Ein Beweis der absoluten und gnadenlose Stärke, kann gleichzeitig aber auch ein Beweis von Schwäche sein.
Alles, nur nicht behutsam und gemächlich
Die Abgesandten der Fraktionen, die bereit sind, Terminus ans Maultier abzutreten kommen in den Thronsaal. Wo sie ein holografischer Bruder Dämmerung (Terrence Mann) begrüßt. Der dann kurz darauf als Beweis für die Stärke und Gnadenlosigkeit des Imperiums gegenüber dem ebenfalls holografisch anwesend Maultier all jene Welten vernichtet, die durch die Repräsentanten vertreten werden. Doch was als Beweis dazu dienen soll, die Macht des Imperiums zu beweisen, sorgt insgeheim dafür, dass man auch seine Schwäche wahrnimmt. Denn, so macht Quent (Cherry Jones), Botschafterin der Foundation dem Imperialen klar: Er hat im Prinzip nur wild um sich geschlagen, aber nichts für die Zukunft getan.
Und um jene wird an einer anderen Front gekämpft. Denn Gaal Dornik (Lou Llobell) ist mit ihren Leuten auf Neu-Terminus gelandet. Und darf als erstes feststellen, wie stark die Macht des Maultiers ist. Um es dennoch zu besiegen, braucht sie die Hilfe von dem Hari Seldon (Jared Harris), der im Gewölbe existiert. Der jedoch eine bestimmte Bedingung hat.
Man könnte meinen, dass eine Episode wie Die Wellentochter und das Maultier es behutsam angehen könnte. Schließlich handelt es sich hierbei um die vorletzte Folge einer Staffel, es müssen hier „nur“ die letzten Vorbereitungen fürs Seasonfinale getroffen werden. Stattdessen geht es hier hoch her und wird die Spannung so stark angefacht, das man es kaum aushalten kann.
Am Ende immer noch ein Cleon
Wie üblich gibt es in dieser Folge einiges, was geschieht. Die beiden Hauptplots sind dabei diejenigen, die weiter oben zusammengefasst worden sind. Doch sind da noch einige Nebenhandlungen.
So sieht man, wie Bruder Tag den Sturz überlebt und anschließend den Roboterschädel von Sonnenmeister-19 holt. Dabei geht er gnaden- und rücksichtslos vor. Er ist einzig und allein auf sein Ziel fokussiert, alles andere ist ihm egal. Zunächst ein Mal ist man von dieser brutalen Vorgehensweise dieser Cleon-Inkarnation irritiert. Ehe man sich an seine Flucht erinnert, wo er ähnlich gnadenlos den Wächter tötete, der ihm dabei geholfen hatte. Im Prinzip wird man hier einmal mehr daran erinnert, dass auch wenn er über Teile der Staffel vorgab, dass ihm alles egal ist, außer der nächsten Dosis, er am Ende immer noch ein Cleon ist. Wobei seine Motive dieses Mal eher von Demerzel abhängig sind, anstatt vom Imperium.
Demerzel selbst durchläuft ihrerseits in dieser Episode eine kleine Lebenskrise. Sie muss mit ansehen, wie ihr Cleon den Planeten, der zentraler Teil des Luministenglaubens ist, einfach so vernichtet. Und auch wenn sie sich in der vorigen Folge von dem Glauben losgesagt hat, merkt man ihr dennoch an, dass sie dies erschüttert. Nicht, dass ihr Seelenleben im Gleichgewicht ist. Wie sie dann später Bruder Dämmerung anvertraut, ist für sie die Zukunft kein singulärer Pfad mehr. Sondern viele Möglichkeiten. Was daran liegt, dass sie anhand des Primärradianten eine Vision der Zukunft gesehen hat. Und um Klarheit zu kriegen, sucht sie Hilfe bei der Person auf, die der Zuschauer unter anderem vom Anfang der Season her kennt. Sie besucht den Primärradianten, allerdings nicht Hari Seldon. Sondern Kalle selbst, um von ihr einen Hinweis zu kriegen, wie sie handeln soll oder könnte.
Eine Demonstration der Stärke und der Schwäche zugleich
Es sind interessante Gespräche, die in diesem Plot fallen. Einerseits das, dass Demerzel mit Bruder Dämmerung hat und wo sie ihm zum ersten Mal ihre Sorgen und Nöten erzählt. Nicht, dass ihn davon irgendwas berührt. Und dann das mit Kalle, wo man mehr über die Roboterkriege erfährt.
Der Plot am Anfang der Folge ist dabei einer der schockierendsten. Zu sehen, wie Bruder Dämmerung die Waffe ohne zu Zögern einsetzt, ohne Rücksicht auf Menschenleben zeigt einmal mehr, dass er eben ein Cleon ist. Und das für ihn Gewalt am Ende immer noch das Mittel der Wahl ist.
Und doch hat Quent später recht. Die Stärke, die er damit demonstrieren wollte, ist in Wahrheit eine Schwäche. Weil er kurzfristig agiert, ohne großen Plan für die Zukunft. Gleichzeitig scheint er sich auch mit seinem drohenden Schicksal abgefunden zu haben. Es scheint ihm also nur darum zu gehen, ein Statement zu setzen, ein Signal, dass ihn und sein Werk definiert.
Was will Hari Seldon?
Womit noch Gaal Dornicks Plot überbleibt. Sie begibt sich mitten ins Feindesland und man sieht, wie stark das Maultier die Leute kontrolliert. So stark, dass diese sogar freiwillig Selbstmord begehen, was visuell verdammt sehr gut dargestellt wird.
Doch das Wichtigste an dieser Folge ist ihr Gespräch mit dem Gewölbe Hari Seldon. Wo es gleich mehrere Überraschungen gibt. Zum einen, dass dieser einen Körper haben möchte. Und zum anderen, das Gaal ihm nichts von dem Tod des anderen Haris erzählt. Letzteres kann man so interpretieren, dass sie ihm nicht traut. Dass sie in ihm am Ende nur ein Werkzeug sieht, um ans Ziel zu kommen. Anscheinend mit Erfolg, weil er ihr hilft näher ans Maultier ranzukommen.
Und das dürfte der große Konflikt in der nächsten Folge werden. Wie das ausgehen wird, ist aktuell ungewiss. Ebenso, ob Bruder Dämmerung wirklich so einfach in den Tod gehen wird.
So oder so, die Weichen sind gestellt. Für ein hoffentlich fantastisches und spannendes Seasonfinale.
Informationen
Regie: Roxann Dawson
Drehbuch: Jane Espenson & Eric Carrasco
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