Auch der Nachfolgeband schafft es, eine packende und dichte Story aus dem Leben George Lucas zu erzählen.

Gute Pläne, jede Menge Probleme
Star Wars war ein voller Erfolg und hat George Lucas zum Millionär gemacht. Er beschließt, das Geld gut zu investieren, in dem er einen Ort baut, wo kreative Leute sich austauschen können und er seine Projekte produzieren kann. Gleichzeitig will er die Fortsetzung seines letzten Erfolgsfilms selber finanzieren, so das Fox nur für den Vertrieb verantwortlich ist. Und er will sich weitestgehend aus der Produktion heraushalten.
Doch am Ende kommt vieles anders. Das erste Skript von der berühmten SciFi-Autorin Leigh Barret trifft nicht seine Erwartungen, weshalb er selber Hand anlegt. Wichtige Leute bei Fox sind wegen dem neusten Vertrag verstimmt und die Produktionskosten für Episode 5 laufen aus dem Ruder. Ganz zu schweigen von den Problemen, die der Regisseur Irvin Kershner am Set hat. Es deutet alles daraufhin, als ob die hochgewachsenen Pläne George Lucas bereits in den Ansätzen scheitern.
Mit dem ersten Band George Lucas – Der lange Weg zu Star Wars gelang dem Kreativteam Renaud Roche und Laurent Hopman ein Klassiker von Comicbiografie. Auf über 200 Seiten schilderten sie, wie ein kleiner Junge es schaffte, am Ende entgegen aller Erwartungen ein Meisterwerk der Kinogeschichte zu produzieren. Sie stellten nicht nur ihn persönlich dar, sondern ebenso die Leute, die ihn dabei begleiteten.
Wenn zu allem Unglück auch noch Pech mit hinzukommt
Mit Episode 2 liegt jetzt die Fortsetzung vor. Die dieses Mal keinen so großen Zeitraum abdeckt, wie der Vorgänger. Sondern „nur“ die Zeit zwischen Episode IV und Episode V. Was am Ende trotzdem zu einem dicht gepackten Comicband führt, weil auch hier einfach so viel geschehen ist.
Im Prinzip ist das große Thema dieses Bandes, dass große Pläne trotz bester Vorbereitungen immer noch auf diverse Art und Weise scheitern können. Denn George Lucas hat Pläne. Er wollte sich weiter unabhängiger von den Studios machen, derweil gleichzeitig auch weiterhin Filme drehen und „Star Wars“ weiter ausbauen. Und doch sieht man, wie er wiederholt stolpert, wie seine Pläne immer wieder durch diverse Umstände in Gefahr geraten. Oder, um es anders zu formulieren: Oft genug hatte der berühmte Filmemacher einfach nur Pech.
Denn das hat er im Laufe des Albums immer wieder. Sei es, dass das Studio, in dem der Film gedreht wird, niederbrennt. Oder aber, dass Fox versucht, seine Finanzierungsnot auszunutzen. Oder, dass Irvin Kershners lockerer Umgangston am Set sich als Bumerang erweist und es schon bald kriselt.
Ein Sturkopf von einem Genie
Gleichzeitig sieht man aber ebenfalls, dass George Lucas manchmal sein eigener ärgster Feind ist. Wiederholt sieht man, wie er sturköpfig auf seinen eigenen Ideen beharrt und die Vorschläge von anderen Leuten ablehnt. Das sieht man auch, als er sich mit Stephen Spielberg trifft und dieser ihm diverse Storyideen zu Indiana Jones pitcht. Oder als er mitkriegt, wie Irvin Kershner improvisierte Dialoge am Set ermutigt. Genauso erfährt man von dem Frust vieler Leute, weil er nie Lob ausspricht, sondern häufig nur Kritik. Weshalb seine damalige Frau Marcia Griffin erklären muss, dass wenn er kein Lob ausspricht, dies dann Lob bedeutet.
Es ist faszinierend zu lesen, wie trotz aller Widrigkeiten, trotz aller Umstände am Ende Star Wars – Episode V ein noch größerer Erfolg wurde als der Vorgänger. Zum Schluss scheint die Zukunft rosig zu sein, doch ob sie dies wirklich ist? Es wird angedeutet, dass es demnächst privat kriseln dürfte.
Die Illustrationen von Laurent Hopman sind wieder exzellent geworden. Er schafft es, die Charaktere unverwechselbar wirken zu lassen, ohne sie als Karikaturen zu zeichnen. Die minimalen Hintergründe und Farbgebung tun ihr übriges.
Am Ende ist dies einfach wieder ein grandioses Album. Weshalb die Wartezeit auf die angekündigte Fortsetzung und Abschluss sehr lang werden wird. George Lucas – Episode 2 kam 2026 heraus, fast zwei Jahre nach dem ersten Band. Weshalb man vermutlich bis Frühling 2028 warten darf, bis die finale Ausgabe erschienen ist. Das wird noch lang werden…
Info
Szenario: Laurent Hopman
Zeichnungen: Renaud Roche
Verlag: Splitter
Sonstige Infos: Produktseite
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Warpskala
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