Diese Folge ist sowohl ungewöhnlich wie auch außergewöhnlich.
Ein ungewöhnlicher Beginn
Peggy (Hayley Atwell) durchlebt einen merkwürdigen Traum, in dem verschiedene Leute versuchen, sie auf jeweils ihre Seite zu ziehen. Als sie wieder zu sich kommt, ist sie mit Edwin Jarvis (James D’Arcy)
in einem Lastwagen. Sie kann sich und ihn befreien und sie springen aus dem LKW. Als sie sich auf den langen Weg zurück in die Zivilisation machen, kocht schließlich der Ärger bei der Agentin über und sie geht Jarvis hart an.
Zum Glück kommt bald ein anderer LKW, mit Leuten von Whitney Frost (Wynn Everett). Peggy kann dieser überwältigen und sie fahren zurück in die Stadt. Wo sie ins Büro stürmt und dort erst mal Vernon Masters (Kurtwood Smith) zusammenschlägt. Ehe sie von Daniel Sousa (Enver Gjokaj) und Conrad Thompson (Chad Michael Murray) gestoppt wird, die ihr erklären, was jetzt der aktuelle Plan ist. Wobei einer in der Runde insgeheim eigene Pläne hat.
Mit Schwere Entscheidungen biegt die Serie ins Finale ein. Es ist die vorletzte Folge und sie fängt ungewöhnlich an.
Ein merkwürdiger Beginn
Denn Peggy findet sich zunächst in einer monochromen Welt wieder, die dann irgendwann zu einem 1940er-Jahre Musical wird. Inklusive Sang und Tanz, bei dem Hayle Atwell keine schlechte Figur macht. Im Prinzip wird sie hier zwischen Edwin Jarvis, Daniel Sousa und Angie Martinell hin- und hergeschubst, in dem Bemühen, sie auf die jeweils eigene Seite zu ziehen. Was schließlich darin endet, dass jemand Peggy einfach niederschlägt und sie damit in der Realität wieder aufwacht.
Es ist ein merkwürdiger Beginn. Ein schon fast abstruser, der dann aber trotzdem funktioniert. Weil er zeigt, wie sich Peggy in ihrem Unterbewusstsein fühlt. Und was sie am Ende vollkommen aufgewühlt zurücklässt. Wobei „aufgewühlt“ nicht das Klischeehafte den Tränen nahe ist. Stattdessen ist sie wie eine Furie, wutentbrannt und ohne Sicherungen. Die anschließend Worte sagt, die sie kurz darauf bereut.
Höhepunkt ist dann der Moment, wo sie Vernon Masters im Chefbüro der Agentur konfrontiert und zusammenschlägt. Angesichts dessen, was er in der zweiten Staffel alles getan hat, schaut man sich dies mit größten Vergnügen an und feiert es sogar. Er hat es verdient.
Auf einmal stehen eigene Pläne im Vordergrund
Doch parallel dazu sieht man, wie Jack Thompson seine eigenen Pläne durchzieht. Wie er es schafft, zwei Agenten nur mit Worten hiervon zu überzeugen, ihre Waffen erneut einzustecken. Nur um dann später Vernon Masters davon abzubringen, Daniel Sousa und Aloysius Samberly noch nachträglich umzubringen. Ebenso, wie er es schafft, Peggy davon zu überzeugen, mit ihnen wieder zusammenzuarbeiten.
Noch nie hat man ihn so skrupellos agieren sehen. Es ist klar, dass er dieses Mal selber die Kontrolle hat. Dass er die anderen hierbei wie Schachfiguren hin und hermanövriert, um sein eigenes, unbekanntes Ziel zu erreichen. Und dabei willens ist, über Leichen zu gehen.
Diese Skrupellosigkeit weißt er jetzt zum ersten Mal auf. Aber es ist auch ein Zeichen dafür, dass er selber die Kontrolle übernimmt. Dass er nicht mehr auf Geheiß von Vernon Masters und des Neunerrats agiert. Sondern vielmehr sein eigenes Ziel verfolgt. Eine spannende Entwicklung.
Außer- und Ungewöhnlich, aber gut
Wobei die Folge Whitney Frost nicht vergisst. Die hat Jason Wilkes unter ihrer Kontrolle und versucht ihm dessen Nullmaterie zu entziehen. Was allerdings nicht so funktioniert wie geplant. Hier wird im Prinzip nur ein wenig Wasser getreten, um sie in eine Position zu bringen, die dann fürs Finale wichtig ist. Aber das ist nicht schlimm, weil sie ebenfalls so begeistern kann.
Was auch für die Folge insgesamt gilt. Es ist eine außergewöhnliche Folge. Außergewöhnlich und ungewöhnlich gut gemacht. Schade, dass die Serie jetzt nur noch eine Episode hat, ehe endet. Denn so macht sie aktuell richtig Spaß.
Info
Drehbuch: Chris Dingess
Story: Michele Fazekas & Tara Butters
Showrunner: Tara Butters, Michele Fazekas & Chris Dingess
Regie: Jennifer Getzinger
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