Und wieder scheint sich die Serie mehr an Star Trek zu orientieren, was natürlich ein Problem ist.
Und wieder das altbekannte Gefühl
Das Team SG-9 wurde zum Planeten P3X-513 geschickt. Allerdings ist es längst überfällig, weshalb SG-1 losgeschickt wird, um nachzuschauen, was vorgefallen ist. Sie stoßen auf Lieutenant Laurence Conner (Roger R. Cross), der beobachtet hat, wie sein Teammitglied Lieutenant Thomas Frakes getötet wurde.
Es stellt sich heraus, dass der Kommandant der Einheit, Captain Jonas Hanson (William Russ), größenwahnsinnig geworden ist. Er lässt sich von den primitiven Einwohnern als Gott anbeten und lässt diese für sich einen Tempel errichten. Derweil er in Wahrheit versucht, eine Goa’Uld-Technologie in Betrieb zu nehmen, mit der er einen Schutzschirm um die Welt aufbauen kann und sie so vor der starken UV-Strahlung der Sonne schützen kann. SG-1 ist da für ihn ein ärgerliches Hindernis. Zumindest, bis Sam Carter (Amanda Tapping) seine Gefangene wird.
Beim Gucken von Das erste Gebot stellte sich erneut das bekannte Gefühl an. Das Gefühl, wieder nur eine alte Star Trek-Story im neuen Gewand zu beobachten. Womit im Prinzip klar ist, dass die Reihe, obwohl sie nun in der sechsten Folge ist, ein massives Problem hat.
Erneut lässt „Star Trek“ grüßen
Denn der Plot dieser und der letzten beiden Episoden war im Prinzip immer und ein derselbe. SG-1 kommt auf eine fremde Welt, stößt auf ein Problem und löst es, dank seiner überlegenen Kultur und Technologie. Bei ihrer Rückkehr hinterlassen sie einen Planeten, auf dem großes Unrecht wieder gut gemacht wurde.
Diese Art von Handlung wurde schon diverse Male in Star Trek genutzt. Und selbst dort war man es irgendwann über. Was eben diese Nutzung hier so problematisch macht. Insbesondere dadurch, dass die hilflosen Völker häufig Primitive sind, die noch dazu eine andere Hautfarbe haben als die meisten Mitglieder von SG-1.
Was man hier wirklich vermisst, ist der Aufbau einer eigenen Identität. Damit sind jetzt nicht nur die Schauspieler, Kostüme und Kulissen gemeint. Sondern ebenfalls die Handlungen, die Charakterisierungen und die langfristigen Konsequenzen.
Wo bleibt die eigene Identität?
Es ist natürlich klar, das man in einer über 20 Folgen langen Staffel jetzt nicht erwarten darf, dass in jeder Episode die Haupthandlung weiterentwickelt wird. Dass es dann stellenweise zu Handlungen kommt, die nicht so viel zum Hauptplot beitragen, ist eine zwangsläufige Konsequenz davon.
Und doch würde man sich wünschen, Stargate SG-1 würde endlich mal den Mumm aufbringen, eigene Plots zu entwickeln, eigenes Material zu verwenden. Oder die Jagd nach Apophis und den Entführten weiter zu entwickeln. Doch das scheint aktuell nicht der Fall zu sein. Stattdessen sind die letzten Episoden alle nach Schema F geschrieben und man beginnt sich sehr schnell sehr zu langweilen.
Da hilft es auch nicht, dass die beteiligten Darsteller gute Arbeit leisten. Das ein William Russ als Captain Jonas Hanson wirklich begeistern kann. Ebenso, wie Amanda Tappings Sam Carter, deren moralisches Dilemma man sehr gut nachvollziehen kann. Natürlich sind außerdem die Sprüche von Colonel O’Neill grandios.
Aber das übertüncht halt nicht die Probleme, die diese Episode hat. Die auch die Reihe bislang hat. Momentan ist aus heutiger Sicht und aus der Perspektive von jemanden, der Stargate SG-1 jetzt das erste Mal schaut, nicht nachvollziehbar, wieso die Serie so erfolgreich und legendär wurde. Da muss was geschehen! Hoffentlich!
Info
Regie: Dennis Berry
Drehbuch: Robert C. Cooper
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