Spotlight: Forest Whitaker

Lesezeit circa: 7 Minuten

Forest Whitaker vereinbart körperliche mit schauspielerischer Größe.

Ein ungewöhnlicher Bildungsweg

Sobald man Forest Whitaker gesehen hat, vergisst man ihn so schnell nicht mehr. Der 1,88 Meter große Schauspieler mit dem hängenden Augenlid, der am 15. Juli 1961 in Fort Lauderdale, Texas zur Welt kam, ist ein Ausnahme und Multitalent, der mitunter Autoritätspersonen schauspielerte. Seine darstellerische Leistung wird von vielen gelobt, selbst bei den schlechtesten Filmen, in denen er mitgewirkt hat. Und als Produzent und Regisseur konnte er ebenfalls bekannte Werke erstellen.

Er war das Kind von Laura Francis, einer Spezialerziehungskraft, die, während sie ihre Kinder großzog, am College studierte und zwei Master-Abschlüsse erlangte. Sein Vater war Forest Whitaker Jr. ein Versicherungsmakler. Außerdem hat er noch Geschwister, nämlich seine beiden jüngeren Brüder Kenn und Damon, die genauso wie er ebenfalls Schauspieler sind, sowie eine ältere Schwester namens Deborah.

Forest Whitaker ging auf die Palisades High School, wo er im American Football Team spielte und im Chor sang. Er machte 1979 seinen Schulabschluss und studierte anschließend an der California State Polytechnic University mit einem Football-Stipendium. Doch eine Rückenverletzung durchkreuzte seine ursprünglichen Pläne, weshalb er sich im Hauptstudium auf Musik fokussierte, wobei er kurzfristig auch Drama studierte. Er wechselte danach zur Thornton School of Music an der University of South California, um Operntenor zu werden. Dann wurde er im Drama Konservatorium der Universität akzeptiert, wo er 1982 seinen Bachelor in Schauspielerei machte. 2004 machte er einen zusätzlichen Abschluss an der New York University’s Gallatin School of Indiviualized Study.

Ein Multitalent

Seine Schauspielkarriere fing 1982 an, als er in einer Episode der Fernsehserie Making the Grade auftrat. In demselben Jahr hatte er in der Komödie Ich glaub’, ich steh im Wald seinen ersten großen Auftritt. 1985 war er Teil der berühmten Miniserie Fackeln im Sturm, wo er die Figur Cuffy darstellte. Allerdings tauchte er in den letzten beiden Episoden nur in den Credits auf. Er nahm die Rolle dann auch ein Jahr später in der Fortsetzung Fackeln im Sturm II wieder auf, wobei er hier in den Folgen 4 und 5 erneut nur in den Credits gelistet wurde.

1989 führte er das erste Mal Regie. Das war in dem Musikvideo Thanks for My Child von der Sängerin Cheryl Pepsii Riley. Doch sollte dies eher selten geschehen. 1991 hatte er seine Premiere als Produzent und zwar in der Krimikomödie Harlem Action, wo er ebenfalls die Hauptrolle innehatte. 1993 spielte er in dem Remake des SciFi-Klassikers Body Snatchers – Angriff der Körperfresser Major Collins.

1995 kehrte Forest Whitaker auf den Regiestuhl zurück. Er führte für den Whitney-Huston-Film Waiting to Exhale – Warten auf Mr. Right Regie und tat das Gleiche in dem dazugehörigen Musikvideo der Schauspielerin, Exhale, Shoop Shoop. 1999 war in dem spirituellen Krimifilm Ghost Dog – Der Weg des Samurai der Titelcharakter. Sein Bruder Damon Whitaker spielte übrigens den jungen Ghost Dog.

Forest Whitaker

Einer von wenigen

Im Jahr 2000 war er Teil des berühmt berüchtigten Battlefield Earth-Films, mit dem John Travolta den SciFi-Roman des Scientology-Gründers L. Ron Habbard verfilmte. Und während die Arbeit nahezu aller Beteiligten nicht gut wegkam, wurde seine Rolle als Ker als eine der wenigen positiven Aspekte des Kinofilms genannt. Der Schauspieler selbst gestand später, dass er sich für diesen Film schämte. Von 2002 bis 2003 war er Produzent einiger Folgen der damaligen Twilight Zone-Reihe, bei der er außerdem in allen Episoden der Moderator war. Und 2004 führte er mit The First Daughter – Date mit Hindernissen ein letztes Mal Regie. Ebenso war er einer der Produzenten des Films.

