Review: TAS 017 – Das gestohlene Gehirnwellenmuster

Lesezeit circa: 6 Minuten

Das gestohlene Gehirnwellenmuster von Alar muss gefunden und zurückgegeben werden. Kirk und Spock gehen mit einer bunt gemischten Gruppe von Spezialisten auf die Suche.

Handlung

Ein ungewöhnlicher Auftrag erwartet die Crew der Enterprise. Captain Kirk und Mr. Spock beamen zum Treffpunkt und werden von Vedala erwartet. Die sogenannte Großseele der Skorr wurde entwendet, was zu Rassenunruhen geführt hat und in einen Jihad, einen heiligen Krieg, ausufern würde, sollte das Artefakt nicht zurückgeholt werden können. Mehrere Suchexpeditionen seien bereits verschollen.

Eine Gruppe aus Angehörigen der verschiedenen Spezies soll die Seele finden. Dabei sind Tchar, der Erbprinz der vogelartigen Skorr, der reptilartige Sord, das furchtsame Insektenwesen Em/3/Grün, das ein hochtalentierter Einbrecher ist, und die irdische Jägerin Lara, sowie Kirk und Spock. Die Zeit drängt, denn die Skorr können in kurzer Zeit eine gewaltige Armee aufstellen, gegen die die Galaxie keine Chance hätte. Zwar wissen die Skorr nicht, wer die Seele stahl, aber sie fühlen, wo sie sich befindet: auf einem sehr unwirtlichen, geologisch instabilen Planeten, auf dem zahlreiche Eruptionen, Beben und Temperaturschwankungen an der Tagesordnung sind.

Die Gruppe erhält ein Fahrzeug und begibt sich auf die Suche. Schon zu Beginn muss das Team sich vor Lavaströmen in Sicherheit bringen. Kurz darauf geraten alle in einen Schneesturm. Tchar, der hoch am Himmel fliegt, kann die Seele spüren. Dann stoßen sie auf ein tempelartiges Gebäude. Während Em/3/Grün das kompliziert gesicherte Schloss knackt, greifen mechanische Drachen an, die den Tempel bewachen. Tchar wird dabei gefangengenommen. Schließlich bekommt Em/3/Grün die Tür auf. Innen befindet sich die Seele, gesichert von einem Magnetfeld. Kirk, dem alles verdächtig vorkommt, äußert den Verdacht, Tchar könne ein Saboteur sein, da dieser aus sämtlichen Gefahren mühelos entkomme.

Tchar ist tatsächlich nicht am Auffinden der Seele interessiert und will sie weiterhin versteckt halten. Die Skorr seien durch sie und den Frieden verweichlicht. Er ist auch verantwortlich für den Tod der vorherigen Suchtruppen. Es kommt zu einem Kampf in der Schwerelosigkeit, nachdem Tchar die Schwerkraft neutralisiert hat. Da Kirk und Spock durch ihr Training mühelos in der Schwerelosigkeit zurechtkommen, können sie gegen Tchar standhalten. Kirk ergreift die Seele und gibt den Befehl zur Rückkehr. Auf Knopfdruck kehren alle zu den Velada zurück. Tchar soll von seinen Wahnideen geheilt werden. Zurück auf der Enterprise stellt sich heraus, dass Kirk und Spock nur zwei Minuten lang fort gewesen waren.

Rezension

Das gestohlene Gehirnwellenmuster thematisiert zum einen, welche Auswirkungen eine verblendete Sichtweise haben kann, und zum anderen, wie gut völlig unterschiedliche Personen und Spezies ein gemeinsames Ziel verfolgen und zusammenarbeiten können.

Tchar und die Großseele

Tchars Sichtweise ist nicht zwingend falsch oder völliger Unsinn. Natürlich darf er die Meinung vertreten, dass die Skorr sich von harten Kriegern zu verweichlichten Couch-Potatoes gewandelt haben. Gefährlich wird eine solche Meinung erst, wenn sie zum Fundament einer Anfeindung wird. Tchar ist so verbohrt, dass er nicht davor zurückschreckt, ein heiliges Artefakt seines Volkes zu stehlen, Suchexpeditionen zu sabotieren und dabei über Leichen zu gehen, um die Stimmung der Skorr aufzuheizen und einen Heiligen Krieg herbeizuführen. Er erhofft sich davon, dass die Skorr zu ihrem alten kriegerischen Sein zurückfinden. Sein regelrechter Wahn könnte also die Galaxie ins Unglück stürzen, denn die Skorr haben die Möglichkeit, unfassbar viele Nachkommen ausbrüten und damit eine unglaubliche Streitmacht aufstellen zu können. Aus diesem Grund muss die Seele dringend zurückgebracht werden.

Ich glaube jedoch kaum, dass Tchar all dies alleine angezettelt hat. Er muss Helfer gehabt haben. Eine Person alleine hat wenig Einfluss und braucht Helfer. Sicherlich wird es auch bei den Skorr Charaktere geben, die leicht beinflussbar sind und sich Tchars wahnhaften Vorhaben angeschlossen haben. Man kennt ähnliches längst aus unserer eigenen Geschichte.

Ein buntes Trüppchen

Diese Expedition setzt sich, im krassen Gegensatz zu Tchars rassistischen Überzeugungen, aus Angehörigen der verschiedensten Spezies an, um so ein sehr breites Spektrum an Können abzudecken. Unter den Mitgliedern befindet sich sogar ein Krimineller: Em/3/Grün ist beruflich Einbrecher, ein hochtalentierter Schlossknacker und gleichzeitig ängstlich und nicht sonderlich kräftig. Ganz im Gegensatz zum reptilartigen Sord, der aufgrund seiner körperlichen Eigenschaften fast einem Dinosaurier gleicht und mühelos schwere Lasten tragen kann. Darüber hinaus unterstützt die Jägerin Lara die Gruppe mit ihrem feinen Spürsinn, während Spock für Analysen zuständig ist und Kirk, ganz Kommandant, das Trüppchen anführen darf. Über allem schwebt, fast wie ein Damoklesschwert, der vogelartige Tchar.

Trotz aller Unterschiede, sei es körperliche oder moralische, arbeitet die Gruppe sehr gut zusammen und erreicht den Tempel, in dem die Seele verborgen ist.

Fazit

Das gestohlene Gehirnwellenmuster ist insgesamt eine kurzweilige Episode. Die verschiedenen Aliens und Charaktere peppen das Ganze ein wenig auf. Man merkt, dass mit TAS so manche Ideen, die mit TOS aufgrund des Budgets nicht umgesetzte werden konnten, doch noch verwirklicht werden konnten.

Funfacts

  • Das gestohlene Gehirnwellenmuster wurde 1976 in Deutschland nicht berücksichtigt. 1994 wurde die Episode wie alle weiteren TAS-Folgen mit den Originalsprechern synchronisiert.
  • Die deutsche Erstausstrahlung im Free-TV fand am 29. September 2016 statt.
  • Im englischen Original spricht James Doohan nicht nur Scotty, sondern leiht auch Sord und Tchar seine Stimme.

Der deutsche Titel ist mal wieder etwas sperrig geraten, obwohl Das gestohlene Gehirnwellenmuster schlichtweg das benennt, worum es eigentlich geht. Im Original ist der Titel weitaus kürzer. The Jihad ist jedoch meiner Meinung nach nicht sonderlich passend, denn er findet nicht statt, sondern wird vermieden durch die dargestellte Handlung.

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Kirsten P.
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