Seinen eigenen Kopf zu haben, hat in dieser Episode interessante Konsequenzen.
Den eigenen Kopf durchsetzen
Pax (Terry Chen) ist mit James Holden (Steven Strait), Naomi (Dominique Tipper) und Amos (Wes Chatham) auf Ganymed gelandet. Die Überlebenden der Kolonie versuchen wieder auf die Beine zu kommen, derweil der Wissenschaftler herausfinden will, wo seine Tochter ist. Sie finden einen Informationsbeschaffer, der durch ein wenig Überredungsarbeit von Amos sehr bereitwillig ist, ihnen weiterzuhelfen. Und während er sucht, findet Pax etwas heraus, was für die Zukunft der menschlichen Siedlung nichts Gutes bedeutet.
Auf der Erde wird Bobbie (Frankie Adams) von ihren Vorgesetzten mit ihrem Verhalten konfrontiert. Als Strafe soll sie zurück zum Mars reisen. Doch die Soldatin sieht das nicht ein, sondern bricht aus ihrem Zimmer aus. Ihr Ziel: Der Ozean!
Es gibt in Kaskade gleich zwei Momente, wo Charaktere ihren eigenen Kopf durchsetzen. Mit jeweils unterschiedlichen, aber für den Plot potenziell guten Ergebnissen. Derweil der Zuschauer dabei natürlich gut unterhalten wird.
Eine ungewöhnliche Vorgehensweise
Die eine Person ist Amos, der einem renitenten Informationsbeschaffer, der nur gegen eine Belohnung arbeiten will, fast den Schädel einschlägt. Die anderen sind wegen seines Ausrasters entsetzt. Doch immerhin ist er so erfolgreich und sorgt dafür, dass diese Person kostenlos für Pax und die Crew der Rocinante arbeitet.
Aber trotzdem ist dies natürlich ein interessanter Moment. Einer, mit dem man so nicht gerechnet hat. Und einer, dessen tiefe Ursache einen mal interessieren dürfte. Allgemein scheint die Entführung von Paxs Tochter im Inneren von Amos etwas angerührt zu haben, weil er sich in diesen Fall wirklich verbeißt. Ihm scheint sehr viel daran zu liegen, dass sie wiedergefunden wird. Und zwar hoffentlich heil und gesund.
Eine Sorge, die natürlich die anderen Teammitglieder teilen. Auch wenn sie nicht bereit sind, zu solch heftigen Maßnahmen zu greifen. Dennoch scheinen sie das Ergebnis, trotz anfänglicher Schockmomente, zu akzeptieren und damit glücklich zu sein.
Jemand ist gestorben?
Interessant ist auch, wie Pax in die Handlung eingebaut wird. Hier lernt man vor allem seine wissenschaftliche Seite kennen. Mit der er Dinge bemerkt, die die anderen so vermutlich nicht wahrgenommen haben. Und durch die er für Ganymed keine hoffnungsvolle Zukunftsprognose trifft.
Im Prinzip ist das ein guter Plot. Dessen einziges Manko es ist, dass der Tod des Besatzungsmitglieds der Weeping Somnabulist zu schnell abgehandelt wird. Naomi und James sprechen zu Beginn der Folge noch darüber, doch dann ist dies scheinbar abgehakt und spielt keine Rolle mehr. Das ist schade, da man sich diesbezüglich mehr Konsequenzen gewünscht hätte.
Derweil auf der Erde Bobbies Flucht interessante Konsequenzen hat. Auch sie zeigt damit einen eigenen Kopf. Anstatt ihre Bestrafung zu akzeptieren beschließt sie, lieber ihrem eigenen, persönlichen Wunsch nachzugehen.
Man darf sie nicht unterschätzen
Dabei zeigt sich zum einen ihr Einfallsreichtum, als sie mit den Mitteln, die sie in ihrem Zimmer hat, es schafft, das Fenster nach außen zu demontieren. Und auch danach erweist es sich, dass sie nicht auf den Kopf gefallen ist und sogar widerstandsfähiger ist, als es ihre marianischen Kollegen vermutet hätten.
Nicht nur schafft es sie, sich von dem freien Himmel nicht einschüchtern zu lassen. Auch, wie sie den Weg zum Ozean findet, wie sie mit den Menschen interagiert, zeigt, dass sie intelligent ist. Vermutlich sogar intelligenter, als es ihren Vorgesetzten lieb sein dürfte.
Denn die legen ja alles daran, die Ereignisse auf Ganymed unter den Teppich zu kehren. Und Bobbie und ihre Version der Geschichte stören da nur. Doch am Ende sorgt ausgerechnet deren Verhalten, deren Wunsch sie zurück zum Mars zu verfrachten, dass der Freiheitswille in ihr endgültig erwacht. Und sie ausbricht.
Konsequenzen? Noch offen.
Was für Konsequenzen dies haben wird, bleibt am Ende offen. Man sieht nur, dass Avasarala sie bedrängt, ihr endlich die Wahrheit zu sagen. Derweil ihre Vorgesetzten ihr näher kommen, um sie wieder einzufangen.
Es ist wieder eine gute Folge.
Informationen
Regie: Mikael Salomon
Drehbuch: Dan Nowak
Showrunner: Mark Fergus, Hawk Ostby, Naren Shankar
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