Zum Abschluss der Reihe wird mit der bislang gewohnten Story-Norm gebrochen.

Leider zu Ende
Das Leben von Crissi steht vor einer großen Veränderung. Denn sie und ihre neue Familie begeben sich auf eine Weltreise. Ein ganzes Jahr lang wollen sie die verschiedensten Länder der Erde bereisen.
Es ist natürlich eine enorme Veränderung. Ein ganzes Jahr lang hat sie nur übers Internet Kontakt mit ihren Freundinnen und muss unter anderem mit Heimweh kämpfen. Doch ist sie nicht alleine. Ihre Mutter, ihr neuer Vater und ihr neuer Bruder begleiten sie ja und unterstützen sich gegenseitig.
Das Ende ist da. Mit Eine Lange Reise endet die Crissis Tagebücher-Reihe. Und zum Abschluss hat sich das Kreativteam etwas besonders einfallen lassen.
Wenn zwei eins werden
Denn zum ersten Mal steht im Mittelpunkt des Geschehens kein neuer Fall, in dem sie ermittelt. Stattdessen fokussiert sich der Comic vollkommen auf die Weltreise, in der etwas zusammenwächst, was erst vor kurzem zusammengekommen ist. Im Prinzip soll hier aus zwei Familien eine werden.
Wir erinnern uns: Am Ende des fünften Bandes zeigte sich, dass Crissis Mutter jemand Neues gefunden hat. Ein neuer Mann in ihrem Leben, der einen Sohn hat, der jünger war als Crissi. Und nach einer anfänglichen Panikreaktion der Titelheldin stellte sie sich am Ende den neuen Personen in ihrem Leben. Und fand sie sympathisch.
Und darauf baut jetzt diese Ausgabe auf. Weil diese Weltreise nicht nur den Zweck hat, neues zu sehen und zu erleben. Sondern ebenso zu zeigen, wie diese unterschiedlichen Personen am Ende zusammenkommen, um eine neue Familie zu bilden.
Harmonie!
Dabei ist es erstaunlich, dass es keine Konflikte gibt. Es läuft alles harmonisch ab, sieht man davon ab, dass sowohl Chrissi wie auch ihr neuer jüngerer Bruder Valentin an einigen Stellen in verschiedenem Maße Heimweh haben. Wo dann aber glücklicherweise ihre Eltern für sie da sind, um sie zu trösten und wieder aufzubauen.
Im Prinzip kann man hier sehen, wie etwas zusammenwächst, was lange Zeit unwissentlich getrennt war. Es mag sein, dass das vielleicht einigen Lesern zu harmonisch abläuft. Aber wenn man sich ins Bewusstsein ruft, was in den früheren Teilen der Reihe stellenweise Thema war, dann merkt man, dass diese Harmonie bewusst gesetzt worden ist. Als ein Zeichen, das nach all den Turbulenzen, die vor allem in den letzten Bänden in dem Leben von Crissi auftraten, Heilung beginnt.
Gleichzeitig wird aber auch gezeigt, dass nicht alles in Ordnung ist. Dass manchmal, um des Familienfriedens willen, man Verluste akzeptieren muss. Hier taucht dann Anna wieder auf, jene Frau, auf die Crissis Mama in Die Göttin ohne Gesicht sauer war. Es ist eine Wiederbegegnung, die von Stephan, Crissis neuem Vater, arrangiert wurde, ohne dass ihre Mutter davon weiß. Es ist eine bittersüße Szene, die allerdings dafür sorgt, dass die Protagonistin enorm wächst. Und bei der es am Ende eine große Überraschung gibt.
Eine schöne Überraschung
Überraschend ist auch das Ende des Albums. Es ist jedoch eine schöne Überraschung. Eine, die klar macht, dass hier jetzt endlich etwas zusammengewachsen ist, was zusammenwachsen musste. Es ist ein grandioser Abschluss, der aber für Crissi ebenso ein Neubeginn darstellt. Allerdings einer, den sie dann ohne den Leser beschreiten wird.
Es ist ein großartiger Abschluss. Ein Finale, das der Reihe würdig ist. Und man wird am Ende nicht drumherum kommen, eine kleine Träne zu verdrücken. Weil man Crissi und ihre Erlebnisse von jetzt an vermissen wird.
Info
Story: Joris Chamblain
Zeichnungen: Aurélie Neyret
Verlag: Splitter
Sonstige Informationen: Produktseite
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