Spotlight: John Travolta

Lesezeit circa: 6 Minuten

John Travolta ist einer jener Schauspieler, die wirklich jeder kennt, egal wie alt man ist.

Ein schmieriger Beginn

Als John Travolta am 18. Februar 1954 geboren wurde, war er das jüngste von insgesamt sechs Kindern. Sein Vater Salvatore „Sam“ Travolta war ein semiprofessioneller American Football-Spieler, der schließlich Reifenverkäufer wurde. Seine Mutter Helen Cecilla war Schauspielerin und Sängerin, ehe sie als Drama- und Englisch-Lehrerin an der High School unterrichte. Hier kann man übrigens sehen, woher der Schauspieler seine Begabung hat. Und er ist in der Familie nicht der Einzige, der sein Schicksal in der darstellerischen Arbeit fand. Auch drei seiner Geschwister, Margeret, Ellen und Joey, haben im Laufe ihres Lebens als Darsteller gearbeitet.

Im Alter von 17 Jahren brach er die High School ab und wurde stattdessen Teil des Musical Grease! und trat am Broadway in Over Here! auf. Aus beruflichen Gründen verschlug es ihn dann aber nach Los Angeles.

Willkommen zurück bei der Schmiere, nur Samstag Nacht.

Das erste Mal konnte man ihn 1972 im Fernsehen sehen. Er hatte einen Auftritt in der Serie Notruf California. Danach hatte er erstmal nur kleine Rollen oder trat in B-Movies auf, wie beispielsweise 1975 in dem Horrorfilm Nachts, wenn die Leichen schreien.

Das änderte sich 1975, als er in Comedyserie Welcome Back, Kotter Vinnie Barbarino darstellte. Die Rolle als Herzensbrecher der Schule, wo die Serie stattfand, war sein erster großer Erfolg. Der nächste war dann 1977, als er in Nur Samstag Nacht die Hauptrolle Tony Manero übernahm. Der Film machte ihn endgültig zu einem Superstar und erlangte Kultstatus. Dass er anschließend 1978 mit dem Musicalfilm Grease – Schmiere an der Seite von Olivia Newton-John den nächsten Kinoerfolg landete, zementierte den Starstatus von John Travolta nur noch mehr. All dies führte dazu, dass er 1979 in der letzten Season von Welcome Back, Kotter in den ersten Folgen zu sehen war.

Doch in den 1980er Jahren schien es so, als ob das Glück dem Schauspieler abhandengekommen sei. Er trat beispielsweise in Filmflops wie Staying Alive (1983), dem Sequel zu Nur Samstag Nacht auf. Er nahm mit Olivia Netwon-John einige Singles auf, wobei er ebenfalls in den dazugehörigen Musikvideos auftrat. Und er versuchte sich auch in anderen Genres wie dem Drama Perfect (1985), wo er an der Seite von Jamie Lee Curtis agierte. Nichts davon war auch nur ansatzweise so erfolgreich wie seine Filmhits aus den 1970er Jahren. Seine Karriere nahm erst dann wieder Fahrt auf, als er 1989 in der Komödie Kuck‘ mal wer da spricht! die männliche Hauptrolle übernahm. Die weibliche wurde von Kirstie Alley dargestellt.

John Travolta

Philosophierend zurück zum Erfolg

John Travolta trat auch in den Sequels Kuck‘ mal, wer das spricht! 2 und Kuck‘ mal, wer da jetzt spricht! auf. Sein Comeback konnte er allerdings endgültig 1994 feiern, als er in dem Kultfilm Pulp Fiction den philosophierenden Auftragskiller Vincent Vega gab. 1995 bewies er in Schnappt Shorty erneut sein komödiantisches Talent und 1996 in Operation: Broken Arrow, dass er auch wunderbar einen Schurken darstellen konnte. Eine besondere Herausforderung war Face/Off – Im Körper des Feindes als er sowohl den FBI-Agenten Sean Archer wie auch den Terroristen Castor Troy darstellte. Bei Nicolas Cage, der der zweite Hauptdarsteller des John Woos Actionfilms war, war es genau umgekehrt. 1998 war er ein Nebendarsteller in dem hochgelobten Kriegsfilm Der schmale Grat.

