[TOS 043] Der Wolf im Schafspelz

Lesezeit circa: 6 Minuten

Jack the Ripper ist zurück. Captain Kirk und seine Mannschaft finden sich unversehens in einer Mordermittlung wieder.

Staffel 2, Folge 14 – Sternzeit 3614,9
„Der Wolf im Schafspelz“ – „The Wolf in the Fold“

Der Wolf im SchafspelzDie Handlung von „Der Wolf im Schafspelz“

Ein Lokal auf Argelius II. Scotty gerät in Verdacht, die Tänzerin Kara brutal ermordet zu haben. Er wird befragt, kann sich jedoch an nichts erinnern. Die Beweise sprechen gegen ihn. Er wurde als Letzter mit ihr zusammen gesehen und mit dem blutigen Messer in den Händen aufgefunden. Der Fall scheint klar.

Der argelianische Präfekt Jaris schlägt vor, seine Frau zu Rate zu ziehen, da sie über telepathische Fähigkeiten verfügt. Captain Kirk und der ermittelnde Beamte Mr. Hengist sind einverstanden. Inzwischen wird eine weitere Person verdächtigt: Morla, der Verlobte der Getöteten.

Dann geschieht ein weiterer Mord. Wieder wird Scotty verdächtigt. Wieder kann er sich an nichts erinnern. Als Sybo bei einer Séance ums Leben kommt, besteht Kirk darauf, die Ermittlungen auf die Enterprise zu verlegen. Eine Analyse von Sybos letzten Worten führt zu einer Jahrhunderte alten irdischen Mordserie: Jack the Ripper (genannt Redjac).

In detektivischer Arbeit vollziehen Spock und Kirk eine Serie von Morden nach, die sich quer durch den Weltraum zieht. Die Spur reicht von der Erde bis Argelius II. Selbst die Herkunft der Tatwaffe wird entdeckt. Sie stammt von Rigel IV. Kirk befragt Hengist, der ursprünglich Rigelianer ist. Dabei stellt sich heraus, dass Hengist Redjac ist. Als dieser stirbt, fährt ein Wesen namens Redjac aus ihm heraus in den Hauptcomputer des Schiffes. Spock blockiert diesen sofort. McCoy lässt derweil ein Medikament ausgeben, welches die Besatzung davor bewahrt, von Redjac übernommen zu werden. Am Ende fährt das Wesen wieder in Hengist Leichnam, welcher augenblicklich per Transporter in Atome zerstreut in den Weltraum gebeamt wird.

Rezension von „Der Wolf im Schafspelz“

Diese Episode ist ein Kriminalstück im Weltraum. Die Thematik „Jack the Ripper“ wurde hier in die Zukunft verlegt und auf eine interessante Art verarbeitet.

Serienmörder

„Jack the Ripper“ (zu Deutsch: Jack der Aufschlitzer) ist das Pseudonym eines Serienkillers. 1888 wurden im Londoner East End mehrere Prostituierte bestialisch ermordet. Der Mörder wurde nie gefasst, trotz zahlreicher Verdächtigungen. Um ihn herum ranken sich diverse Legenden. Bis heute ist „Jack the Ripper“ Thema in diversen Büchern, Serien, Filmen und Reportagen.

Hier wurde „Jack the Ripper“ zu einem Außerirdischen, welcher eine Spur von Morden quer durch die Galaxie hinterlässt.

Der Wolf im SchafspelzRedjac

Ein Alien wird als Serienkiller entlarvt. Redjac ernährt sich von negativen konnotierten Gefühlen wie Angst, Hass, Panik, etc. Um das Lebenselixier zu erhalten, übernimmt er wahllos Personen und lässt diese Morde begehen. Die dabei auftretenden negativen Gefühle nimmt er auf. Zurück bleiben Leichen und unfreiwillige Mörder mit Gedächtnislücken.

Es kommt die Frage auf, ob die Morde unbedingt notwendig sein müssen und ob negative Gefühle nicht auch ohne Tote aufkommen können. Nach menschlicher Moral ist Redjac als „böse“ zu betrachten.
Wenn wir jedoch einen Schritt zur Seite treten und die „Jack the Ripper“ Thematik außer Acht lassen, stellt sich das Ganze etwas anders dar.

