Review: Star Trek TNG 023 – Die schwarze Seele

Lesezeit circa: 5 Minuten

Es heißt Abschied nehmen an Bord der Enterprise.

Die schwarze Seele – Skin of Evil
Staffel 1 – Episode 23

Inhalt

Auf dem Rückweg zur Enterprise stürzt ein Shuttle mit Deanna Troi an Bord auf den Planeten Vagra II ab. Als die Enterprise zur Hilfe kommt und man ein Außenteam hinunter beamt, stellt sich heraus, dass die Bruchlandung von einer Lebensform namens Armus bewusst herbeigeführt wurde. Diese ist die Personifikation des Bösen und wurde von hochentwickelten Wesen geschaffen, die einst auf dem Planeten lebten. Nun existiert Armus ganz allein auf dieser inzwischen toten Welt und holte Troi zu sich, da es nicht mehr allein sein will. Als das Team der Enterprise versucht, ihre Kameradin zu retten, wird klar, dass Armus keine Gnade kennt, wenn es darum geht, seinen Willen durchzusetzen…

Rezension von Die schwarze Seele

Sich ein objektives Bild dieser Folge zu machen ist nicht leicht.
In vielerlei Hinsicht handelt sich um einen typischen TOS Plot, bei dem es die Enterprise-Crew mit einem fremden, bedrohlichen Wesen zu tun bekommt, das zunächst übermächtig erscheint und über Kräfte verfügt, durch welche es den Menschen weit überlegen ist. Und auch in visueller Hinsicht erinnert die Episode stark an die Originalserie: Die Darstellung der Planetenoberfläche ist mit ihren künstlichen Felsen und dem billig aussehenden Wrack des Shuttles aus heutiger Sicht recht primitiv und nicht sehr überzeugend.
Der Antagonist der Folge, Armus, welcher letztlich nicht viel mehr ist als eine Teerpfütze, die eine annähernd menschenähnliche Form annehmen kann, wirkt auf den Zuschauer nicht so abgrundtief böse, wie es von den Autoren wohl beabsichtigt war. Tatsächlich ist es schwer, nicht sogar ein gewisses Mitleid für ihn zu empfinden. Armus wurde von seinen Schöpfern einfach auf dem ansonsten gänzlich unbewohnten Planeten zurückgelassen, wo er nun dazu verdammt ist, in aller Ewigkeit zu existieren, da er nicht sterben kann.

Die schwarze Seele

So erscheint Armus trotz allem als eine tragische Figur, die man als Zuschauer selbst dann nicht zu hassen imstande ist, nachdem sie Tasha Yar getötet hat.
Damit kommen wir zum eigentlichen Kern der Episode: Tashas Tod gehört zu den größten Schockeffekten der ersten Staffel, da er völlig unerwartet kommt und es sich beileibe nicht um einen Heldentod handelt. Sie stirbt absolut sinnlos und ohne dass sie Armus in irgendeiner Weise provoziert hätte. Es kommt beileibe nicht alle Tage vor, dass eine Hauptfigur einer TV-Serie auf eine solche, fast schon beiläufige Art ums Leben kommt.
Umso ergreifender wurde dagegen die Trauerfeier auf dem Holodeck inszeniert, bei der die gesamte Mannschaft zugegen ist. Sie ist das emotionale Highlight, sowohl dieser Folge als auch der gesamten ersten Staffel, da die Abschiedsworte, die Tasha an jeden einzelnen ihrer Kameraden richtet, wunderbare kleine Portraits von jedem Mitglied der Brückencrew darstellen. Dadurch wird die fast schon familiäre Bindung, die sich zwischen den Hauptcharakteren der Serie bereits zu diesem frühen Zeitpunkt etabliert hat, auf eine sehr bewegende Weise unterstrichen.

Aber trotzdem kann man Die schwarze Seele nicht als eine der gelungensten Episoden von The Next Generation betrachten. Dafür ist die Inszenierung zu statisch, die Kulissen zu billig und das titelgebende Monster zu uninteressant. Zwar ist positiv anzumerken, dass Armus von Captain Picard auf clevere Weise überlistet wird, anstatt es einfach mittels Waffengewalt zu töten. Aber auch dies kann die Folge nicht wirklich retten. Es mutet schon fast unfreiwillig komisch an, Picard mit einer Teerpfütze reden zu sehen. Da Armus sowohl äußerlich als auch von seinem Verhalten her stark an ein Monstrum aus irgendeinem zweitklassigen Science-Fiction-Film der Fünfzigerjahre erinnert, bleibt von dieser Folge, außer Tasha Yars Tod, nicht viel im Gedächtnis, weswegen Die schwarze Seele wohl zurecht zu den eher unbeliebten Episoden gerechnet werden muss.

Fun Facts

  • Co-Autor der Folge war Joseph Stefano, der in den Sechzigerjahren die berühmte Anthologieserie The Outer Limits mitentwickelt hatte.
  • In der Episode Die Macht der Paragraphen hat Mart McChesney, der hier den bösen Armus spielt, noch einmal eine Gastrolle als Anführer der Sheliak.

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