In einer fernen Zukunft entsteht als einzige Hoffnung gegen einen Dikator eine Gruppe von Cyborg-Frauen.

Ein All-Star-Team
Irgendwann in der fernen Zukunft. Nach einem verheerenden Atomkrieg hat sich die Menschheit wieder mühsam berappelt und bewohnt mittlerweile Mega-Cities. Eine solche ist auch Europa, wo inzwischen Markus C. Tudor sich anschickt, der Diktator über jene Metropole zu werden.
Als letzter Stein des Anstoßes, um seine Macht zu zementieren, erlässt er ein Gesetz, das dafür sorgt, das ab sofort alle Kinder mit Behinderung getötet werden. Das ist für seinen langjährigen Getreuen Akira Matsumuto Anlass genug, um mit ihm zu brechen. Denn er kümmert sich um seine Enkelin, Yuko Matsumuto, die ohne Arme geboren wurde. Gemeinsam brechen sie auf, in das Innerste der Stadt, um dort einen Verbündeten zu finden. Dabei sind ihnen die Kräfte von Tudor dicht auf den Fersen.
Cyborgs ist eine Reihe, die ein wahres All-Star-Team an Comickreativen versammelt hat. Denn die Serie wurde von Jean-Luc Istin (West Fantasy) und Dim-D erdacht. Derweil Istin auch für das Szenarion zuständig ist, hat Dim-D sehr viele Elemente der Reihe optisch erschaffen. Für das Storyboard wurde Benoit Dellac gewonnen, den man aus Hawkmoon oder Pendragon her kennt. Während die Zeichnungen von Kael Ngu stammen. Der erste Band der Reihe hat den Titel Ronin.
Die Erlösung
Und das Kreativteam lässt sich Zeit. Es führt den Leser behutsam in diese neue Welt ein. Man erfährt vieles über das Leben von Yuko Matsumuto, wie sie, trotz ihrer Behinderungen, ein möglichst normales Leben führt, derweil sie von ihrem Onkel Akira in Bushido, den Weg des Kriegers unterrichtet wird. Man lernt hier eine eigentlich normale Familie kennen, bei der man die liebevolle Zuneigung von Akira zu Yuko spürt.
Doch gleichzeitig wird im Hintergrund ein enormes Bedrohungsszenario aufgebaut. Man liest, wie skrupellos Markus C. Tudor vorgeht, um seine Macht zu zementieren. Und welchen Einfluss er auf seine nahen Gefolgsleute hat, dass sie ihm trotz aller Bedenken folgen.
Weshalb es am Ende schon fast eine Erlösung ist, als dann die Action losgeht. Über weite Teile des Albums kann man verfolgen, die beiden Matsumutos sich gegen alle Widrigkeiten behaupten. Wie sie Gangs besiegen und sich immer weiter vorkämpfen.
Spannend
Dabei muss man dem Kreativteam Respekt zollen, weil sie sich wirklich bemühen, die Gegenseite nicht einfach nur als Antagonisten darzustellen. Sondern ebenso einige kleine Charakteristika zu diesen einbauen. So erfährt man, dass eine Gang aus Leuten mit bipolaren oder psychotischen Störungen besteht. Derweil unter den Gefolgsleuten von Tudor direkt es ebenfalls jemanden gibt, der bei den Aktionen seines Kommandanten Bauchschmerzen hat, sich dann aber am Ende trotzdem fügt.
Es ist eine spannende Geschichte, bei der der titelgebende Cyborg-Faktor zunächst keine große Rolle spielt. Erst am Ende wird er in den Vordergrund geschoben, als Yuko ein heftiges Upgrade ihrer Arme erhält. Zuvor ist es nur schmückendes Beiwerk. Es ist da, lenkt aber nicht von der eigentlichen Story ab. Weshalb man umso gespannter sein kann, wie dies dann in künftigen Alben aussehen wird.
Leider sind die Illustrationen ein Schwachpunkt des Albums. Es sind hier immer Kleinigkeiten, die einen stören. Mal ist es die Tatsache, dass sich einige Figuren zum verwechseln ähnlich sind und man sie nur anhand kleiner Details auseinanderhalten kann. Dann ist es auch der Fakt, dass in manchen Panels die Proportionen der Charaktere nicht stimmen und so der Kopf stellenweise etwas sehr groß ist.
Ein interessanter Anhang
Interessant ist auch der Anhang des Albums, der gleichzeitig ebenfalls Spoiler für die kommenden Ausgaben erhält. Denn hier erfährt man, welche Arbeit Dim-D reingesteckt hat, so das die Zivilisation von Europa einzigartig wirkt.
Es ist ein guter Auftakt.
Info
Szenario: J. L. Istin
Storyboard: Benoit Dellac
Zeichnungen: Kael Ngu
Verlag: Splitter
Sonstige Informationen: Produktseite
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