Erbsünde
| |

Review: Star Trek Voyager 10 – Erbsünde

Lesezeit circa: 4 Minuten

In Erbsünde muss sich die frischgebackene Kommandantin der Full-Circle-Flotte, Kathryn Janeway, einer neuen Herausforderung stellen.

Freunde?

Die Konföderation des Ersten Quadranten ist eine größere Macht im Delta-Quadranten. Es gibt gewisse Parallelen zwischen ihr und der Föderation, weshalb Kathryn Janeway nur allzu gern erste diplomatische Kontakte mit ihr knüpft. Wenn da nur nicht die Bedenken ihrer Untergebenen wären, die sie auf die dunklen Seiten jener regionalen Macht hinweisen.

Wobei einige von ihren Offizieren sich mit persönlichen Problemen herumschlagen müssen. Tom Paris sieht sich in einen Sorgerechtsstreit mit seiner eigenen Mutter verwickelt, bei dem es um seine eigene Tochter geht. Und Seven of Nine hat es mit einer Seuche zu tun, deren Ursprung Catome sind, jene kleinsten programmierbaren Materieeinheiten, aus denen die Caeliar bestanden.

Erbsünde ist die direkte Fortsetzung von Bewahrer. In jenem Roman bereitet Kirsten Beyer den Boden für das vor, was einen jetzt und dem kommenden Band beschäftigen wird. Admiral Kathryn Janeway wurde offiziell zur neuen Oberkommandierenden der Full-Circle-Flotte, derweil jene die Bewahrer sowie Konföderation des Ersten Quadranten kennenlernte.

Parallelen sind vorhanden

In diesem Buch lernt man mehr über diese bislang unbekannte Macht im Delta-Quadranten. Und ein wenig fühlt man sich an den TOS-Roman Die Stürme der Widrigkeiten erinnert. Da wie dort trafen die Protagonisten auf eine Macht, die bei der ersten Begegnung starke Parallelen zur Föderation aufwies. Da wie dort wurde dann im Laufe der Handlung festgestellt, dass es gewaltige Differenzen gab, die eine Mitgliedschaft in der Föderation unmöglich machten. Und da wie dort konnte man die Enthüllung schon Weitem kommen sehen.

Es gibt allerdings einen gewaltigen Unterschied zwischen dem Werk von William Leisner und dem von Kirsten Beyer. Die Autorin macht den Plottwist nicht zu einem zentralen Element von Erbsünde, sondern streut von Beginn an deutliche Signale ein, dass hier etwas nicht in Ordnung ist. Sie beschreibt, dass es innerhalb der Konföderation viele unterschiedliche Strömungen und Interessenten gibt, von denen einige Interessen haben, die im Prinzip gegen das ihrer Heimat verstoßen.

Wiederholt zeigt die Autorin die verschiedenen Facetten dieser Macht im Delta-Quadranten, wo es einerseits eine Gemeinschaft gibt, aber andererseits die Krankenversorgung auf einigen Planeten unter aller Sau ist, bzw. bei anderen enorme Fehlentscheidungen getroffen werden, die sich in Zukunft rächen werden. Sie macht deutlich, dass – auch wenn es gute Ansätze gibt – insgesamt die Konföderation noch nicht dazu bereit ist, Teil der Föderation zu werden.

Merkwürdig arrogant

Es ist eine angenehm differenzierte Darstellung, die den Plottwist besser aufbaut, als in dem TOS-Roman ihres Kollegen William Leisner. Was allerdings die Entscheidung von Kathryn Janeway, die Bedenken ihrer Untergebenen einfach so zur Seite zu schieben, merkwürdig arrogant und ignorant wirken lässt. Klar, der Admiral war schon immer jemand, der seinen eigenen Kopf durchsetzte. Doch hier, im Falle von Erbsünde wirken ihre Handlungen unpassend.

Wobei die Autorin es schafft, wirklich jedem Charakter der Reihe gerecht zu werden. Jedes aus der Fernsehserie bekannte Crewmitglied der Voyager erhält seinen eigenen Plot, den sie im Laufe des Romans weiterspinnt. Und so mancher Handlungsfaden entwickelt sich auch angenehm unvorhersehbar.

Das sind die Probleme des Holodocs, der aufgrund eines misslungenen Eingriffs von Doc Zimmerman zunehmend fehlerhafter agiert. Da ist Seven of Nine, die auf der Erde bei der Bekämpfung einer Seuche catomischen Ursprungs helfen soll. Oder der Kampf von Tom Paris um das Sorgerecht für seine Tochter gegen seine Mutter.

So mancher dieser Plots mag in Erbsünde klischeehaft wirken. Doch schafft es Kirsten Beyer, die perfekte Balance zu behalten, sodass die Ereignisse nicht zu übertrieben oder unglaubwürdig wirken. Das gelingt ihr dadurch, indem sie das Interesse des Lesers an den Charakteren und ihren Schicksalen erweckt.

Star Trek Voyager 10 Erbsünde
Cover © Cross Cult

Autor: Kirsten Beyer
Titel: Star Trek – Voyager 10: Erbsünde
Originaltitel: Star Trek – Voyager: Acts of Contrition
Übersetzer:  René Ulmer
Verlag: Cross Cult
Erschienen: 04/2017
Einband: Taschenbuch
Seiten: 510
ISBN: 978-3-95981-204-7
Sonstige Informationen:
Produktseite

 

 

 

Wertung

Wertung
8 10 0 1
8/10
Total Score

Positiv

  • Jedem Charakter aus der Fernsehserie wird im Buch eine Handlung gegeben
  • Handlungen wirken nicht zu übertrieben oder zu unglaubwürdig
  • Darstellung der Konföderation des Ersten Quadranten

Negativ

  • Verhalten von Kathryn Janeway
Götz Piesbergen

Ähnliche Beiträge

Kommentar verfassen