[TOS 041] Wie schnell die Zeit vergeht

Lesezeit circa: 5 Minuten

Ein Virus lässt einige der Führungsoffiziere rasant altern. Es bleibt wenig Zeit, um ein Mittel zu finden.

Staffel 2, Folge 12, Sternzeit 3478,2
„Wie schnell die Zeit vergeht“ – „The Deadly Years“

Wie schnell die Zeit vergehtDie Handlung

Auf Gamma Hydra IV infizieren sich Kirk, Spock, McCoy, Scott und Lieutenant Galway mit einem Erreger, der den natürlichen Alterungsprozess beschleunigt. Einzig Chekov, der ebenfalls dem Landeteam angehört, ist aus unerklärlichen Gründen nicht erkrankt.

An Bord versucht McCoy fieberhaft ein Heilmittel zu finden. Die Zeit drängt, denn der Alterungsprozess schreitet voran. Mit ihm unterliegen die Betroffenen auch den typischen Begleiterscheinungen. Das Gedächtnis lässt nach, Müdigkeit tritt häufiger auf, die Kräfte lassen nach. Der Körper zeigt die bekannte Altersschwäche.

Galway, obwohl die jüngste der Erkrankten, erliegt der Krankheit.

Commodore Stocker, der mit seiner Begleitung zur Starbase 10 unterwegs ist, enthebt Kirk aus dem Kommandostand. Er lässt einen neuen Kurs setzen, um schneller bei Starbase 10 anzukommen. Dabei fliegt er direkt in die Neutrale Zone, was zu Schwierigkeiten mit den Romulanern führt.

McCoy hat in der Zwischenzeit eine Entdeckung gemachht. Chekov ist gesund, weil ein Adrenalinstoß eine Infektion verhindert hat. Aus dieser Erkenntnis heraus stellt er ein Heilmittel her.

Bevor es zu einer ernsthaften Auseinandersetzung mit den Romulanern kommen kann, wendet Kirk, inzwischen geheilt und wieder jung, mit einer cleveren Finte einen Kampf ab.

Rezension von „Wie schnell die Zeit vergeht“

Wie schnell die Zeit vergeht, wenn man unnatürlich schnell altert. Natürlich drängt die Zeit mit Macht, denn am Ende des Prozesses steht der Tod. Im Weltraum lauern unbekannte, teils unbegreifliche Gefahren. Darunter selbstverständlich unbekannte Krankheitserreger. Auch ein Virus, der das Altern eines Körpers rasant beschleunigt, ist denkbar.
Ob ein Heilmittel den Prozess nicht nur aufhalten, sondern auch regelrecht umkehren kann, sei dahin gestellt. Ich möchte mich dazu aber nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Das wäre eine Fragestellung für Biologen und Genetiker.

Der Verlust der Jugend

Natürlich beklagt Galway den Verlust ihres jungen Aussehens. Statt glatter Haut zeigt ihr Spiegelbild in aller Deutlichkeit, wie Falten auftreten, die Haare grau werden, an Spannkraft verlieren. Es scheint nicht die Krankheit selbst zu sein, die ihr Angst macht, sondern das Aussehen. Ein Hinweis auf den auch heute noch vorherrschenden Jugendwahn. Der Begriff der Jugend ist positiv besetzt. Das Altern hingegen, so natürlich es ist, wird teilweise sehr negativ betrachtet.

Wie schnell die Zeit vergehtMaske und Schauspiel

Der Versuch, jemanden in einen Greis zu verwandeln, ist hier geglückt. Besonders DeForest Kelley ist überzeugend gealtert. Bei Spock hingegen ist die Vergreisung nicht so stark geraten. Dabei muss allerdings beachtet werden, dass ein achtzigjähriger Vulkanier nicht mit einem achtzigjährigen Menschen zu vergleichen ist. Schließlich leben Vulkanier um einiges länger als die Menschen.

Selbst Shatner, der im Allgemeinen der Figur „Kirk“ kein eigenes Leben einhaucht, sondern beständig sich selbst zu spielen scheint, überzeugt in „Wie schnell die Zeit vergeht“. Seine Darstellung des alternden Captains, der seine zunehmende Dienstunfähigkeit nicht wahrhaben will, ist gelungen. Er reagiert patzig, regelrecht pampig auf die Hinweise, er könne das Kommando so nicht weiterführen. Die Gedächtnislücken und Verwirrung über doppelt gegebene Befehle sowie der daraus entstehende Ärger auf sich selbst, wirken ungekünstelt.

Ebenso Spocks Konflikt ist plausibel. Er steckt zwischen der freundschaftlichen Loyalität zu seinem Captain und dessen unübersehbaren Dienstfähigkeit fest.

Stocker

Commodore Stocker scheint ein Paradebeispiel für aalglatte und schleimige Bürokraten zu sein. Dazu ist er praktisch unbrauchbar. Wie kann jemand einen so hohen Rang erreichen und dennoch eine haarsträubende Dummheit begehen? Aus egoistischen Gründen ändert Stocker den Kurs und fliegt prompt in die Neutrale Zone hinein. Ich frage: Wie kann man nur? Die Neutrale Zone besteht nicht erst seit dem Vortag. Ihre Funktion ist bekannt. Der Vetrag mit den Romulanern diesbezüglich ist bekannt. Was bringt Stocker dazu, die Zone trotzdem absichtlich zu verletzen? So realitätsfern kann / darf ein so ranghoher Offizier eigentlich nicht sein.

Chekov

Ein Schock und jede Menge Adrenalin bewahren Chekov davor, ebenfalls vorschnell zu altern. Der Grund ist ein unvorhergesehener Fund eines Toten. Warum Chekov dann allerdings panisch schreiend davon rennt, will mir nicht so recht in den Kopf. Natürlich ist er noch jung, sollte jedoch bereits genug erlebt haben. Einen Schrecken gestehe ich ihm zu. Keinen lässt es kalt, quasi über einen Verstorbenen zu stolpern. Die gezeigte Reaktion hingegen ist meines Erachtens übertrieben. Für die Story hingegen, die einen Adrenalinstoß als Mittel gegen den Erreger vorsieht, musste ein solches Konstrukt wohl her.

Ein wenig Humor

Kaum eine Folge kommt ohne ihn aus. Hier bekommt er einen traurigen Beigeschmack. Kirk schläft auf der Brücke ein, sodass Spock ihn wachrütteln muss. Kirk behauptet dabei schlaftrunken, er habe nur nachgedacht. Es könnte eine belustigende Szene sein. Doch hier wird es sehr deutlich, wie das Alter sich bemerkbar macht und Kirk diesen Umstand nicht wahrhaben will. Diese Reaktion ist bei Senioren gar nicht so untypisch.

Fazit: Trotz einiger offensichtlicher Konstrukte im Plot, halte ich die Folge für gut gemacht.

Fun Facts

  • Für Captain Janeway (Star Trek Voyager) wird Stockers Kommandoübernahme zum Präzedenzfall für Generalorder 106.

Der deutsche Titel

Er erscheint mir erstaunlich poetisch und passend. „Wie schnell die Zeit vergeht“ trifft hier zu. Gleichzeitig scheint auch die verbleibende Zeit, bis der Körper den Endpunkt erreicht hat, zu schnell zu vergehen.

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Kirsten Pevestorf

Kirsten ist Jahrgang 80 und ein totaler TOS-Fan, kein Wunder, dass sie sich bei und auch hauptsächlich darum kümmert. Wenn das nicht reicht, vertritt sie Marco in der Chefredaktion.
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