Der eigentliche Zweck dieser Episode rückt zu sehr in den Hintergrund der Handlung.
Ein Mysterium wird geklärt
Der Warp-Antrieb der Enterprise ist sabotiert worden. Das Schiff kann nicht unter Warp 5 fallen, ohne zerstört zu werden. Wobei der Warp-Kern ebenfalls kritische Masse erreicht. Die einzige Hoffnung ist, dass „Trip“ Tucker (Connor Trinneer) von der Colombia irgendwie rüber zu seinem früheren Schiff kommt. Was ein ziemliches Wagnis ist.
Nicht, dass das das einzige Problem des Schiffes ist. Denn Sektion 31 hat seine eigenen Interesse. Und die könnten denen der Enterprise widersprechen.
Mit Die Abweichung wird der Plot um die Entstehung der glattstirnigen Klingonen abgeschlossen. Die Hoffnung vor Beginn der Episode war, dass sich die Serie darauf besinnt und sich wirklich ausschließlich auf die Klärung dieses Mysteriums fokussiert. Doch diese wurde enttäuscht.
Was sollte das?
Es fängt schon damit an, dass nachdem „Trip“ Tucker die Enterprise gerettet hat, er am Ende der Episode einfach auf dem Schiff zurückbleibt. Zwar wird gesagt, dass er von der Columbia nur ausgeliehen ist. Aber wenn man ehrlich sein soll, dann ist klar, dass dies nur Augenwischerei ist.
Es ist am Ende auch einfach nur ein Plot, über den man sich ärgern kann. Denn wozu das ganze Gewese um die angebliche Unzufriedenheit des Chefingenieurs, die ja ursprünglich überhaupt erst dazu führte, dass er die Enterprise verlassen hatte? Anscheinend wohl nur deshalb, um ein künstliches Drama zu erzeugen, das Star Trek unwürdig ist.
Dementsprechend ist auch die Handlung um die Sabotage der Enterprise und die riskante Rettungsaktion zwar ganz nett. Aber am Ende ist dies nichts, womit die Folge wirklich glänzen kann. Vor allem deshalb nicht, weil Trips Nachfolger hier nicht auftaucht, weshalb klar ist, was geschehen würde.
Kein sonderlich ruhmreicher Auftritt
Auch das Sektion 31 sich in die Ereignisse einmischt, ist nervig und unnötig. Vor allem, weil man nicht das Gefühl hat, dass dieser Plot begeistert. Im Gegenteil: Man ist genervt, da diese ach so geheimnisvolle Organisation sich im Laufe der Folge nicht gerade mit Ruhm bekleckert und stellenweise sogar sehr dumm daherkommt. Da ist ihr chronologisch späteres Auftreten in Deep Space Nine deutlich gelungener.
Womit nur noch die eigentliche Handlung überbleibt. Also die, um die es ja im Grunde genommen in diesem Episodenzweiteiler an sich gehen sollte. Nämlich die Entstehungsgeschichte des glattstirnigen Klingonen.
Hier hat man das Gefühl, dass dadurch, dass dieser Plot sich die Folge mit der Sektion 31-Handlung und der Rettung der Enterprise teilen muss, er deutlich zu kurz kommt. Es gibt gute Momente, wie etwa, als man sieht, dass Doktor Phlox von den Klingonen zusammengeschlagen wurde. Oder, als er vier Medikamente verteilt, von denen eins heilen kann und der Rest potenziell tödlich ist. Woraufhin sich vier Klingonen freiwillig melden und den möglichen Rest ihres Lebens auf die typische Art ihres Volkes verbringen wollen.
Aspekte, die man so nie gesehen hat
Es sind faszinierende Momente, von denen man sich am liebsten noch mehr gewünscht hätte. Einfach, weil man hier einen Aspekt der klingonischen Kultur sieht, der zuvor nie wirklich thematisiert worden ist. Zu sehr wurden sie als Krieger dargestellt. Dass es auch andere Aspekte ihres Volkes gibt, wurde bestenfalls nur zaghaft angedeutet.
Am Ende hat man eine Erklärung dafür, wieso die glattstirnigen Klingonen überhaupt existieren. Es ist eine gute Begründung hierfür, wenn auch eine, die eigentlich mehr Platz hätte vertragen können. Aber den hat die Handlung ja leider nicht gekriegt.
Weshalb am Ende dies eine durchschnittliche Folge ist.
Infos
Drehbuch: Garfield Reeves-Stevens & Judith Reeves-Stevens
Regie: David Barrett
Showrunner: Manny Coto
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