Spotlight: Shelagh Fraser

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Shelagh Fraser ist die Tante eines Heldens.

Auch im Radio berühmt

Auch wenn die am 25. November 1920 geborene Shelagh Fraser vor allem für ihre Film- und Fernsehrollen bekannt ist, hatte sie ebenso in anderen Bereichen eine erfolgreiche Karriere. Sie war eine berühmte Theaterschauspielerin, die noch dazu in über 500 BBC-Radio-Hörspielen auftrat. Sie verfasste selber auch Theaterstücke und adaptierte diverse Werke für den Hörfunk.

Die Darstellerin kam in Purley, Surrey, England zur Welt. Da ihr Vater einer der Direktoren der Juwelierkette Mappin & Webb war, zog die Familie kurz nach ihrer Geburt nach Australien, um dort Niederlassungen zu gründen. In dieser Zeit wurde auch ihre Schwester Mory Fraser geboren, die später eine berühmte Balletttänzerin wurde. 1924 kehrte die Familie in die Vereinigten Königreiche zurück.

Interessanterweise litt Shelagh Fraser als Kind unter einer Spinal-Tuberkulose, konnte die Nachwirkungen der Krankheit allerdings überwinden. Sie wurde an der St. Christopher’s School in Kingswood unterrichtet und gewann ein Stipendium, um an der Croydon Repertory Theatre Drama School zur Schauspielerin ausgebildet zu werden. Dort feierte sie schließlich 1938 ihr Bühnendebüt.

Überall zu Gast

Ihre Film- und Fernsehkarriere fing 1944 an, als sie in einer Nebenrolle in dem Kriegsfilm Welcome Mr. Washington auftrat. 1947 war sie Nebendarstellerin in dem Drama Rope und wirkte 1948 in Esther Waters mit. Auch 1951, in dem Fernsehfilm Two for a Pair, war sie nicht die Hauptdarstellerin.

1956 war Shelagh Fraser Teil des Krimidramas The Last Man to Hang und spielte zwei Jahre darauf in Der Sohn von Robin Hood die Constance. 1960 hatte sie schließlich eine ihrer ersten wiederkehrenden Rollen im Fernsehen: In der britischen Dramaserie Emergency-Ward 10 trat sie in insgesamt neun Folgen als Brownie Bevan auf.

1965 war sie für eine Episode zu Gast in der britischen Krimiserie Public Eye und trat zwischen 1962 und 1966 wiederholt in ITV Play of the Week. Da es sich hierbei um die Fernsehaufführung von unterschiedlichen Theaterstücken handelte, waren dies dann auch dementsprechend immer wieder andere Rollen. 1966 wirkte sie in einer Nebenrolle in dem Horrorfilm Der Teufel tanzt um Mitternacht mit.

Eine wunderbare Ersatzmutter

1967 wurde sie Teil der britischen Dramaserie Mystery Hal wo sie in vier von sechs Folgen als Mrs. Blake-Canton zu sehen war. Ein Jahr darauf spielte in der Kriegsfilmkomödie Till Death Us Do Part als die Mutter einer der Hauptfiguren mit. Von 1966 bis 1969 war Shelagh Fraser drei Mal zu Gast in der Serie The Wednesday Play. Dabei handelte es sich um eine ähnliche Reihe wie ITV Play of the Week, da hier ebenfalls jede Woche Theaterstücke aufgeführt wurden.

Berühmt wurde sie durch ihre Rolle in der Kriegsdramaserie A Family at War, wo sie in 28 Folgen Jean Ashton darstellte. Die Reihe lief von 1970 bis 1972. 1972 war ebenso das Jahr, wo sie in dem Horrorfilm Doomsday – Insel des Schreckens die Mrs. Betty Straker spielte. Auch zwei Jahre später war sie wieder eine Nebendarstellerin in einem Horrorfilm. Dieses Mal in Verfolgung.

Was Shelagh Fraser ebenfalls berühmt machte, war ihr Auftritt 1977 in Star Wars – Episode IV: Eine neue Hoffnung. Ihre Figur war zwar erneut „nur“ ein Nebencharakter, doch als Tante Beru, die sich rührend um den jungen Luke Skywalker kümmerte und ihm eine liebenswerte Ersatzmutter war, spielte sie sich in die Herzen der Zuschauer. Weshalb ihr Tod durch das Imperium einem naheging.

Die letzten Auftritte

Ein paar Jahre später konnte man sie als wiederkehrende Figur in der Comedyreihe The Old Men at the Zoo sehen. Womit auch die Phase begann, in der sie ihre Karriere langsam ausklingen ließ. Sie trat zwar noch ab und an vor die Kamera, doch wurden die zeitlichen Abstände zwischen den einzelnen Auftritten immer größer. So wirkte sie 1997 in einer Folge der Krimiserie A Touch of Frost mit und hatte im Jahr 2000 ihren letzten Auftritt, als sie in einer Episode von Inspector Barnaby auftrat.

Über das Privatleben von Shelagh Fraser ist nur bekannt, dass sie 1961 den englischen Drehbuchautor und Regisseur Anthony Squire heiratete und sich irgendwann von ihm scheiden ließ. Es ist unbekannt, ob das Paar gemeinsame Kinder hatte. Sie selbst verstarb am 29. August 2000 in London, England.

Shelag Fraser im Web

Götz Piesbergen
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