In NTHLAW1 lernt man unter anderem die Vergangenheit von Agent Stone kennen.

Rückblende in die Vergangenheit

John Doe (Anthony Mackie) und Quiet (Stephanie Beatriz) sind Gefangene von Agent Stone. Sie werden von ihm und seinen Männern gefoltert, damit sie ihm sagen, woher sie die Karte haben, mit der sie eigentlich all seine Checkpunkte umfahren können. Doch das Verhör könnte anders verlaufen, als gedacht.

Doch war Agent Stone (Thomas Haden Church) schon immer der knallharte Gesetzeshüter, der er in der Gegenwart ist? In seiner Vergangenheit war er Single und Cop, als die Welt unterging. Und er litt ziemlich unter dem Untergang der Zivilisation, wo jeder jeden hinterging. Bis eines Tages etwas geschah, was ihn komplett veränderte.

Der Anfang von NTHLAW1 ist interessant. Man sieht in einer Rückblende, wie ein Agent Stone, damals noch ein Polizist, den Untergang der Zivilisation miterlebt. Es sind durchaus beeindruckende Bilder, natürlich kombiniert mit dem für Twisted Metal üblichen übertriebenen Humor.

Eine interessante Enthüllung

Und so sind die Rückblenden auch mit das Highlight in dieser Folge. Weil man hier wirklich sieht, wie für den Offizier alles den Bach runtergeht. Wie er von seinen eigenen Nachbarn überfallen wird und so persönlich lernt, dass er nichts und niemanden vertrauen kann. Bis er am Ende der Episode ein einschneidendes Erlebnis hat, was ihn enorm verändert.

Gleichzeitig erfährt man in diesem Finale von NTHLAW1 einen interessanten Twist, was den Charakter angeht. Es stellt so ziemlich alles, was man über ihn dachte, auf den Kopf. Auch wenn man diese Wendung, um ehrlich zu sein, von vorneherein hat kommen sehen. Denn solche Twists wurden und werden ja öfters gerne in solchen postapokalyptischen Stories eingesetzt.

Doch gleichzeitig muss man sagen, dass diese Folge ziemlich langweilig ist. Klar, sie bietet einige krasse Momente, die einem deutlich machen, dass die Zivilisation, wie wir sie kennen, untergegangen ist. Jedoch fühlt sich vieles davon gezwungen an, so als ob die Macher es einbauten, um eine gewisse Quote an Gewalt in der Folge einzubauen.

Soll man schockiert sein?

Der Zuschauer soll vermutlich schockiert reagieren, wenn man die Folter von John Doe und Quiet in NTHLAW1 mit erlebt. Das vor allem das Waterboarding einen erschüttern soll. Doch untergräbt die Folge diesen Plan im selben Atemzug selbst. Denn diese Szenen, die ernst wirken sollen, werden mit jeder Menge Humor präsentiert. Sie wirken gewollt absurd, so als ob sie nochmal unterstreichen sollen, dass diese Welt, in der sie sich befinden, selbst völlig verrückt geworden ist.

Es ist diese Gleichzeitigkeit von Ernst und Humor, an der die Folge scheitert. Es gibt nicht gerade wenige Momente, wo man sich um das Schicksal der Protagonisten fürchten soll. Was man aber nicht tut, weil diese Szenen dann mit einer übertriebenen und derben Komik präsentiert werden. Da werden die beiden gefoltert und John Doe macht noch Scherze. Oder sie füllen Formulare aus, bis sie bluten und John beschwert sich, dass sein Bleistift so kurz geraten ist. Solche Sachen halt.

Es wirkt so, als NTHLAW1 Angst hatte, mal für einen Moment auf die Komik zu verzichten, um den Ernst der Lage zu verdeutlichen. Dass sie lieber einen Gag zu viel, als zu wenig einbauten, obwohl das am Ende der Folge eher schadet, als nützt. Weshalb dann auch der Moment, wo Quiet ihren Bruder rächt, einen nur milde lächeln lässt. Das emotionale Investment ist schlicht und ergreifend nicht vorhanden, auch wenn die Macher vorher versucht haben, diesen Augenblick der Rache vorzubereiten.

Wenn die Nebenfiguren interessanter als die Hauptcharaktere sind

Denn die Figuren, mit denen man es hier zu tun hat, sind überwiegend alles egoistische Arschlöcher. Sogar Quiet selbst und von John Doe ganz zu schweigen. Der die Tatsache, dass er seinen Befreier verloren hat, mit einem Schulterzucken abtut und sich wieder der Tagesordnung widmet.

Doch ausgerechnet der Befreier, Stu, ist die interessanteste Figur in dieser Episode. Er ist sogar noch interessanter als die Hauptfiguren. Und hier scheint sich ein Muster zu wiederholen. Dass nämlich die Hauptcharaktere einem am Allerwertesten vorbeigehen, derweil vereinzelte Nebenfiguren, wie unter anderem Sweet Tooth, abwechslungsreicher wirken.

Und deshalb ist NTHLAW1 nicht so überragend.

Infos:

Drehbuch: Grant Dekernion
Showrunner: Michael Jonathan Smith
Regie: Jude Weng

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Götz Piesbergen
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