Im vorletzten Band der Reihe wird sich auf die Psyche der Figuren konzentriert.

Es wird persönlich
Etwas ist mit Crissi los. Sie ist wütend und traurig zu gleich, weiß aber nicht wieso. Weshalb sie gemeinsam mit ihrer Mutter versucht, die Ursache herauszufinden.
Sie kommunizieren über ihr neustes Tagebuch miteinander. Und begeben sich dadurch in eine Reise in ihre gemeinsame Vergangenheit. Zu einem Moment, der ihrer beider Leben extrem verändert hat.
Wenn man zurückblickt, dann ist es interessant, wie sich die Crissis Tagebücher-Reihe gewandelt hat. Sie fing damit an, dass ein kleines Mädchen unbedingt Detektivin spielen wollte. Wodurch sie allerdings ebenfalls ihrer Umgebung half. Doch nach und nach mischten sich auch persönliche Töne in die Geschichte ein. Bis diese in der letzten Ausgabe auf ein Mal in den Vordergrund rückten.
Von Melancholie bis zum Aufbruch
Vom ersten Schnee bis zu den Perseiden ist jetzt der erste Band der Serie, der sich nicht mit einem neuen Fall beschäftigt. Stattdessen steht im Mittelgrund der Reihe eine Art Psychoanalyse. Es geht darum, dass Crissi und ihre Mutter versuchen herauszufinden, was mit dem Mädchen los ist. Und was das mit ihrem Vater zu tun hat.
Das Ergebnis ist ein nachdenklicher, teilweise schon fast melancholischer Band. Der aber dann auch gleichzeitig immer mehr und mehr fröhlicher wird, lebensbejahender. Und mit einem neuen Aufbruch endet.
Man hatte sich ja schon, seit dem man erfahren hatte, dass Crissis Vater tot ist, gefragt, was mit ihm geschehen ist. Dieser Band gibt darauf eine eindeutige Antwort. Es ist ein tragisches Ableben, weil es von jetzt auf gleich passierte. Und dass, ohne, dass seine Familie es geahnt haben könnte.
Trauer überwinden und sich weiterentwickeln
Zuvor sieht man aber, was für ein Mensch er war. Wie sehr er die damals noch sehr junge Crissi geprägt hat. Wie sehr er die Grundlage für das legte, was sie in der Jetztzeit ausmacht.
Und doch belässt es die Ausgabe nicht nur beim Tod. Es zeigt auch das, was danach geschehen ist. Man sieht, wie die Familie die Trauer bewältigt hat. Wie Crissi ihre späteren besten Freundinnen kennengelernt hat. Und wie sich langsam aber sich ihr typisches Selbstbewusstsein entwickelte.
Das ist der Part des Comics, der gute Stimmung verbreitet. Einfach, weil man sieht, wie die beiden Frauen den Tod verarbeiten. Wie sie sich weiterentwickeln. Und es werden ebenfalls einige Fragen beantwortet. Darunter auch, wie die beiden an das Haus gekommen sind, in dem sie leben.
Die Zukunft ruft
Wichtig wird dann der letzte Part des Albums. Denn anschließend wendet sich der Story der Zukunft. Es wird klar, dass sich Dinge geändert haben, beziehungsweise auch ändern. Und man erkennt, wie sehr Crissi durch die Verarbeitung des Todes ihres Vaters sich ebenfalls verändert hat.
Denn als sie erfährt, dass ihre Mama jemand Neues kennengelernt hat, ist ihre erste Reaktion zuerst, dass sie davonläuft. Nur um dann kurz darauf ihrer Mutter zu sagen, dass sie sich für sie freut. Das zeigt, dass sie sich geändert hat. Dass sie erwachsener geworden ist, vor allem in emotionaler Hinsicht.
Enden tut die Ausgabe mit dem Ausblick auf eine Story, die erneut komplett anders ist, als die vorherigen Bände. Aber das ist nicht verkehrt. Denn wie Vom ersten Schnee bis zu den Perseiden zeigt, ist es gut, alte Dinge zurückzulassen und sich auf Neues einzulassen.
Es ist ein großartiger Band. Der einen schon fast melancholisch macht, wenn diese Reihe mit der nächsten Ausgabe enden wird.
Info
Story: Joris Chamblain
Zeichnungen: Aurélie Neyret
Verlag: Splitter
Sonstige Informationen: Produktseite
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