In dieser Folge verspürt man etwas, was man zuletzt in der Serie vermisst hat: Spaß!
Fast eine Rückkehr zur alten Norm
Jason Wilkes (Reggie Austin) findet heraus, dass er sich zur Nullmaterie hingezogen fühlt und dass er nach Kontakt mit dieser wieder solide wird. Wenn auch nicht für lange Zeit. Er braucht mehr und das könnte ihm Jane Scotts Körper geben.
Doch auch Whitney Frost (Wynn Everett) ist dahinter her. Und sie will noch mehr erreichen. Sie will eine Atombombe stehlen und zünden, um so an mehr Nullmaterie zu kommen. Und die Zeit, sie aufzuhalten, wird knapp.
Nachdem ich ja von den letzten Agent Carter-Episoden nicht so begeistert war, ist Ein explosiver Job wieder fast eine Rückkehr zur alten Norm. Sie reduziert die Fehler der früheren Folgen auf ein absolutes und angenehmes Minimum und fokussiert sich stattdessen mehr auf den Fall, mit dem sich die Serie diese Season beschäftigt. Das Ergebnis ist eine äußerst spaßige und spannende Episode.
Ein gefährlicher Höhenflug
Vor allem jedoch ebenfalls eine, in der die Gegenseite glänzen kann. Zum einen, da man hier etwas mehr über die Vergangenheit von Whitney Frost erfährt. Aber auch zum anderen, weil man einmal mehr sieht, wie sehr sie ihren Mann kontrolliert. Der zwar ab und auf es wagt, aufzumüpfen. Am Ende allerdings dann doch wieder klein bei gibt.
Es scheint so, als ob ihre Erfahrungen vom Ende der letzten Episode, wo sie Rufus Hunt absorbiert hat, Whitney Frost einen Höhenflug gegeben hat. Anders lässt sich ihre kranke Idee nicht erklären, die sie in dieser Folge hat. Nämlich mit Hilfe von Atombomben an noch mehr Nullmaterie zu kommen. Dass dabei Los Angeles und seine Bevölkerung leiden würden, scheint sie nicht zu interessieren.
Es ist wirklich diese Eiseskälte, mit der sie agiert, mit der sie scheinbar über allem steht. Sie genießt es, dass sie über diese enormen Fähigkeiten hat. Und was andere denken, ist ihr egal. Am Ende findet sie immer ein Mittel, sich durchzusetzen.
Genialer Humor
Wobei am Ende angedeutet wird, dass ihr Mann Calvin Chadwick beginnt, eigene Pläne zu folgen. Die vermutlich mehr seiner eigenen Karriere nützen dürften, aber nicht mit den Vorhaben, wie sie seine Frau hat. Das dürfte noch spannend werden.
Auf der Heldenseite sieht man, wie Peggy Carter versucht, gegen Whitney Frost und ihre Pläne vorzugehen. Und diese Momente sind einfach nur spannend und grandios geworden. Da ist zum einen die Szene, in der Peggy undercover versucht, an den Tresor von Hugh Jones zu kommen. Dieser wird von der amerikanischen Schauspiellegende Ray Wise genial dargestellt. Diese ganzen Momente, wo er auftritt, leben von eindeutigen zweideutigen Anmerkungen und jeder Menge Humor.
Denn Peggy hat von der technischen Abteilung des SSR ein Gerät gekriegt, mit dem sich das Kurzzeitgedächtnis löschen lässt. Weshalb er ihr jedes Mal auf die Schliche kommt und sie anschließend sein Gedächtnis löscht. Sie daraufhin minimalen Fortschritt erzielt, er sich dann wieder an sie erinnert und das Spiel von vorne anfängt. Einfach nur herrlich und grandios gespielt.
Muss das sein?
Doch auch die Szenen, in der Peggy mit einigen Alliierten versucht Whitney Frost aufzuhalten, sind Spitzenklasse. Weil hier ebenfalls wieder Humor und Spannung sich die Waage halten. Man lacht, als Edwin Jarvis aus Versehen zu der Person wird, die die Atombomben entschärfen muss. Und ist von der physischen Auseinandersetzung zwischen Peggy und Whitney wie gefesselt.
Am Ende hat diese zwar nicht die Atombomben gekriegt. Aber sie hat Peggy schwer verletzt. Weshalb sie sich erst mal erholen muss.
Und das führt zum Kritikpunkt dieser Episode. Denn so genial sie über weite Teile auch ist, so nervig sind Anfang und Ende. Weil hier erneut Beziehungschaos herrscht und Soapklischees bedient werden. Das war schon in den letzten Folgen Grund zur Kritik und ist dieses Mal ebenso Argument dafür, wieso das Endergebnis zwar positiver, aber nicht komplett positiv ausfällt.
Dennoch ist es am Ende eine unterhaltsame Episode. Was auch viel wert ist.
Info
Drehbuch: Lindsey Allen
Showrunner: Tara Butters, Michele Fazekas & Chris Dingess
Regie: Craig Zisk
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