[TOS 059] Kurs auf Markus 12

Lesezeit circa: 5 Minuten

Ein freundlicher Engel entpuppt sich als das Böse in Person.

Staffel 3, Folge 4 – Sternzeit 5029,5
„Kurs auf Markus 12“ –  “And the Children Shall Lead”

Handlung

Auf Triadus bietet sich dem Außenteam, bestehend aus Kirk (William Shatner), Spock (Leonard Nimoy) und McCoy (DeForest Kelley) ein schreckliches Bild. Das Lager einer stationierten Gruppe aus Archäologen ist voller Leichen. Allesamt gestorben von eigener Hand, wie McCoy feststellt.

Kurz darauf erscheinen fünf Kinder, die der Tod ihrer Eltern nicht im Geringsten zu belasten scheint. McCoy tippt auf ein Trauma und bittet Kirk, behutsam vorzugehen. Die Offiziere nehmen die Kinder mit an Bord.
Auf dem Schiff rufen sie in ihrem Quartier ein mysteriöses Wesen namens Gorgon herbei. Es befiehlt den Kindern, Kirk zu zwingen, nach Markus 12 zu fliegen.

In der Zwischenzeit haben Spock und Kirk mittels Aufzeichnungen herausgefunden, dass die Erwachsenen auf Triadus von einer unerklärlichen Angst heimgesucht worden waren. Die Angst wurde so stark, dass sie den Freitod wählten.

Die Kinder schaffen es unterdessen, Chekov (Walter Koenig) und Sulu (George Takei) mit geheimnisvollen Kräften zu zwingen, einen Kurs nach Marcus 12 zu programmieren. Gleichzeitig gaukeln sie ihnen vor, immer noch im Orbit um Triadus zu sein. Auch weitere Besatzungsmitglieder werden von ihnen getäuscht.
Die Kinder beschwören auf der Brücke Gorgon. Dieser will nach Markus 12, weil dort seine Freunde seien, wie er den Kindern weismacht. Kirk versucht, den Kurs umzuprogrammieren, doch Gorgon jagt ihm eine heftige Angst ein, sodass Spock den Captain von der Brücke bringt. Da Gorgon die ganze Besatzung kontrolliert, sind Kirk und Spock auf sich gestellt.

Zurück auf der Brücke spielt Kirk das Lied ab, welches Gorgon beschwört. Als das Wesen erscheint, zeigt Kirk den Kindern Bilder, auf denen sie zusammen mit ihren Eltern zu sehen sind. Anschließend konfrontiert er sie mit den Bildern der Toten. Als die Kinder zu weinen beginnen, verliert Gorgon seine Macht.

Rezension

Kurs auf Markus 12 thematisiert Kinder mit übermenschlicher Macht. Das ist in TOS nichts Neues. Bereits Charlie Evans in der Episode Der Fall Charlie besaß erstaunliche Kräfte. Ihm jedoch wurden sie verliehen, damit er alleine auf einem unwirtlichen Planeten überleben konnte.
Hier werden Kinder missbraucht, um zunächst ihre Eltern aus dem Weg zu schaffen und anschließend ein Raumschiff zu stehlen.

Ich brauche ein Raumschiff

Ein Wesen mit großer Macht sitzt auf einem Planeten fest. Gut, das kann sogar Göttern passieren, wie man in Star Trek V – Am Rande des Universums erfährt.
Zurück zu Gorgon. Wer oder vielmehr was ist er überhaupt? Wie kam er nach Triadus? Warum will er nach Markus 12? Angeblich sind dort seine Freunde. Leider erklärt dies überhaupt nichts. Weder wird seine Herkunft beleuchtet, noch seine Beweggründe. Stattdessen wird eine gruselige Legende über einen ehemaligen Piratenstützpunkt präsentiert. Obendrein das klassische namenlose Böse, welches sich als Gorgon entpuppt.
Weiterhin sieht man, wie die Kinder ihn beschwören. Dies geschieht mit einem kleinen Liedchen, wobei sich die Kinder an den Händen fassen. Eine richtige kleine Séance also. Wie konnte er eigentlich die Kinder beeinflussen, wenn man ihn erst herbeizaubern muss? Da passt etwas nicht so recht zusammen.

Sehr passend finde ich jedoch den Namen „Gorgon“. Gorgonen finden sich in der griechischen Mytologie. Es handelt sich dabei um drei schauderhafte Gestalten, deren Anblick das arme Opfer zu Stein werden lässt. Bekannt dürfte da vor allem die berühmte Medusa sein. Das war eigentlich schon das einzig Positive, was ich über Kurs auf Markus 12 sagen kann.

Buh! Ihr habt Angst!

Ängste kennen wir alle. Der eine fürchtet sich im Dunkeln, der andere hat Angst vor Hunden. Wieder andere bilden Phobien aus, die psychologisch behandelt werden sollten.
Auch ein Captain wird vor irgendetwas Angst haben. Vielleicht vor dem eigenen Versagen. Davor, seine vertrauensvolle Mannschaft in den Tod zu führen. Plausibel, wenngleich diese Angst nicht überhandnehmen darf. Sonst kann ein Captain sein Schiff nicht mehr führen.

Prinzipiell ist das für eine Story ein guter Ansatz. Da hätte man viel mehr rausholen können als bei Kurs auf Markus 12 geboten wird.

Fazit

Ich bin ehrlich: Mich langweilt Kurs auf Markus 12. Es kommt einfach keine Spannung auf. Statt einer mitreißenden Geschichte präsentiert sich hier eher ein Eiertanz ohne Tiefgang. Auch die Charaktere kommen nicht zur Geltung. Shatners Angst-Performance ist roboterhaft und wenig überzeugend. Es wirkt alles sehr konstruiert, sehr gewollt und unausgereift. Kurs auf Markus 12 ist wahrhaftig keine Glanzleistung.

Fun Facts

  • Die Besetzung der Rolle des Gorgon war recht ungewöhnlich. Statt eines Schauspielers entschied man sich, den Anwalt Melvin Belli Gorgon spielen zu lassen. Grund soll die Freundschaft zwischen ihm und Fred Freiberger gewesen sein.
  • Im Original heißt Triadus Triacus.

Der deutsche Titel

Dazu gibt es nicht wirklich viel zu sagen. Die Enterprise nimmt Kurs auf Markus 12. Etwas poetischer dagegen ist der englische Titel, der sich auf die Kinder bezieht: And the Children Shall Lead.

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Kirsten Pevestorf
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Kirsten Pevestorf

Kirsten ist Jahrgang 80 und ein totaler TOS-Fan, kein Wunder, dass sie sich bei und auch hauptsächlich darum kümmert. Wenn das nicht reicht, vertritt sie Marco in der Chefredaktion.

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