Die zweite Folge der Serie wirkt sehr schnell generisch und lieblos gemacht.
Eine Übung in Sachen Erwartungshaltungsmanagement
Lara (Hayley Atwell) beobachtet, wie Mila auf die Zerstörung des Dorfes reagiert. Sie schleicht sich näher heran und kann Fig (Marisha Ray) belauschen. Deren nächstes Ziel Brasilien ist. Später ruft Lara Sam (Karen Fukuhara) an, um ihr von allem zu erzählen. Woraufhin ihre Freundin beschließt, sie zu begleiten.
Sie kommen vor Ort an und reisen zu einer verlassenen Kirche. Wo sie nicht nur einen geheimen Raum entdecken, sondern ebenso von Fig angegriffen werden. Die allerdings flieht, als die Polizei kommt. Damit ist die Situation jedoch immer noch nicht geklärt, denn die wahre Bedrohung lauert immer noch da draußen.
Tomb Raider: The Legend of Lara Croft zu schauen ist eine gute Übung in Sachen Erwartungshaltungsmanagement. Man darf an die Reihe nicht mit der Erwartung herangehen, dass dies eine AAA-Trickserie ist. Im Gegenteil: Wie Das Fest von Yemeja beweist, versucht die Serie anscheinend eher das Niveau eines Trashfilms zu erreichen.
Alles abgearbeitet?
Vieles an dieser Episode wirkt so, als ob hier eine Checkliste abgearbeitet wurde. Das große Mysterium dieser Staffel wird weiter ausgebaut. Es kommt zu einer ersten Auseinandersetzung zwischen Lara und der Handlangerin der Antagonistin. Und die Protagonistin darf die richtigen Prioritäten setzen und wird dafür auch belohnt.
Das Problem ist, dass das alles furchtbar generisch und langweilig wirkt. Eben weil der Großteil von dem, was in dieser Episode geschieht, vorhersehbar ist. Man ahnt bereits, welche Figur welche Rolle spielt. Entsprechend überraschungsarm wirkt das Geschehen.
Es ist dabei nicht nur diese Überraschungsarmut, die nicht gerade dafür sorgt, dass man das Geschehen genießt. Sondern ebenso die Tatsache, dass einige Szenen es einem nicht eben einfach machen, die Folge zu genießen. Das beste Beispiel hierfür ist die Szene, in der Lara und Sam in den geheimen Raum eindringen, wo lauter Statuen der Orisha sind, deren Masken der McGuffin dieser Season sein wird.
Gute Action
Bis Fig den Zuschauer erlöst, folgt jede Menge Exposé. Es werden jede Menge Infos fallen Gelassen, die die Lore im Hintergrund weiter ausbauen sollen. Doch das Problem ist, dass dies so hölzern und elendige präsentiert wird, dass man sich schnell langweilt. Und es dann auch feiert, als die rechte Hand von Mila die Protagonisten angreift.
Dabei fragt man sich auch, welche Rolle Sam in dieser Staffel innehaben soll. Denn ihre Hauptfunktion scheint der Stichwortgeber und Fragesteller zu sein, die dafür sorgt, dass die Ereignisse sich weiterentwickeln. Und sobald das erledigt ist, ist sie gefühlt nur da. Sie ist anwesend, trägt aber nichts mehr zur Handlung bei, die danach von Lara Croft alleine getragen wird.
Wobei es jetzt nicht so ist, als ob die Folge stinklangweilig ist. Die paar Actionmomente sind durchaus gut geworden. Der Kampf zwischen Lara, Sam und Fig im ersten Akt der Episode hat so einige starke Augenblicke.
Schwache Basis
Aber Action alleine reicht eben nicht. Es muss ebenso Momente geben, in denen diese mit etwas Handlung, mit etwas, worauf sie ruhen können, unterfüttert werden. Und hier schwächelt die Episode, aus den diversen vorher genannten Momenten.
Nicht, dass die Animationen da besser sind. Die waren schon früher der Schwachpunkt der Reihe. Und sind es dieses Mal erneut. Es gibt Momente, wo sie wirklich straucheln. Wenn man beispielsweise sieht, mit wie wenig Animationen ein Rundgang durch die Stadt inszeniert worden ist, hat man fast das Gefühl, dass hier einiges deutlich schiefgelaufen ist.
Es bleibt am Ende, die Tomb Raider: The Legend of Lara Croft-Reihe ist eine einzige Enttäuschung.
Info
Drehbuch: Shakira Pressley
Showrunner: Tasha Huo
Regie: Giselle „Faragon“ R.
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