Redjac ist ein Jäger, ein Raubtier. Ähnlich wie beispielsweise Löwen oder Krokodile andere Tiere erbeuten, muss auch Redjac jagen, um sich zu ernähren. Würde man einen Löwen als „böse“ betrachten, weil er eine Gazelle frisst? Natürlich nicht. Ebenso ist Redjac, der seinen Instinkten folgt, kein bösartiges Lebewesen. Er tut, was er tun muss, um zu überleben. Seine Raubtiernatur hat er sich nicht ausgesucht.

Ob Redjac eine gewisse Intelligenz besitzt, bleibt unklar. Offenbar kann er jedoch den Hauptcomputer des Schiffes steuern.

Lösungen

Nachdem klar ist, dass Scotty die Morde keinesfalls absichtlich begangen hat, sondern nur benutzt wurde, soll Redjac zur Strecke gebracht werden. Dabei kommen mehrere Ideen zum Einsatz. Eine Droge, welche die Besatzung in einen euphorischen Zustand versetzt, der negative Gefühle nicht zulässt. Redjac findet so keine Nahrung mehr. Prinzipiell ein guter Ansatz. Allerdings ist eine so ausgelassen fröhliche Besatzung für die nächste Zeit unbrauchbar. McCoy hat die Dosis recht großzügig bemessen. Was lustig aussieht, kann jedoch auch Gefahren bergen. Ein Effekt wie bei „TOS – Implosion in der Spirale“ könnte durchaus gefährlich werden. Im All sollte man einen kühlen Kopf bewahren (können).

Auch Redjacs Versuch, mittels Hauptcomputer Angst und Schrecken zu verbreiten, wird vereitelt. Spock lässt den Computer einfach die Zahl Pi berechnen. Da Pi unendliche viele Nachkommastellen hat, ist der Computer so lange beschäftigt, bis die Aufgabe abgebrochen wird. Dass diese Berechnung sämtlichen Speicherplatz verbraucht, erscheint mir ein wenig fraglich. Gerade der Hauptrechner sollte ordentlich Kapazitäten besitzen, um nicht so einfach blockiert werden zu können. Da Redjac jedoch nichts davon versteht, wird ihn der Schreck über die Vereitelung seines Planes vertrieben haben.

Am Ende von „Der Wolf im Schafspelz“ wird Redjac zusammen mit Hengist in Atome zerlegt. Redjac besitzt als Geistwesen keinen Körper, sondern scheint eher eine Art Energie zu sein. Woraus besteht Energie? Und kann man sie so einfach zerlegen? Hätte Redjac wirklich einfach so zerstreut werden können? Ich gebe zu, ich habe mich zwar ein wenig mit diesen Fragen beschäftigt, aber ich bin keine Physikerin. Demnach überlasse ich die Beantwortung lieber Fachleuten.

Fazit

„Der Wolf im Schafspelz“ ist eine spannende Episode, welche ohne Spezialeffekte auskommt. Hier ist es die Story, die die Zuschauer fesselt.

Fun Facts

  • Das Drehbuch stammt von Robert Bloch, der zuvor schon „TOS – Der alte Traum“ und „TOS – Das Spukschloss im Weltraum“ verfasst hat. Bloch ist Autor des Buches „Psycho“ (erschienen 1959). Daher merkt man der Episode „Der Wolf im Schafspelz“ durchaus einige Horrorelemente an.
  • John Fiedler hatte eine etwas außergewöhnliche Stimme. Sie war relativ hoch. In den Winnie Pooh Filmen sprach er die Rolle von „Ferkel“ (original „Piglet“). Ebenso war er in mehreren weiteren Disney-Filmen zu hören.
  • Redjac taucht in dem Comic „Bann des Wolfes“ wieder auf. Captain Picard bekommt es dort mit ihm zu tun.

Der deutsche Titel

Er bezieht sich auf den Umstand, dass Redjac sich verschiedener Personen bemächtigt, um zu töten. Hier halte ich den deutschen Titel für passend. Er bleibt recht nahe am Original. „The Wolf in the Fold“ lässt sich frei übersetzen mit „Der Wolf in der Herde“. „Fold“ bedeutet unter anderem „Gemeinde“.

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Kirsten Pevestorf
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Kirsten Pevestorf

Kirsten ist Jahrgang 80 und ein totaler TOS-Fan, kein Wunder, dass sie sich bei und auch hauptsächlich darum kümmert. Wenn das nicht reicht, vertritt sie Marco in der Chefredaktion.

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