Der Konflikt zwischen dem Stier Silvio und den anderen Tieren des Schlosses steuert auf ein Ende zu. Ein blutiges.

Einmal tief durch atmen
Die Wahl steht bevor. Und Silvio unternimmt alles, um sie für sich zu gewinnen. Inklusive Lügen und Drohungen zu verbreiten.
Doch es gibt in seinen eigenen Reihen Zweifel daran, dass am Ende alles gut ausgehen wird. Es werden heimlich Schritte unternommen, um auf der Siegerseite zu stehen, egal welcher. Derweil gleichzeitig man sich auch gegenseitig beobachtet, um gegebenenfalls einen anderen zu opfern, um sich selber einen Vorteil zu erschaffen.
Mit Das Blut des Königs geht die Schloss der Tiere-Reihe zu Ende. Und als ich mit dem Lesen fertig war, musste ich zunächst tief durchatmen. Irgendwie war es dem Kreativteam Xavier Dorison und Félix Delep gelungen, zum Abschluss hin nochmal eine Story herauszubringen, die gefühlt nochmal alles toppt, was man bislang gelesen hat.
Viele Tode
Es ist eine Geschichte, die ein Wechselbad der Gefühle auslöst. Eine, in derem Verlauf viele weitere Charaktere nochmals dargestellt werden. Und eine, in der es viele Tote zu beklagen gibt.
Am heftigsten ist der Tod von Silvios Geliebter Bella. Sie erschien lange Zeit wie die starke Frau an seiner Seite, die ihn heimlich lenkt. Sie war die Mutter seiner Kinder, schön und klug. Sie redete ihm gut zu, vermochte es seine Launen zu lenken. Und wird dann am Ende auf Geheiß des Stieres hingerichtet und zum Ausbluten in der Kammer aufgehängt, wo auch alle anderen toten Tiere sind, die dieser verkauft.
Es ist ein schockierender Moment. Eine Szene, mit der man so nicht gerechnet hat. Und gleichzeitig auch ein Augenblick, der klar macht, wie sehr hier Dinge am Eskalieren sind.
Die Nächste Generation im Blick
Denn Silvio will an seiner Macht festhalten. Er will dies mit allen möglichen Mitteln tun. Egal, was es ihn kostet. Er will nicht verlieren. Weshalb er diverse Tricks probiert und gleichzeitig den Druck auf seine direkten Gefolgsleute erhöht. Doch am Ende könnte er das Blatt überreizen.
Und noch etwas definiert diese Geschichte. Der Fokus wird mehr auf die nächste Generation gelenkt. Auf die Kinder. Seien es die von Silvios aktueller Geliebter. Oder denen von Miss B.. Es wird gezeigt, dass nicht alle mit den Ideen ihrer jeweiligen Eltern einverstanden sind.
Gleichzeitig fokussiert sich die Erzählung ebenso weiterhin auf den Kontrast zwischen Gewalt und Gewaltlosigkeit. Denn bis zuletzt setzt Miss B. auf letzteres. Bis zuletzt setzt sie damit ihre Ideale durch und schafft es wiederholt, so ebenfalls die anderen zu überzeugen. Auch wenn nicht alle damit einverstanden sind.
Kein eindimensionaler Schurke
Und dann ist da noch Silvio an sich. Das Album führt das fort, was bereits in den vorherigen Ausgaben geschah. Es baut ihn aus. Es zeigt ihn nicht als eindimensionalen Schurken, sondern baut eine tragische Vergangenheit ein. Genauso, wie man erfährt, wann es zu dem verhängnisvollen Handel zwischen dem Stier und dem Bauer gekommen ist.
Das Ende ist ein bittersüßes. Weil einerseits zwar die Tiere ihre Freiheit erhalten. Dies aber nicht ohne Opfer geschieht. Es wird klar gemacht, dass jeder Tote im Prinzip einer zu viel ist. Weil am Ende jeder einen zu Herzen geht. Selbst von denen, die überwiegend antagonistisch dargestellt wurden.
Es ist ein grandioser Abschluss! Einer, der besser kaum hätte sein können.
Info
Autoren: Xavier Dorison
Zeichnungen: Félix Delep
Farben: Félix Delep und Jessica Bodard
Verlag: Splitter
Sonstige Infos: Produktseite
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