Mehrere Parteien sind hinter dem Gelée royal der Alien-Königin her.
Handlung
Dr. Stanislaw Mayakovsky ist mit seiner Partnerin Julie Lish und dem Androiden Gill auf dem Planeten A6 454 gestrandet. Um zur Landefähre eines Konkurrenzunternehmens zu gelangen, müssen sie das Alien-Nest durchqueren. Dies gelingt ihnen mit Hilfe von Pheromonbändern, welche die Xenomorphe täuschen. Doch ihnen bleiben nur drei Stunden, um die rettende Fähre zu erreichen. Dank dem Synth LX-1, der sich für sie opfert, schaffen sie es im letzten Moment, werden aber an Bord des Rettungsschiffes von Aliens angegriffen. Bei deren Abwehr bekommt Julie eine Ladung Säure ins Gesicht und muss mit Gelée royal behandelt werden.
In der Zwischenzeit löscht Mayakovsky den Kurzzeitspeicher des Synths und präpariert diesen. Der Captain des Raumschiff Lancet, zu dem die Landefähre gehört, ist nämlich unterwegs und erhebt Anspruch auf das Eigentum seines Arbeitsgebers NeoPharm. Stanislaw denkt jedoch nicht daran, das gestohlene Gelée royal zurückzugeben. Zunächst lässt er einen Entertrupp der Lancet kommen, der prompt von Xenomorphen getötet wird. Anschließend schickt er Gill als Unterhändler, den der fremde Captain bereitwillig an Bord lässt.
Wie es scheint, will Mayakovsky die Lage aussitzen, bis Captain Hoban von der Dolomit eintrifft, um ihn zu retten. Er hat allerdings noch ein Ass im Ärmel, denn er hat Gill mit einem Sprengsatz ausgerüstet und ein Unterprogramm geschrieben, welches den Synth bei Nennung eines Codeworts in die Luft jagt. Damit ist der Doktor die Konkurrenz zwar los, doch nicht die Xenomorphe, die neben der Lancet auch deren Landefähre stürmen.
Rezension von Aliens: Das Nest
Nachdem Dr. Stanislaw Mayakovsky, Julie Lish und Gill am Ende des ersten Bandes auf dem Alien-Planeten gestrandet waren, bleibt ihnen jetzt nur noch ein Ausweg: Sie müssen die Landefähre der Lancet erreichen. Dank der Pheromonbänder können sie das Alien-Nest problemlos durchqueren, was fast schon zu glatt läuft. Der Doktor bricht allerdings aufgrund seiner Krebserkrankung zusammen und muss den Rest des Weges vom Androiden Gill getragen werden.
Auf dem Weg ist Eile geboten, denn die Bänder schützen die Gestrandeten nur wenige Stunden. Der Hund, an dem Mayakovsky seine Erfindung getestet hat, scheint derweil längst tot zu sein. LX-1 hat dagegen im Alien-Nest überlebt und verschafft seinem Schöpfer und dessen Begleitung Zeit, indem er sich wortwörtlich eine Waffe aus den Rippen schnitzt, mit der er den Aliens einheizt.
Kaum sind die drei Gestrandeten in der fremden Landefähre angekommen, werden sie von den Xenomorphen eingeholt, die Gill einen Arm abreißen. An Bord sind die Flüchtigen aber auch kaum besser dran, denn dort haben sich zwei weitere Aliens eingenistet, die Lish über den Haufen schießt. Eigentlich müsste das Säureblut ein Loch in den Schiffsrumpf ätzen, doch Schaden scheint hier lediglich Julies Gesicht zu nehmen. So extrem ätzend, wie das Alien-Blut ist, hätte es ihr eigentlich die Gesichtshaut und Augen wegfressen müssen, doch sie ist lediglich etwas gerötet und kann mit Gelée royal behandelt werden. Offenkundig hat der Autor die Filmvorlage nicht wirklich verinnerlicht.
Nicht einmal den ersten Teil seines eigenen Comics scheint Prosser noch im Sinn gehabt zu haben, denn in Band 2 taucht überraschend die Lancet auf. Diese kann damit nicht mit dem Wrack im Orbit identisch sein, welches Captain Hoban von der Dolomit im ersten Band untersuchen lassen hat. Das wirft gleich mehrere Fragen auf. Zum einen, wo hat sich die Lancet die ganze Zeit über aufgehalten und warum schaut ihr Captain erst jetzt nach dem ermordeten Landungsteam? Zum anderen fragt sich, um welches Raumschiff es sich bei dem Wrack handelt? Was haben die Daten aus dem Flugschreiber ergeben, den Captain Hoban bergen lassen hat? Nichts davon wird beantwortet! Der Handlungsbogen um das Wrack wird einfach abgewürgt und ist damit unnötige Junk-Info.
