Diese Episode fühlt sich im positiven Sinne wie klassisches Star Trek an.
Ein ungewöhnlicher Klingone kriegt endlich mehr Profil
Die USS Athena unternimmt ihren ersten Weltraumausflug des neuen Schuljahres. Und während das Raumschiff unterwegs ist, geht der normale Unterricht für die Studenten weiter. So eröffnet der Doktor (Robert Picardo) einen Debattierclub, um die Redegewandtheit der angehenden Sternenflottenoffiziere zu testen und zu fördern. Vor allem Caleb (Sandro Rosta) sticht dabei hervor, der anscheinend alle möglichen Vorschriften und Verträge auswendig kennt. Der Klingone Jay-Den (Karim Diané) hat dagegen Schwierigkeiten. Denn er spricht nicht gerne in aller Öffentlichkeit.
Doch dann ereignet sich etwas, das für ihn vieles verändert. Er erfährt, dass ein Raumschiff, auf dem sich seine Eltern aufhielten, verschollen gegangen ist und sie vermutlich tot sind. Für ihn ist es ein Schock, der dazu führt, dass er sich dafür einsetzt, dass über das Schicksal der klingonischen Diaspora debattiert wird. Derweil er sich an die Vergangenheit erinnert, an seine Familie, wo er als Nicht-Krieger hervorstach und an seinen Bruder, der viel zu früh verstarb.
Von Anfang stach Jay-Den aus dem Ensemble des Starfleet Academy-Casts hervor. Man hatte es hier nach langer Zeit wieder mit einem Klingonen zu tun. Der jedoch, anders als viele andere seine prominenten Vertreter, kein Krieger war. Sondern ein Arzt werden wollte. Die letzten beiden Folgen war er eher im Hintergrund zu sehen. Doch jetzt, mit Vox in Excelso, tritt er in den Vordergrund. Und erhält die bislang beste Episode der noch jungen Serie förmlich auf den Leib geschneidert.
Rückbesinnung auf alte Werte in Zeiten der Not
Es ist eine Folge, die dabei einmal mehr klar macht, welche Handlungsmöglichkeiten diese Post-Brand-Ära bietet. Die aber andererseits sich auch in vielerlei Hinsicht wie eine Rückbesinnung auf das anfühlt, was Star Trek eben so bekannt gemacht hat. Nämlich das Angehen von komplexen Problemen, verbunden mit einer tiefgehenden Charakterentwicklung.
In diesem Fall erfährt man, dass das klingonische Reich von einst nicht mehr existierte. Kronos, die einstige Heimatwelt des Reiches, ist durch den Brand anscheinend zerstört worden. Und die Klingonen haben sich zerstreut, wobei sie sich wieder mehr auf ihre ursprünglichen Werte besonnen haben und allem Anschein nach jedwede Hilfe von auswärts ablehnen.
Darum geht es auch im großen Thema: Wie soll man den Klingonen helfen, wenn sie so sehr auf ihre Eigenständigkeit, auf ihre eigenen Werte pochen und jede Hilfe von anderen ablehnen. Das ist das Dilemma, dass die Föderation und die Sternenflottenakademie beschäftigt. Es zeigt sich auch darin, als Kanzlerin Ake sich mit ihrer alten Flamme dem klingonischen General Wochok trifft. Und der es zwar genießt, wieder mit ihr zusammen zu sein, aber das durch sie hervorgebrachte Hilfsangebot ablehnt. Weil er weiß, dass er nie die Unterstützung der anderen Klingonen dafür erhalten würde.
Es wird persönlich
Und dann ist da der persönliche Plot. Wie geht Jay-Den mit der Sache um? Für ihn ist es persönlich, weil er zu Beginn der Episode anscheinend (Es wird vermutet, die endgültige Bestätigung fehlt allerdings) seine Familie verliert. Und das hat Auswirkungen.
Der Klingone steckt in einem Zwiespalt. Er, der nicht gerne in aller Öffentlichkeit redet, schlägt als Thema für den Debattenwettbewerb vor, ob man den Klingonen helfen soll oder nicht. Und einerseits will er selbst keine Hilfe haben, verkriecht sich in seinem Quartier und sinniert über früher nach. Nur um dann am Ende sich zu überwinden und dem bislang überlegenen Caleb eine emotionale Debatte liefert, wo beide über gegen die Debattenregeln verstoßen.
Es ist interessant, welche Argumente beide Seiten vorbringen. Und man kann beide gut nachvollziehen. Die Seite, die von Caleb vertreten wird, da es nämlich zu den Idealen der Föderation gehören würde, anderen zu helfen. Und die der Klingonen, weil es nämlich nicht mit ihren Werten vereinbar ist, sich helfen zu lassen. Welche Seite ist im Recht? Welche liegt hingegen falsch?
Das ist typisch Star Trek
Die Folge liefert eine überraschende Antwort. Die aber auch irgendwo typisch Star Trek ist. Die klar macht, wie man jemanden unterstützen kann, ohne dies offiziell zu tun. Es ist eine grandiose Auflösung.
Dabei werden im Laufe der Folge auch immer wieder Szenen eingestreut, in denen die Vergangenheit von Jay-den näher beleuchtet wird. Es ist eine Geschichte, die vieles erklärt. Wieso er so introvertiert ist und wieso das Schicksal seiner Rasse ihm so am Herzen liegt. Hier zeigt sich quasi im Mikrokosmos seiner Familie, wie die Klingonen in Starfleet Academy ticken.
Mit dieser Folge zeigt Starfleet Academy, dass es auch in der modernen Star Trek-Ära noch möglich ist, Episoden zu machen, die redegewaltig und philosophisch daherkommen. Hier stimmt alles, hier passt alles! Ganz große Leistung!
Info
Regie: Doug Aarniokoski
Drehbuch: Gaia Violo & Eric Anthony Glover
Showrunner: Alex Kurtzman, Noga Landau
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Warpskala
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