[TOS 029] Spock außer Kontrolle

Lesezeit circa: 5 Minuten

In „Spock außer Kontrolle“ lenkt ein rätselhafter Massenwahnsinn die Aufmerksamkeit der Föderation auf sich. Die Enterprise fliegt den Planeten Deneva an.

Staffel 1, Folge 29 – Sternzeit 3287,2 – 3289,8
„Spock außer Kontrolle“ – „Operation — Annihilate!“

Spock außer KontrolleDie Handlung von „Spock außer Kontrolle“

Auf Deneva stößt das Außenteam auf gallertartige flache Wesen. Nachdem eines davon Spock angegriffen und verletzt hat, stellt sich heraus, dass diese Wesen das Nervensystem „infizieren“. Sie zwingen ihrem „Wirt“ durch immense Schmerzen ihren Willen auf.

Spock kämpft gegen den Schmerz an und unterstützt McCoy bei der Suche nach einem Heilmittel. Dabei sammelt er eines der Wesen ein, welches für Experimente im Labor verwendet wird. Nach diversen erfolglosen Versuchen scheint die Lösung gefunden: Extrem starkes Licht. Spock stellt sich als Versuchskaninchen zur Verfügung. Der Versuch glückt halbwegs. Zwar zerstört das Licht die parasitären Elemente in seinem Körper, es nimmt ihm gleichzeitig jedoch das Augenlicht.

Entsetzt stellt McCoy fest, dass es nicht nötig gewesen wäre, das gesamte Lichtspektrum einzusetzen.

Kritik

„Spock außer Kontrolle“ ist eine klassische Star Trek Folge. Sie spielt teilweise auf einem von Menschen bevölkerten Planeten. Hierbei stelle ich mir die Frage, wieso es oft so wenig Außerirdische gibt? Das ist richtig schade. Meist ist Spock das einzige „Alien“ unter Menschen. Dabei sollte das All doch eigentlich ordentlich bevölkert sein…?

Weiterhin stoßen wir auf fremdartige Wesen, haben es mit Beeinflussung zu tun und der Suche nach einer Lösung / einem Heilmittel.

Zusätzlich gibt es die Beleuchtung von Freundschaft und Loyalität.

Spock außer KontrolleVulkanier im Ausnahmezustand

Die fremden Wesen erwischen ausgerechnet das einzige nicht menschliche / nicht ganz menschliche Besatzungsmitglied. Pech für Spock, aber Glück im Unglück für alle anderen. Denn er ist der Einzige, der die Schmerzen bei vollem Bewusstsein kontrollieren kann, wenngleich er beim ersten Versuch scheitert. Die vulkanische Mentalkontrolle ist ihm dabei eine große Hilfe. Alle anderen Befallenen verlieren den Kampf nach kurzer Zeit. Entweder sterben sie oder müssen überwältigt werden.

Nimoy schafft es überzeugend darzustellen, wie Spock ständig gegen die parasitären Wesen ankämpft und sich dabei möglichst nichts anmerken lässt. Da diese Folge das Finale der ersten Staffel ist, ist die Gelegenheit passend, einmal anzumerken, wie sehr Nimoy den Charakter Spock bis hier entwickelt hat. Zu Anfang der Serie wirkte Spock noch wie ein emotionsloser Eisklotz. Danach entsteht nach und nach eindeutig mehr Tiefe. Trotz strenger Selbstkontrolle ist erkennbar, dass Spock Freundschaft, Loyalität, seine Kollegen, das Schiff und die Besatzung durchaus wichtig sind.

Auch in dieser Episode wird einmal mehr deutlich, wie eigensinnig dieser Halbvulkanier tatsächlich ist. Statt brav weiterhin fixiert in seinem Bett zu liegen, reißt er sich los, zieht sich seine Uniform an und besteht auf seine Mitwirkung. Selbstverständlich untermauert er dies mit logischen Argumenten. Ich unterstelle ihm hier jedoch, dass er schlichtweg nicht untätig bleiben kann und will. Es gibt schließlich neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu sammeln. Seine Fähigkeiten als Wissenschaftler sind hier notwendig. Und – es ist vielleicht noch nicht jedem bekannt – Vulkanier sind trotz aller Logik und Selbstbeherrschung ein außerordentlich neugieriges Volk.

