Neue Ausgabe, neue Protagonistin, gleiche Story: Die Cyborgs-Reihe geht weiter.

Auch eine Möglichkeit, Konkurrenz aus dem Weg zu räumen
In der Stadt Europa läuft ein politisches Duell um das Amt des Bürgermeisters. Heather Macstone ist glasklare Favoritin gegen den Diktator Markus C. Tudor. Weshalb dieser natürlich auf unlautere Mittel zurückgreift und einen Bombenanschlag auf sie veranlasst. Sie stirbt dabei. Ihre Tochter Sam allerdings nicht.
Schwer verletzt überlebt diese irgendwie. Und ehe jemand kommt, um diesen Fehler zu korrigieren, wird sie entführt. Der geniale Russel nimmt sie unter seine Fittiche und stattet sie mit High Tech-Prothesen aus. Und schon bald versucht sie herauszufinden, wieso und wer versucht hat, sie zu töten.
Steel ist die Fortsetzung der Cyborgs-Reihe. Und beim Kreativteam gibt es enorme Veränderungen. J. L. Istin bleibt fürs Szenario zuständig, womit er der einzige aus dem alten Team ist, der verbleibt. Der Rest setzt sich aus Kyko Duarte (Elfen) fürs Storyboard, Valentina Pinti von dem Arancia Studio für die Zeichnungen und J. Nanjan für die Farben zusammen.
Coming-of-Age
Und wie bereits beim Vorgänger hat man es mit einer hochinteressanten Story zu tun. Eine, die sich Zeit lässt und diverse Mysterien einbaut. Aber auch gleichzeitig eine, die die verschiedenen Figuren charakterisiert, die hier auftauchen.
Im Zentrum des Geschehens steht natürlich Sam Tudor. Man lernt sie als eine Tochter kennen, die ihre Mutter, eine angesehene und erfahrene Politikerin, über alles liebt. Und die entsprechend an ihrem Tod zu knabbern hat.
Ebenso ist zu sehen, wie sie sie dann nach und nach sich berappelt. Wie sie den Umgang mit ihren Prothesen lernt, wie sie dank ihrer Kolleginnen sich aus dem Selbstmitleid befreit, derweil sie nach und nach erlernt, was es heißt, zu kämpfen. Es ist eine typische Coming-of-Age-Story, aber gleichzeitig eine, die viel Spaß macht. Eben weil die Protagonistin so charmant ist. Sie ist keine Überheldin, sie hat ihre Macken und Angewohnheiten, ist stellenweise immer noch eine Teenagerin. Was mit Grund dafür ist, dass man sie ins Herz schließt.
Wer ist der graue Mann?
Und gleichzeitig wird ein Mysterium aufgebaut. Denn eine Art grauer Herr ist sehr an dem Attentat und den Folgen interessiert. Ebenso, wie er mehr über das Schicksal von Sam Macstone herausfinden möchte. Ohne zu viel zu verraten, aber dieser Plot entwickelt sich auf eine angenehm unvorhersehbare Art und Weise. Und am Ende wird in der bandübergreifenden Handlung ein weiterer Antagonist eingeführt.
Der alte Gegenspieler, Markus C. Tudor, taucht in dieser Ausgabe nur am Anfang auf. Er und seine Gefolgsleute, die man ja unter anderem in „Ronin“ kennenlernen durfte, spiele in „Steel“ keine Rolle. Was allerdings zu verkraften ist, da die Nachfolger ihm in nichts nachstehen.
Man erfährt außerdem noch weitere Details über einige der wiederkehrenden Nebenfiguren. So beispielsweise auch, wo Russel seine „Tochter“ gefunden hat. Oder wie die Gruppe sich finanziert.
Mittelmäßige Zeichnungen
Das Einzige, was nicht für diesen Band spricht, sind leider einmal mehr die Zeichnungen. Stellenweise wirken sie zu skizzenhaft, was dann mit der Farbgebung übertüncht wurde. Ein anderes Mal sitzen die Gesichter nicht richtig, können die Emotionen nicht überzeugen. Aber das scheint ja leider ein wiederkehrendes Problem der Reihe zu sein.
Dennoch, unterm Strich wird man gut unterhalten. Weshalb man natürlich umso gespannter auf die Fortsetzung ist.
Info
Szenario: J. L. Istin
Storyboard: Kyko Duarte
Zeichnungen: Valentina Pinti – Arancia Studio
Verlag: Splitter
Sonstige Informationen: Produktseite
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