Zum Abschluss zeigt sich, dass nicht alles, was man meint, auch wahr ist.

Die Überraschungen reißen nicht ab
Der „Schwache“ ist der neue König. Es hat sich gezeigt, dass er in Wahrheit absolut skrupellos agieren kann und seine „Schwäche“ nur eine Maske ist. Jetzt, wo er diese nicht mehr tragen muss, gibt er den gelassenen Monarchen, der den Großteil des Tages verschläft. Derweil sein Volk in Angst und Schrecken lebt.
Doch dann kommt der Otterbotschafter von dem Kaiserreich des Nordens. Jenes bietet ihm die Hand von Spindel, einer der Töchter des Kaisers an. Doch als sie schließlich im Palast erscheint, zeigt sich, dass hier ein doppeltes Spiel gespielt wurde. Und es ist nicht das Einzige.
Bereits der 2. Akt von Das Reich ohne Namen war von wiederholten Überraschungen geprägt. Vor allem die Enthüllung, dass der vorgebliche „Schwache“, der jüngste Sohn von König Löwe, in Wahrheit ein abgekartetes Spiel spielte und skrupellos und brutal war. Doch wer der Meinung ist, dass jetzt im 3. Akt die Dinge harmlos und überraschungsarm ablaufen, der sieht sich getäuscht.
Es gibt immer noch Enthüllungen, mit denen man nicht gerechnet hat
Es zeigt sich, dass das Kreativteam bestehend aus Autor Heric Hanna und Illustrator Redec noch längst nicht alles Pulver verschossen hat. Im Gegenteil: Dieser Band bietet ebenfalls jede Menge Überraschungen, mit denen man so nicht gerechnet hat. Und selbst bei Figuren, bei denen man meinte zu wissen, wie sie ticken, gibt es Enthüllungen, die im Grunde alles auf den Kopf stellen.
Der „Schwache“ ist da beste Beispiel für. Für einen Großteil der Geschichte hat man den Eindruck eines Herrschers, der sich seiner Macht bewusst ist. Der weiß, dass es niemanden gibt, der ihm noch gefährlich werden kann. Und der deshalb den Großteil des Tages verschläft, derweil Barden ihn und seine Taten besingen.
Doch dann zeigt sich, dass das Bild, das man von ihm seit dem 2. Akt hatte, nicht richtig ist. Oder besser gesagt nicht vollständig. Denn mit einem Mal entsteht der Eindruck eines Mannes, der alles, was geschehen ist, von Anfang geplant hat. Inklusive des Todes seines eigenen Vaters. Und jegliche Gewissheit, die man meinte über die Figur zu haben, entpuppt sich auf ein Mal als trügerisch.
Wenn der Boden fortgezogen wird
Es ist beileibe nicht das einzige Mal, dass einem hier der Boden unter den Füßen weggezogen wird. Denn auch darin ist der Comic gut. Wiederholt werden Enthüllungen eingebaut, mit denen man so nicht gerechnet hat. Und die im Prinzip alles, was man zuvor gelesen hat, auf den Kopf stellen. So auch, was die wahre Identität der Prinzessin Spindel angeht und was diese in Wahrheit vorher getan hat.
Die Story ist ernst und stellenweise sehr düster. Weshalb zum Glück auch der Dachs und der Bär auftreten und wiederholt nötigen Comedy Relief bieten. Das ist wirklich etwas, was man nicht unterschätzen darf. Ohne diese beiden und ihre Eskapaden wäre die Geschichte unter ihrem eigenen Drama erstickt.
Die Illustrationen von Redec sind natürlich wieder großartig. Erneut ist es das cartoonige, dass die Wirkung der brutalen Szenen steigert. Weil dieses Disneyhaftige einen dazu verleitet, sich wiederholt sicher zu fühlen, dass man, trotz der Schwere der Geschichte, meint, dass es schon nicht so schlimm wird. Nur um dann durch Szenen wie beispielsweise der, in der ein Charaktere dem anderen seine Hand durch den Körper bohrt, schockiert zu werden. Was eben diesen Comic so gut macht.
Es ist krönender, ein grandioser Abschluss unter einer ohnehin superben Reihe.
Info
Autor: Herik Hanna
Zeichnungen: Redec
Farbe: Lou
Verlag: Splitter
Sonstige Informationen: Produktseite
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