Parasiten

Diese unheimlichen, fremdartigen Gallertwesen sind verantwortlich für die gewaltsamen Massenhysterien auf diversen Planeten. Sie sind in ihrer Gestalt vergleichbar mit einzelnen Zellen eines größeren Ganzen, ähnlich wie Nervenzellen.

Dabei können sie so nicht viel ausrichten. Sie benötigen Wirte mit funktionstüchtigen Extremitäten. Mittels enormer Schmerzen, welche kaum auszuhalten sind, machen sie ihren Wirt gefügig. Dadurch zwingen sie ihn, sie weiter zu verbreiten. Ob sie intelligent sind oder rein instinktiv handeln, ist hier nicht klar auszumachen. Eine Kontaktaufnahme findet nicht statt.

Die Idee solcher „Riesenzellen“, welche sich parasitär durchs All verbreiten, halte ich für großartig. Mir persönlich hätte es gefallen, wenn dieses Thema später noch einmal irgendwo anders hätte aufgegriffen werden können. Zwar wurden alle Gallertwesen auf Deneva vernichtet, aber es wäre unsinnig anzunehmen, dass wirklich alle erwischt wurden. Eventuell haben anderswo, auf anderen Welten, in anderen Gegenden, einige Exemplare überlebt.

Auch die Art und Weise, sie loszuwerden, ist spannend. Es helfen weder Gift, noch Kälte oder Hitze. Diese Wesen scheinen unempfindlich gegen alles zu sein – bis auf Licht. UV-Strahlung zerstört sie augenblicklich. Die Lösung ist so einfach und naheliegend, dass sie zunächst einfach übersehen wird.

Dieses ganze Konstrukt ist wunderbar fantasievoll und eindeutig gute Science-Fiction.

Fazit

„Spock außer Kontrolle“ gehört zu den herausragenden Folgen von TOS. Die Story ist gut konstruiert und kommt angenehmerweise mit wenig Spezialeffekten aus. Stattdessen liegt der Fokus auf dem Unbekannten, dem Unerklärlichen und Unbegreiflichen.

Funfacts

  • Das vulkanische innere Augenlid kommt noch einmal in der Enterprise-Folge „Der Anschlag“ zur Sprache.
  • William Shatner hat in dieser Folge eine Doppelrolle. Er spielt zusätzlich Kirks Bruder Sam.
  • Craig Hundley (Peter Kirk) spielt später ein zweites Mal in TOS mit. Als Tommay Starnes taucht er in der Folge „Kurs auf Marcus 12“ noch einmal auf.

Der deutsche Titel

Wie immer versuchten die Deutschen, den Titel so treffend wie möglich zu gestalten. Durch den Einfluss der Parasiten gerät Spock allerdings nur kurzzeitig außer Kontrolle. In der restlichen Episode behält er durchaus die Beherrschung über sich selbst. Da passt der Titel nicht so ganz. Der Originaltitel „Operation — Annihilate!“ ist zutreffender. Die Auslöschung der Gallertwesen ist Kirks Ziel.

amazon

Kirsten Pevestorf

Kirsten ist Jahrgang 80 und ein totaler TOS-Fan, kein Wunder, dass sie sich bei und auch hauptsächlich darum kümmert. Wenn das nicht reicht, vertritt sie Marco in der Chefredaktion.
Kirsten Pevestorf

Letzte Artikel von Kirsten Pevestorf (Alle anzeigen)

Kirsten Pevestorf

Kirsten ist Jahrgang 80 und ein totaler TOS-Fan, kein Wunder, dass sie sich bei und auch hauptsächlich darum kümmert. Wenn das nicht reicht, vertritt sie Marco in der Chefredaktion.

Kommentar verfassen