Star Trek The Next Generation
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Review: Star Trek TNG 114 – Mission ohne Gedächtnis

Lesezeit circa: 3 Minuten

Die Crew verliert ihr Gedächtnis. Als sie es wieder erlangen, befinden sie sich auf einer eigenartigen Mission.

Conundrum – Mission ohne Gedächtnis
Staffel 5 – Episode 14

Inhalt

Nachdem die Enterprise von einem fremden Schiff mit einem Energiestrahl angegriffen wird, verliert die gesamte Besatzung ihr Langzeitgedächtnis. Niemand kann sich mehr an seinen Namen, seine Position auf dem Schiff oder auch an den Angriff selbst erinnern. Nachdem es gelungen ist, den ebenfalls beeinträchtigten Computer wieder in Gang zu bringen, stellt sich heraus, dass die Föderation sich angeblich in einem Krieg mit dem Volk der Lysarianer befindet und sich gerade, als der Angriff geschah, auf dem Weg zu einer alles entscheidenden Mission befand. Doch als man das Ziel erreicht hat, kommen Picard ernste Zweifel am Sinn seiner Befehle …

Rezension

Mission ohne Gedächtnis präsentiert sich als eine gelungene Mischung aus Ernsthaftigkeit und Humor. Es macht Spaß zuzusehen, wie die Crew völlig verwirrt agiert, da niemand weiß, wer er ist.

Es ist keine besonders originelle Idee, wenn in einer TV-Serie einer der Charaktere für eine Folge sein Gedächtnis verliert, doch dass gleich die gesamte Besetzung dieses Schicksal erleidet, ist ungewöhnlich.

Mission ohne Gedächtnis

Dies hat auch zur Folge, dass nur der Zuschauer weiß, dass der fremde Brückenoffizier, der so unvermittelt auftaucht, nicht zur Besatzung gehört und etwas mit der Situation zu tun haben muss. Doch seine Rolle in der Geschichte wird erst ganz zum Schluss aufgedeckt, bis dahin kommt es zu einigen höchst vergnüglichen Szenen zwischen den bekannten Charakteren, die sich einerseits anders, aber in gewisser Weise auch vertraut verhalten. Denn da sie nur ihr Langzeitgedächtnis verloren haben, nicht aber ihre grundlegenden Persönlichkeiten fallen sie sofort in ihre angestammten Verhaltensmuster. Dies führt dann letztlich auch zur Auflösung der Episode. Da Captain Picard nach wie vor der vorsichtige Mann ist, der nicht jeden Befehl blind befolgt, weigert er sich, die Raumstation der Lysarianer zu zerstören, da er den Sinn dieser Aktion nicht einsieht. Sein Verhalten führt so auch zur Enttarnung des Fremden, der sich als Angehöriger der mit den Lysarianern verfeindeten Sataaraner entpuppt.

Die Essenz dieser Folge ist jedoch die veränderte Interaktion der Charaktere untereinander. Riker und Ro Laren landen miteinander im Bett, Worf gibt den Captain, während Picard die Con bedient, Data hält sich zuerst für den Barkeeper im Zehn-Vorne, nur weil er während des Angriffs zufällig hinter dem Tresen stand, und so weiter. Diese Missverständisse sorgen für viele hochamüsante Szenen.

Trotz allem verliert die Episode nicht ihren ernsten Kern aus den Blick: Die Crew der Enterprise wird von den Sataaranern missbraucht, um einen Krieg zu beenden, mit dem die Föderation in Wahrheit überhaupt nichts zu tun hat. Nur Picards besonnenem Verhalten ist es zu verdanken, dass nicht tausende Unschuldige ihre Leben verlieren.

Doch an diesem Punkt offenbart sich auch ein gravierender Logikfehler. Wenn die Sataaraner die Macht haben, das Erinnerungsvermögen und die Computersysteme der Enterprise so perfekt zu manipulieren, warum besitzen sie dann nicht auch das technische Know-How, um die Lysarianer selbst zu besiegen? Dieser Patzer im Drehbuch zieht die Folge zum Glück nicht herunter, denn das originelle Grundkonzept macht dies wieder mehr als wett.

Im Hinblick auf die Effekte hat die Folge nicht sehr viel zu bieten, die Miniatur der lysarianischen Station kam bereits in der Episode Das Gesetz der Edo vor. Das Schiff der Sataaraner wurde – in leicht veränderter Form – ebenfalls schon in früheren Folgen eingesetzt.

Sven Wedekin

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