Es war dann im Jahr 2006, als Forest Whitaker mit Der letzte König von Schottland einen Sensationserfolg erzielte. Er stellte den ugandischen Diktator Idi Amin dar und bereitete sich exzessiv für diese Rolle vor. Er studierte, wie der Tyrann sprach, er sah sich Filme von diesem Herrscher an und sprach sogar mit ehemaligen Wegbegleitern. Der Lohn der Mühe? Jede Menge Auszeichnungen wie beispielsweise den Academy Award als bester Darsteller. Womit er erst der vierte farbige Schauspieler wurde, der diese Trophäe erhielt. Und er wurde Teil einer illustren Runde, weil er für diese Arbeit auch den BAFTA Award, den Critics Choice Award, den Golden Globe und den SAG Award kriegte. Vor ihm und nach ihm schafften dies nur insgesamt 14 andere Darsteller, darunter so prominente wie Jamie Foxx, J. K. Simmons oder Gary Oldman.

Zwischen 2006 und 2007 trat er in 6 Folgen der Ärzte-Drama-Reihe Emergency Room: Die Notaufnahme auf. Seine Rolle war die eines Patienten, der einen Arzt wegen eines angeblichen Kunstfehlers verklagte. Auch für diese Darstellung erhielt er großes Lob. Ebenso unvergessen seine Auftritte in der Serie The Shield: Gesetz der Gewalt in derselben Zeit, wo er 13 Mal Jon Kavanaugh darstellte. Interessanterweise war die Reaktion auf seinen Charakter sehr negativ, was ihn irritierte, da er ihn für einen höchst moralischen Mann hielt, den Ereignisse zum Zusammenbruch brachten.

Als Held mal wieder gestorben

2009 produzierte er die Dokumentation Brick City, die über die Arbeit des Bürgermeisters Cory Booker erzählte, der darum kämpfte, die Stadt Newark nach einem halben Jahrhundert voller Gewalt, Armut und Korruption wieder neu auszurichten. 2008 sprach Forest Whitaker in dem Animationsfilm Die Drachenjäger den Charakter Lian-Chu. 2010 trat er in einer Folge der Krimiserie Criminal Minds als Sam Cooper auf. Der Auftritt war eine Art Backdoor-Pilot für das Spin-off Criminal Minds: Team Red, das 2011 allerdings nach nur 13 Episoden wieder eingestellt wurde. Er war trotzdem noch in fünf Kurzfilmen der Serie zu sehen, die im gleichen Jahr herauskamen.

2013 spielte er die Hauptrolle in der Komödie Black Nativity. 2015 produzierte er das Drama Songs My Brothers Taught me und 2016 ewar er Teil der Wiederverfilmung des Romans Roots. In dem SciFi-Film Arrival war er wieder eine Autoritätsperson, nämlich Colonel Weber.

2016 war ebenso das Jahr, wo er in Star Wars: Rogue One den menschlichen Rebellen Saw Gerrera darstellte. Und wie auch alle anderen Protagonisten, starb er im Laufe des Films. Doch blieb er mit dieser Rolle in bleibender Erinnerung, da er sie ebenfalls in der Miniserie Star Wars: Gone Rogue (2016), vier Folgen von Star Wars: Rebels (2017) und in dem Videospiel Star Wars: Jedi Fallen Order (2019) wiederholt wahrnahm. 2018 spielte er in der Superheldenverfilmung Black Panther den Schamanen Zuri, der am Ende sein Leben für den Titelhelden opferte. Von 2017 bis 2018 war er für 11 Folgen Eddie Barker in Empire. Und zuletzt sah man ihn in der Krimidramaserie Godfather of Harlem in der Hauptrolle. Übrigens produzierte er diese ebenfalls.

Für den guten Zweck!

Forest Whitaker setzt sich viel für gemeinnützige Zwecke ein. So ist er Goodwill Ambassador der UNESCO und setzt sich für Hope North ein, ein Internat und Berufsausbildungszentrum im Norden von Uganda. Hier kommen ehemalige Kindersoldaten, Waisen und andere junge Opfer des Bürgerkriegs des Landes unter. Er hat außerdem das international Institute for Peace an der Rutgers University in Newark, New Jersey mitgegründet.

Er war von 1996 bis 2018 mit der Schauspielerin Keisha Nash verheiratet. Das Paar hatte vier gemeinsame Kinder. Der Schauspieler praktiziert außerdem Yoga und hat einen schwarzen Gürtel in Kenpo. Er kann seine Wurzeln bis nach Nkwerre im Imo State von Nigerien zurückverfolgen, wo man ihn 2009 zum Ehrenhäuptling ernannte.

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Götz Piesbergen
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