Wenn das schon unbefriedigend ist, setzt das Finale dem Fass die Krone auf. Es hagelt noch einmal jede Menge Logikfehler und sinnlose Aktionen. So hat die Lancet nur einen ringförmigen Schutzschild, statt einem kuppelförmigen wie das Raumschiff im Genocide-Zweiteiler. Damit haben die Aliens die Chance, eine Räuberleiter zu bilden und einfach drüber zu klettern. Doch bevor sie die Lancet ohnehin auseinandernehmen, sprengt Dr. Mayakovsky deren Brücke mit Hilfe von Gill in die Luft, den er als wandelnde Bombe geschickt hat. Tut das irgendwas zur Sache? Nö! Kurz darauf wird nämlich auch das Landungsschiff von den Xenomorphen aufgebrochen.
Stanislaw und Julie enden als Brutkästen im Alien-Nest und darüber ist man nicht mal wirklich traurig. Immerhin hat Dr. Mayakovsky die Crew der Lancet bestohlen, dabei erst ihr Außenteam und dann die Besatzung des Mutterschiffs von seinen Synths ermorden lassen. Er hat also bekommen, was er verdient! Vielleicht hat Captain Hoban sich sogar absichtlich Zeit mit der Rettung gelassen, denn immerhin hat Stanislaws Xenomorphenandroid LX-1 auch einige seiner Crewmitglieder gemeuchelt. Obendrein wäre der Doktor ohnehin kurz darauf an seiner Krebserkrankung gestorben.
Irgendwie erscheint der gesamte Doppelband damit recht überflüssig. Wenig sympathische Charaktere begeben sich auf eine fragwürdige Mission und am Ende sind fast alle tot. Was aus Captain Hoban und der Dolomit wird, spielt am Ende ebenfalls keine Rolle mehr. Wie die Nebenhandlungen verschwinden sie im Nichts.
Farbenfroh sieht anders aus
Wie bereits der erste Band hat auch Das Nest grafisch nicht viel zu bieten. Die Xenomorphe entsprechen nur sehr grob der Filmvorlage. Ihre biomechanische Struktur ist bestenfalls angedeutet, stattdessen wirkt es so, als ob ihnen braune Schläuche aus dem Kopf direkt in die Schultern wachsen. Das Nest der Aliens hat ebenfalls nicht viel von Gigers Design. Die menschlichen Charaktere sind auch nicht wahnsinnig spektakulär umgesetzt und die Technologie entspricht absolut nicht dem Alien-Franchise.
Kurios ist ferner die Landestelle der Rettungskapsel zu Beginn. Diese hat einen regelrechten Krater in die Planetenoberfläche geschlagen. Wenn die Wucht des Aufpralls so groß war, hätte die Kapsel eigentlich zerschellen müssen, und man fragt sich, wie die Insassen unverletzt überleben konnten. Noch unerklärlicher ist der Sockel, auf dem die Kapsel thront. Wie soll der denn entstanden sein? Einschlagkrater von Asteroiden haben zwar eine Erhebung im Zentrum, aber keine solche Säule, auf der die Rettungskapsel dann punktgenau landet und liegen bleibt. Das ist schon reichlich absurd.
Die Farben sind diesmal etwas kräftiger, doch immer noch weit entfernt von einer natürlichen Palette. Es dominieren immer noch Blautöne. Das Cover mit seinem hohen Detailgrad und den sandigen Farben weckt völlig falsche Erwartungen an den Inhalt.
Fazit: Reise ins Nirvana
Bereits der Auftaktband Gelée royal konnte weder inhaltlich noch optisch überzeugen. Das Nest beantwortet dabei keine der offenen Fragen, sondern lässt die Leser verwirrt zurück. Für Sammler sind die ersten beiden Alien-Bände von Feest höchstens der Vollständigkeit halber von Interesse.
Info
Autor: Jerry Prosser
Zeichner: Kelley Jones
Farben: Les Dorscheid
Verlag: Feest Comics
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Warpskala
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Story1/10
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Zeichenstil3/10
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Kolorierung2/10
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