht, wie wenig er von dem ganzen Geschehen hält und dass er sich in einer Rüstung und auf Monsterjagd wohler fühlt.

Bezüglich des Themas Optik und Special Effects gibt es davon in Bankette, Bastarde und Begräbnisse in den anderen beiden Plots mehr als genug  zu sehen. Man sieht detailliert und blutig, wie Königin Kalis und ihr Kind ums Leben kommen. Und es gibt bei der Ciri-Handlung eine beeindruckende Endszene.

Da kommt hoffentlich Großes

Und auch, wenn der Yennefer-Plot auf der Stelle tritt, erfüllt dieser dennoch sein wichtigstes Ziel: Er zeigt, dass die Magierin über den Verlust ihrer Fruchtbarkeit doch trauert. Und dass sie sich ihren Einsatz deutlich eindrucksvoller vorgestellt hat.

Und bei Ciri? Wird in Bankette, Bastarde und Begräbnisse anscheinend auf eine große Enthüllung hingearbeitet, die dann hoffentlich in der nächsten Folge stattfinden wird. Und es wird gezeigt, dass ihr die Verfolger immer noch dicht auf den Fersen sind, wobei sie sich einiger ungewöhnlicher Methoden bedienen, um ihr auf die Spur zu kommen. Hier wird die The Witcher-Serie übrigens sehr splatterhaft.

Es fällt schwer, ein endgültiges Urteil über Of Banquets, Bastards and Burials, wie die Folge auf Englisch heißt, zu fällen. Doch am Ende ist dies eine gute Episode, auch wenn einige Details nicht so gelungen sind.

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Götz Piesbergen
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