In Fish in the Jailhouse zeigt sich, wozu Freunde da sind.

Ein überraschender Auftritt

Matt Murdock (Charlie Cox), Jessica Jones (Krysten Ritter) und Luke Cage (Mike Colter) wachen im Polizeirevier auf, wo sie wegen des Verdachts des Mordes an Stick und Sowande festgehalten werden. Doch das Trio beschließt, sich selbstständig zu machen, um die Hand aufzuhalten. Dabei erhalten sie in der einen oder anderen Form Unterstützung von ihren Freunden.

Derweil macht Elektra (Élodie Yung) den übrigen Fingern der Hand klar, dass sie ab jetzt das Sagen hat. Und während diese sich anschließend um die Helden kümmern, widmet sie sich der Iron Fist (Finn Jones). Sie redet mit ihm, versucht ihn davon zu überzeugen, dass er mit seiner Ablehnung der Hand im Unrecht ist. Doch am Ende kommt es, wie es kommen muss und sie kämpfen gegeneinander.

Fish in the Jailhouse ist eine Folge, mit der man so nicht gerechnet hat. Ursprünglich ging man als Zuschauer davon aus, dass Figuren wie Foggy Nelson oder Colleen Wing mit Schutzsuche erstmal aus der Staffel rausgeschrieben wurden, bis sie vielleicht im Nachhinein der finalen Episode nochmal auftreten würden. Doch jetzt zeigt sich, dass man damit im Irrtum liegt. Dass die Charaktere nun wieder auftauchen und sogar einiges zur Handlung beitragen ist eine schöne Überraschung.

Eine Belohnung für treue Fans

Es ist aber auch faszinierend, wie gut es der Folge gelingt, die verschiedenen Figuren unter einen Hut zu kriegen. Der Hauptfokus liegt zwar auf Matt Murdock, Jessica Jones und Luke Cage. Doch gleichzeitig schafft es die Serie, dass ein Foggy Nelson, eine Karen Page oder eine Claire Temple ausreichend Szenen erhalten, in denen sie glänzen können und den Plot weiter voranbringen. Und das, ohne dass man das Gefühl hat, dass hier wertvolle Screentime flöten geht.

Im Gegenteil: Ihre Auftritte sind in Fish in the Jailhouse für Fans der Netflix-Marvel-Serien ein netter Bonus. Eine Belohnung dafür, dass man die vorherigen Reihen so fleißig gesehen hat und ebenfalls ein Mittel dazu, um die Serien untereinander zu verknüpfen, ohne dass es forciert wirkt. Weshalb Momente, wie etwa, als Foggy Nelson Matt Murdock gut zuredet und ihm heimlich sein Kostüm wiedergibt, auch so grandios sind.

Interessanterweise kommt die Folge größtenteils ohne Kampf oder Actionszenen aus. Es wird hier „nur“ geredet. Wobei diese Dialoge auch so wichtig sind, eben weil dadurch Charaktermomente, wie etwa wenn Claire Temple sich darüber beschwert, dass sie eigentlich mit den Menschen mit besonderen Gaben nichts zu tun haben wollte. Was, wie Colleen ironisch anmerkt, ja auch super geklappt hat.

Zeit für interessante Action

Oder wenn Elektra in Fish in the Jailhouse den restlichen Fingern der Hand klar macht, dass sie das Sagen hat. Was bei denen nicht unbedingt auf Gegenliebe stößt. Doch am Ende machen sie gute Mine zum bösen Spiel und unterstützen den Black Sky, die anschließend versucht, Iron Fist zu überreden, ihnen zu helfen. Was dieser natürlich nicht will.

Doch bei Letzterem wird klar, dass sie damit gerechnet hat. Dass sie ihn manipuliert hat, damit er sie mit aktivierter Iron Fist angreift. Und dadurch die Tür aufmacht. Hier zeigt sich, wie intelligent die ehemalige Elektra vorgeht und wie sehr man sie nicht unterschätzen darf.

Im Finale kommt es dann auch zur Action, die aber nicht so wie erwartet abläuft. Man würde eigentlich erwarten, dass dadurch, dass die drei Helden gegen die drei Finger antreten, jeder von denen sich einen Gegner aussucht. Doch weit gefehlt. Während Luke Cage und Jessica Jones ihre Probleme mit den Kräften von Madame Gao haben, scheint es Daredevil mühelos mit Bakuto und Murakami aufnehmen zu können. Ein interessanter Einblick, der indirekt unterstreicht, dass der Teufel von Hells Kitchen neben der Iron Fist derjenige ist, der am meisten Erfahrung im Kampf mit der Hand hat.

Eine interessante Art, zum Unterschlupf des Bösen zu kommen

Übrigens erlaubt sich Fish in the Jailhouse einen Moment der absoluten Heiterkeit. Als nämlich Matt Murdock, Luke Cage und Jessica Jones aus dem Polizeirevier ausbrechen, sind sie am Überlegen, wie sie zum Hauptquartier der Organisation kommen. Und da keiner von ihnen einen Führerschein hat, nehmen sie… die U-Bahn. Wo Jessica gleich mal von einem Schlafenden sich eine Dose Bier nimmt. Ich habe in diesem Moment laut losgelacht, weil der so unerwartet daherkommt.

Am Ende ist das eine gute Folge, ehe in der nächsten Episode dann auch das Finale startet.

Infos:

Drehbuch: Lauren Schmidt Hissrich & Marco Ramirez
Showrunner: Marco Ramirez
Regie: Félix Enríquez Alcalá

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Götz Piesbergen
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