Das neue Jahrtausend fing für John Travolta direkt mit dem größten Flop seiner Karriere an. In der Verfilmung des von dem Scientology Gründer L. Ron Hobbard verfassten Romans Battlefield Earth wirkte der Schauspieler und überzeugte Scientologe kräftig mit. Doch das Ergebnis gilt bis heute als einer der schlechtesten Filme aller Zeiten und spielte noch nicht mal ansatzweise die Produktionskosten wieder ein.

Für viele hätte dies das Ende der Karriere bedeutet. Für John Travolta war das nur ein kleiner Rückschlag, den er mit seinen nächsten Auftritten wieder ausglich. So konnte man ihn in Passwort: Swordfish an der Seite von Hugh Jackman und Halle Berry sehen. In Austin Powers in Goldständer hatte er einen kleinen Cameoauftritt und in der Comicverfilmung The Punisher stellte er den Antagonisten Howard Saint dar. Seine musikalischen Fähigkeiten konnte er 2007 in dem Musicalfilm Hairspray wieder unter Beweis stellen, derweil er 2008 in dem computeranimierten Film Bolt: Ein Hund für alle Fälle die Titelfigur sprach. 2009 trat er an der Seite von Robin Williams in der Komödie Old Dogs – Daddy oder Deal auf.

Viele Schicksalsschläge

Auch in den 2010er Jahren zeigte er keine Anzeichen von Müdigkeit. Gemeinsam mit Olivia Newton-John nahm er 2012 erneut ein Musikvideo auf, stattete der Comedyserie Allie seiner einstigen Kollegin Kirstie Alley 2014 in einer Folge einen Besuch ab und war 2016 das erste Mal seit den 1970er Jahren wieder fester Teil einer Fernsehserie. In der ersten Season von American Crime Story stellte John Travolta Robert Shapiro dar, was er auch 2020 in der Comedyserie Die Hart tat. Ob es weitere Auftritte von ihm geben wird, ist zum aktuellen Zeitpunkt unklar.

Um dies zu erklären, muss an dieser Stelle etwas ausgeholt werden. Denn das Privatleben von John Travolta wurde regelmäßig von Schicksalsschlägen erschüttert. Von 1976 bis 1977 war er in einer Beziehung mit der Schauspielerin Diana Hyland, die ein Jahr darauf an Brustkrebs starb. 1991 ehelichte er dann die Actrice Kelly Preston, mit der er drei Kinder hatte. Sein ältester Sohn Jett Travolta verschied mit 16 Jahren 1999 an einem epileptischen Anfall. Er litt nach Angaben an dem unheilbaren Kawasaki-Syndrom und war autistisch. Und am 12. Juli 2020 verstarb schließlich auch seine Ehefrau an Brustkrebs. Die Diagnose wurde nie öffentlich gemacht. Nach dem Tod seiner Frau verkündete der Schauspieler, dass er seine Schauspielkarriere erstmal pausieren würde.

John Travolta ist überzeugter Scientologe. Er konvertierte 1975 vom Katholizismus zu der Religion.

Des Weiteren ist er ein ausgebildeter und begeisterter Pilot, der mehrere Großflugzeuge sein Eigen nennt. Er wurde 2007 in die Living Legends of Aviation eingeführt und hat über die Fliegerei auch ein Kinderbuch verfasst. Er wurde zweimal für den Oscar nominiert, gewann ihn aber nie. Dafür erhielt er mehrere Razzies, die berühmten Schmähpreise, hauptsächlich für Battlefield Earth.

John Travolta im Web


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Götz Piesbergen

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