Diese Folge beweist, dass wenn es drauf ankommt, Politik absolut keine Gnade kennt.
Strafe folgt auf dem Fuße
Apollo 11 ist zwar auf dem Mond gelandet. Doch hat das Schiff mitsamt Besatzung beinahe eine Bruchlandung hingelegt. Weshalb der Rückflug auch sehr riskant ist, aber zum Glück trotzdem gelingt. Für Wernher von Braun (Colm Feore) ist dies eine Genugtuung. Gleichzeitig braut sich jedoch etwas zusammen.
Denn Washington plant einen bewaffneten Außenposten auf dem Mond. Womit der Raketenwissenschaftler überhaupt nicht einverstanden ist. Weshalb es Bemühungen gibt, ihn zu diskreditieren und so aus dem Weg zu schaffen. Edward Baldwin (Joel Kinnaman) spielt dabei eine große Rolle.
Ein wenig tut Wernher von Braun einem in Saturn V – Der Architekt leid. Man kann nachvollziehen, wieso er sich so sehr gegen den Außenposten ausspricht. Doch wirkt er damit aus der damaligen Zeit gefallen. Weshalb die Strafe auf Fuße folgt.
Der Diener hat seine Schuldigkeit getan
Er wirkt also, trotz seiner Zusammenarbeit mit den Nazis, wie ein tragischer Held. Wie jemand, der seinen Dienst geleistet hat, der geholfen hat, das Raumfahrtprogramm der USA zu etablieren. Der dann aber, weil er zu unbequem geworden ist, kaltgestellt wird. In der richtigen Geschichte blieb er der NASA noch ein wenig länger verbunden, stieg allerdings irgendwann wegen unterschiedlichen Ansichten aus.
Dabei sind die Einblicke hinter die Kulissen der NASA so interessant. Vor allem das Leben der Ehefrauen fasziniert einen. Exemplarisch an dem von Tracy Stevens zeigt sich, welche Erwartungen sie erfüllen müssen und was sie alles aushalten müssen. Als sie beispielsweise herausfindet, dass ihr Ehemann Gordon sie betrügt, ist sie wild entschlossen, sich von ihm scheiden zu lassen. Und erst Karen Baldwin kann sie überzeugen, das nicht zu machen.
Interessant sind die Argumente, die sie vorbringt. Die heutzutage natürlich veraltet wirken. Aber im Prinzip appelliert sie an ihren Familiensinn und impliziert insgeheim, dass sie, wenn sie die Scheidung durchziehen würde, arbeitslos und ohne Einkommen wäre. Anhand solcher Sachen merkt man, das die damalige Gesellschaft von Frauen vor allem Kinderkriegen und hübsch Aussehen am Arm ihres Mannes erwartet hat.
Den Aufstieg geschafft
Was insofern ironisch ist, als dass diese Folge parallel dazu zeigt, dass Margo Madison den beruflichen Aufstieg schafft. Sie schafft es von den Hinterzimmern in den „Schützengraben“ genannten Kontrollraum. Wo sie einen sexistischen Scherz ihrer männlichen Kollegen zum Einstieg aushalten muss. Sich aber ansonsten im Laufe der Episode beweisen kann.
Derweil die Folge Aleida Rosales nicht vergisst. Man sieht, dass sie mit ihrem Vater in einer vollkommen überfüllten Wohnung lebt und sie eine Faszination fürs Feuer entwickelt hat. Es wirkt so, als ob etwas an ihr nagt, als ob sie ein Trauma hat, allerdings bleibt unklar, was genau die Ursache dafür ist. Man sieht „nur“, dass ihr Papa sich um sie kümmert.
Und dann ist da noch Edward Baldwin. Er wird in dieser Episode zu einem Spielball der Politik. Der Senator Sandman erwartet von ihm, dass er gegen Wernher von Braun aussagt. Die Belohnung soll anschließend seine Wieberberufung als Astronaut sein. Doch Baldwin bleibt integer und spielt nicht mit. Und wird später dennoch wieder Astronaut, weil solche durch den geplanten Außenposten benötigt werden.
Eine nicht ganz schlüssige Argumentation
Die Argumentation, wieso er am Ende doch noch wieder Astronaut werden kann, wirkt zwar einerseits im Kontext der Seriengeschichte schlüssig. Aber insgesamt gesehen hat es ein gewisses Geschmäckle, da es sehr an den Haaren herbei gezogen wird. Erst heißt es, er kriegt den Posten nur dann wieder, wenn er gegen Wernher von Braun aussagt. Das tut er jedoch nicht, scheint sich damit die Rückkehr verbaut zu haben. Nur um am Ende doch noch seinen Wunsch erfüllt zu kriegen.
Interessant ist, wie der Wettlauf um die Vorherrschaft im All präsentiert wird. Es tauchen gewisse Parallelen an den realhistorischen Wettstreit auf, als die Russen zu Beginn den Amerikanern immer eine Nase im Voraus waren. Das scheint hier auch zu sein, wodurch es spannend wird, was hier als Nächstes geschieht.
Insgesamt also eine gute Episode.
Info
Regie: Seth Gordon
Drehbuch: Matt Wolpert & Ben Nedivi
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