Es gibt nur wenige Personen, wie ihn. Jemand, dessen Visionen und Umsetzungen das Kino prägen sollten.
Ein Mann gegen das System
Jeder kennt heutzutage George Lucas. Jeder weiß um sein Werk, Star Wars, dass seit Jahrzehnten populär und beliebt war und ist. Ebenso viele gibt es, die auch seinen Werdegang kennen.
Schon als Kleinkind fiel er durch seine Sturköpfigkeit, aber ebenso durch seinen Einfallsreichtum auf. Er lehnte im Studium viele Personen kennen, die ihn und seine künftige Laufbahn begleiten sollten. Und musste von Anfang an mit dem System der Hollywoodstudios kämpfen. Eine Auseinandersetzung, die ihn und seine Art und Weise Filme zu drehen, prägen sollten. Vor allem ein Kinofilm sollte davon betroffen sein. Ein SciFi-Epos namens Star Wars.
George Lucas ist ein Name, den jeder kennt. Schließlich ist er die Person hinter Star Wars, aber ebenso derjenige, der mit Industrial Lights and magic (Kurz ILM) ein Special Effects Studio gründen sollte, dass seit der Gründung wiederholt Maßstäbe setzen sollte. Alles, was er an Firmen gründete, ist heutzutage legendär, darunter auch der Entwickler LucasArts, der vor allem in den 1980er Jahren viele unvergessene Titel hervorbrachte.
Es müssen alle erreicht werden
Diesem Mann wird jetzt ein Album gewidmet. Der Name lautet George Lucas – Der lange Weg zu Star Wars. Es ist der Auftakt zu einem Mehrteiler, dessen zweiter Teil Episode 2 mittlerweile ebenfalls herausgekommen ist. Ob es eine Fortsetzung zur Episode 3 oder darüber hinaus geben wird, ist aktuell noch unklar.
Geschrieben wurde das Album von Laurent Hopman, der zuvor unter anderem eine Comicbiografie zu Michael Jackson verfasste. Illustriert wurde der Comic von Renaud Roche, für den dies das erste Comicalbum ist, dass der gezeichnet hat.
Die Schwierigkeit bei einem solchen Album ist, dass es versuchen muss, möglichst alle zu erreichen. Es muss sowohl die Altfans ansprechen, in dem es vielleicht das eine oder andere neue Detail anbietet. Aber gleichzeitig ebenso Neulinge interessieren, die sich bisher mit dem Leben des bekannten Filmemachers nicht so sehr auseinandergesetzt haben.
Ein Sturkopf mit Prinzipien
In diesem Fall zähle ich zu Letzteren, da mich Star Wars bislang nur peripher interessiert hat und ich eher im „Star Trek“-Kosmos unterwegs bin. Trotzdem fand ich das, was hier erzählt wurde, hoch interessant und spannend. Aber ebenso mit einer kleinen, aber feinen Prise Humor gewürzt.
Von Anfang lernt man einen George Lucas kennen, der seinen eigenen Kopf hat. Ein introvertierter Mensch, der an seinen Visionen festhält. Und sich gleichzeitig über das Studiosystem aufregt, dass ihn nach seinem eigenen Gefühl hin zu sehr einschränkt. Es ist ein wiederkehrendes Plotelement, dass die Studios wieder etwas fabrizieren, dass den Filmemacher aufregt und auf das er reagieren muss. Und das, obwohl er wiederholt bewiesen hat, dass er in der Lage ist, Kinohits zu drehen und zu produzieren. Die noch dazu viele Preise gewinnen.
Man lernt einen George Lucas kennen, der nicht aufgibt. Auch wenn er unter dem ständigen Druck, den er sich beim Drehen ausgesetzt sieht, leidet. Es sind viele Dinge, die nicht so laufen, wie gewünscht. Sein Drehbuch wird von anderen befreundeten Regisseuren zerrissen, vor allem die Dialoge kommen nicht gut an. Das Studio kürzt ihm kurzerhand das Geld, weshalb er Szenen streichen muss. Und dann wird er auch noch schwer krank, macht aber trotz allem weiter.
Kleine, aber feine Gags
Es ist schon erstaunlich, wie gut es dem Kreativteam gelingt, George Lucas sympathisch darzustellen. Einfach, weil er wie ein Underdog wirkt, der gegen alle Widerstände ankämpft. Und dabei dennoch nie aufgibt.
Gleichzeitig wird hier nicht einfach nur eine Geschichte nacherzählt. Ebenso wird hier feiner und leichter Humor eingestreut. Berühmte Ereignisse, wie Harrison Ford beim Schreinern zu sehen, weil er kaum Rollen erhält, oder dass nach Drehschluss ständig Kenny Baker, Schauspieler von R2D2 vergessen wird, bis er jemanden siedendheiß einfällt, sind da ein gutes Beispiel für.
Und dann sind da noch die Illustrationen von Renaud Roche. Er wählt einen Stil, der die Figuren zwar vertraut darstellt. Sie aber nie realitätsgetreu zeichnet. Oft genug lässt er sie in einem bis auf wenige Details nahezu leeren Panels agieren und beschränkt sich bei der Farbgebung häufig nur auf Schwarz/Weiß/Grau-Töne, mit nur wenigen anderen Farben. Und das passt. Das sorgt dafür, dass man sich umso mehr auf die Ereignisse fokussieren kann.
Ein großartiges Album und ein Must-Read für alle Fans von Star Wars, ebenso wie solche, die auch einfach nur neugierig sind.
Info
Szenario: Laurent Hopman
Zeichnungen: Renaud Roche
Verlag: Splitter
Sonstige Infos: Produktseite
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