Spotlight: Harry Dean Stanton

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Harry Dean Stanton besaß ein Gesicht, das man nicht vergessen konnte.

Wie man als Koch Schauspieler wird

Harry Dean Stanton war ein Schauspieler, der über viele Jahre hinweg in seinem Beruf aktiv war. Seine Karriere umfasste sieben Jahrzehnte mit mehr als 200 verzeichneten Film- und Fernsehauftritten. Doch seinen großen Durchbruch konnte der am 14. Juli 1926 geborene Darsteller erst in der zweiten Hälfte seiner beruflichen Laufbahn feiern.

Sein Vater war Tabakfarmer und Barbier, seine Mutter Köchin. Die Eltern ließen sich voneinander scheiden, als er auf der High School war, heirateten allerdings später erneut. Er hatte zwei Brüder und einen Halb-Bruder und ging auf die University of Kentucky, wo er Journalismus und Radiokünste studierte. Doch gleichzeitig trat er auch in einem Guignol Theater auf, einer Theaterform, die sich auf naturalistische Horror-Shows spezialisiert hat. Es war dort der britische Theaterregisseur Wallace Briggs, der ihn dazu ermutigte, Schauspieler zu werden, weswegen er die Universität verließ und am Pasadena Playhouse Schauspielerei studierte.

Während des Zweiten Weltkriegs diente Harry Dean Stanton bei der United States Navy. Er war beispielsweise in der Schlacht um Okinawa Koch auf dem Landungsschiff USS LST-970.

Ein wertvoller Tipp!

Seine Schauspielkarriere fing schließlich im Jahr 1954 an, als er in der Fernsehserie Inner Sanctum in einer Episode auftrat. Interessanterweise wurde er zu Beginn seiner Karriere überwiegend als Dean Stanton geführt. Hintergrund war, dass es zu der damaligen Zeit bereits einen bekannten Schauspieler mit dem Namen Harry Stanton gab und man so Verwechslungen vorbeugen wollte. Erst ab dem Jahr 1971 wurde er mit vollem Namen genannt.

1958 war er ein hysterischer Patient in einer psychiatrischen Anstalt in dem Film Die Stimme im Spiegel. Allerdings wurde er für diesen Auftritt nicht in den Credits aufgeführt. Zwischen 1958 und 1959 war er dann zwei Mal in der Westernserie Der Texaner zu sehen, wobei er jeweils unterschiedliche Figuren darstellte. Interessanterweise war der Western in der damaligen Zeit das Genre, wo er am häufigsten auftrat. Und so spielte er 1960 einen Sklavenjäger in Abenteuer am Mississippi. Ebenso hatte er zwischen 1958 und 1961 diverse Auftritte in Abenteuer im Wilden Westen oder The Lawless Years. Auch in der Kultserie Die Unbestechlichen tauchte er zwischen 1960 und 1961 in verschiedenen Rollen auf.

Es war sein Auftritt in Ritt im Wirbelwind (1966), der für ihn einiges änderte. Er arbeitete damals mit einem jungen Jack Nicholson zusammen, der ihm einen wertvollen Rat gab. Nämlich, dass die Klamotten, die sie in ihrer Rolle trugen, die Schauspielarbeit machen sollten. Sprich, sie sollten ihre Figuren nicht schauspielen, sondern sie sein! Eine Lektion, die sich Harry Dean Stanton von da an zu Herzen nahm.

Harry Dean Stanton

Das erste Opfer

Er trat zwar immer noch in Serien wie Rauchende Colts zwischen 1958 und 1968 auf. Begann Stanton allerdings langsam, sich von dem Western-Genre zu lösen, bzw. auch in Genrefilmen wie Pat Garret jagt Billy the Kid (1973), die mit den Genreregeln spielten und sie anders interpretierten, aufzutreten. 1976 bis 1977 hatte er 5 Auftritte in der Comedyserie Mary Hartman, Mary Hartman, wobei er jedoch häufig dafür nicht in den Credits geführt wurde. Unvergessen ist seine Rolle 1979 in Alien – Das unbekannte Wesen, wo er als Schiffstechniker Samuel Brett das erste Opfer des erwachsen gewordenen Xenomorphens wurde. Auch sein Auftritt in dem Kultfilm Die Klapperschlange (1981), wo er einen ehemaligen Partner von Snake Plissken (Kurt Russell) spielte, ist in bester Erinnerung geblieben.

Sein großer Durchbruch gelangt ihm allerdings erst 1984, als er von dem Regisseur Wim Wenders entdeckt wurde. Dieser castete ihn für seinen Film Motel Chronicles in der Hauptrolle! Von da an führte er eine Karriere, die sehr divers war, da er die unterschiedlichsten Rollen akzeptierte. So war er zum Beispiel in Die letzte Versuchung Christi 1988 Saulus, der zum Paulus wurde. Unvergessen ist außerdem sein Auftritt als Carl Rodd in Twin Peaks – Der Film.

Dass er sich auch für seichte Komödien nicht zu schade war, konnte er 1996 in Mission – Rohr frei! beweisen, wo er gemeinsam mit Kelsey Grammer und Rob Scheider arbeiten konnte. Ebenso spielte er in dem Kultfilm Fear and Loathing in Las Vegas (1998) mit. 1999 war er in der Stephen King-Verfilmung The Green Mile der Gefangene Toot Toot, der ein Vertrauter der Wächter war. 2006 wirkte er in der Komödie Alien Autopsy mit, der die Entstehung der gleichnamigen Fake-Dokumentation von 1995 wiedergab. Von 2006 bis 2010 war er das erste Mal seit Jahren wieder öfters als in einer Fernsehserie zu sehen. Das war in Big Love, wo Bill Paxton die Hauptrolle hatte. Dort trat er 39 mal als Roman Grant auf.

Aktiv bis zum Schluss

2011 war Harry Dean Stanton in der Animationsserie Mongo Wrestling Alliance zu hören. Es war eine der wenigen Male, dass er so etwas tat. Ein weiteres Mal konnte man ihn in Alien Isolation (2014), hören, wo er erneut seinen Charakter aus Alien – Das unbekannte Wesen sprach. Unvergessen natürlich auch sein Kurzauftritt 2012 in Avengers, bei dem er einen Sicherheitsmann schauspielerte, der mit Bruce Banner kurz vorm Filmfinale redete. 2017 stellte er in der dritten Twin Peaks-Staffel wieder Carl Rodd dar. Und seine finale Rolle war, hochbetagt, in dem Biopic Frank und Ava (2018), wo er Sheriff Lloyd darstellte.

Harry Dean Stanton war nicht nur Schauspieler, sondern ebenso ein begabter Musiker. Er spielte hauptsächlich mexikanische Mariachi-Musik und tourte mit seiner „The Harry Dean Stanton Band“ über ein Jahrzehnt lang durch die USA. Er verstarb schließlich am 15. September 2017 an natürlichen Umständen. Er war von 1981 bis 1983 in einer Beziehung mit Rebecca De Mornay. Ansonsten ist nicht bekannt, ob er jemals verheiratet war oder Kinder hatte.

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Götz Piesbergen
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