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Von Waffen, Wahrheiten und wundersamen Welten heißt es in der dritten The Witcher: Blood Origin-Episode.

Gottseidank beinahe vorbei

Die sechs Krieger können gerade noch so vor einem Monster aus einer anderen Welt zurück in die ihre fliehen. Dort treffen sie auf Meldof (Francesca Mills), die von ihrer geliebten Gwyn vorgewarnt wurde, dass sie Besuch kriegt. Bei einer Verschnaufpause überlegen sie, wie sie jetzt vorgehen sollen.

Klar ist, dass sie einen guten Plan brauchen, um an den Wachen der Kaiserin und dem Biest, das eine stete Bedrohung ist, vorbeizukommen. Letzteres verlangt allerdings ein Opfer. Denn niemand Normales kann gegen das Wesen vorgehen. Es benötigt jemanden, der bereit ist, sich einer schmerzhaften Prozedur zu unterziehen, die ihn verwandelt.

Mit Von Waffen, Wahrheiten und wundersamen Welten beginnt jetzt das Finale der The Witcher: Blood Origin-Reihe. Mit der nächsten Episode ist die Serie dann auch wieder vorbei. Gottseidank kann man da nur sagen. Denn diese Folge hat erneut nur wenige Highlights, dafür aber jede Menge Lowlights.

Zwei großartige Figuren

Grandios sind immer noch all die Szenen, in denen Meldof auftaucht. Die Zwergin hat einfach einen unglaublichen Charme, der durch ihre ruppige Freundlichkeit entsteht. Man amüsiert sich, wenn sie vor lauter Freude über eine Party im Sprung die Hacken zusammenschlägt. Und ist erstaunt, wie wehrhaft sie sein kann, mit welch Geschicklichkeit sie Feinde eliminiert, die deutlich größer sind als sie.

Auch Michelle Yeoh als Scían erhält in Von Waffen, Wahrheiten und wundersame Welten einige gute Momente, nachdem sie den überwiegenden Teil der letzten Folge ja mit dem Tode kämpfte. Aber dieses Mal sieht man, wieso so eine legendäre Kämpferin ist, weil sie es im großen Stil schafft, die Stärke eines Feindes in seine Schwäche umzuwandeln. Und das so, dass man zwar für einen Augenblick an ihrer Loyalität zweifelt, diese Zweifel aber dann am Ende beiseite gewischt werden.

Doch ansonsten gibt es nichts mehr Positives über diese Episode zu sagen. Im Gegenteil: Sie kann als abschreckendes Beispiel dafür dienen, wie man eine solche Fantasy-Serie eben nicht gestaltet. Dass es besser ist, am Ende den Zuschauer eben nicht für dumm zu verkaufen und zu erwarten, dass er alles schon akzeptieren wird.

Zufällige Zufälle sind zufälligst Zufall

Schon die ersten Minuten von Von Waffen, Wahrheiten und wundersame Welten sorgen dafür, dass man sich aufregt. Es fängt damit an, dass die bisherige Heldenmannschaft sich mit Mühe und Not vor einem Monster zurück in ihre Welt retten kann. Wo zufälligerweise Meldof auf sie wartet, weil ihr Hammer, ihre Gwyn, ihr mitteilte, dass da Leute kommen.

Also treffen die Helden zufälligerweise eine wichtige Person, die sich dann zufälligerweise am Ende ihrer Gruppe und ihrer Mission anschließt. Und die sich ebenso zufälligerweise als ganz nützlich herausstellt, weil sie zufälligerweise einen komfortablen Unterschlupf hat, mit Nahrung. Zufälle sind ja schön und gut, aber derart gehäuft verlieren sie an Wirkung.

Dann ist es in Von Waffen, Wahrheiten und wundersame Welten auch so, dass viele Charaktere ihre Intelligenz zu Gunsten des Plots eingebüßt haben. Der große Böse der Serie, der Magier Balor, findet heraus, dass der junge Magus Avallac’h für Kaiserin Merwyn gestohlen hat und konfrontiert sie. Er lässt die Monarchin dabei entkommen, weshalb sie Wachen herbeiholen kann, um Balor dazu zu bringen, sich zu ergeben.

Infos bitte en Masse droppen

Das Problem hierbei ist, dass man nie sieht, wie er den Diebstahl entdeckt hat und den Dieb verfolgt. Auf ein Mal ist er da und greift ihn an. Und dass er zulässt, dass die Kaiserin mit dem Buch fliehen kann, passt nicht so ganz zu seiner bislang intelligenten Darstellung.

Und bei den Helden von The Witcher: Blood Origin gibt es auf einmal in Von Waffen, Wahrheiten und wundersame Welten jede Menge persönliche Momente, in denen Beziehungen und Figuren ausgebaut werden. Das wäre ja für sich ganz nett, wenn es nicht teilweise Rieseninfodumps geben würde, wieso Charaktere jetzt untereinander wie in welchem Verhältnis stehen, was sich geändert hat und so. Das Alles wirkt sehr verkrampft und kann nicht überzeugen.

Auch spielt Huw Novellis Brother Death gefühlt keine Rolle. Er kriegt eine große Szene, wo er sich mit Meldof unterhält, ansonsten ist er bestenfalls schmückendes Beiwerk und kommt im Vergleich zu den anderen der Gruppe überhaupt nicht zur Geltung. Er ist da, weil es die Legende verlangt.

Vorhersagbar

Hinzu kommt auch noch, dass die Handlung von Von Waffen, Wahrheiten und wundersame Welten vor allem zum Ende hin sehr vorhersagbar wird. Man ahnt, wer sich ineinander verliebt, wer miteinander schläft und wer am Ende zum Protowitcher wird. Es ist einfach nur ärgerlich, wie viel Potential die Serie dadurch vergeudetet, weil die Handlung durch die fehlenden Folgen gestrafft werden musste.

Zum Glück ist dies die vorletzte Blood Origin-Episode.

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Warpskala

Warpskala
2 10 0 1
2/10
Total Score

Positiv

  • Meldof
  • Michelle Yeoh

Negativ

  • Jede Menge Zufälle
  • Immer wieder Infodumps
  • Brother Death gefühlt nur da
Götz Piesbergen
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