In einer hochemotionalen Folge zeigt sich, dass selbst jemand, den man meint, gut zu kennen, Geheimnisse hat.
Wie gut kennt man jemanden?
Jessica Jones (Krysten Ritter) Büro wird von der Polizei durchsucht, weil sie im Verdacht steht, Nussbaumer getötet zu haben. Ihre vehementen Beteuerungen, dass sie dies nicht gewesen sei, wird nicht glauben geschenkt. Zwar finden die Polizisten nichts, was sie direkt mit dem Mord in Verbindung bringt. Doch das heißt noch lange nicht, dass sie jetzt freigesprochen ist.
Der Privatdetektivin ist dies egal. Denn sie muss sich um die Beerdigung ihrer Ziehmutter kümmern und gleichzeitig auch für ihre Ziehschwester Trish Walker (Rachael Taylor) da sein. Dabei zeigt sich, dass Dorothy Walker jemand war, der jungen Schauspieltalenten mit Rat und Tat unterstützend zur Seite stand. Was etwas ist, dass Jessica nicht wusste.
Wie gut meint man, jemanden zu kennen, mit dem man schon seit Jahren befreundet oder verwandt ist? Das ist die zentrale Frage von A.K.A. Heldenhosen. Denn in dieser Episode zeigt sich gleich mehrfach, dass Charaktere, die man meinte zu kennen, auf ein Mal völlig andere Seiten haben. Von denen man zuvor nichts wusste.
Vollkommen andere Seiten
Ganz besonders auffällig ist dies natürlich bei der umgebrachten Dorothy Walker. Man hatte sie bislang als eine überaus ehrgeizige Frau kennengelernt, die anscheinend mehr daran interessiert war, dass ihre Tochter in der von ihr bestimmten Karriereleiter die nächste Stufe erklimmt. Dass diese auch andere Interessen hat, fand sie immer wieder empörend.
Und auch gegenüber Jessica hat sie sich eher herablassend gezeigt. Für sie war die Privatdetektivin so etwas wie eine große Enttäuschung. Wie jemand, die nicht honorierte, was ihre Ziehfamilie für sie alles getan hat. Wobei es da zwei sich widersprechenden Perspektiven gab.
In dieser Folge zeigt sich auf ein Mal, das Dorothy noch andere Seiten hatte. Dass sie sich sehr um junge Schauspieltalente gekümmert hat. Und das dementsprechend ihr Ruf in der Schauspielgemeinschaft enorm war. Das ist etwas, das man nie von ihr gedacht hätte, da sie davon auch nie sprach oder dies irgendwie in den Mittelpunkt des Geschehens gestellt wurde. Es ist eine angenehme Überraschung, die im Nachhinein eine eher schwierige Figur neu interpretiert.
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser
Wobei sie nicht der einzige Charakter ist, bei dem man feststellen muss, dass man sich in ihm getäuscht hatte. Oder wo im Raum steht, dass jemand gegebenenfalls täuscht. Dementsprechend sieht man ja auch, wie paranoid Jessica teilweise ist. Dass sie selbst nicht weiß, wem sie glauben soll und wem nicht.
Einer der Leidtragenden davon ist ausgerechnet Erik. Ihr empathischer Freund meint, dass er mit dem Mord an Nussbaum nichts zu tun hat. Doch will sie ihm nicht so recht glauben, weshalb sie, nachdem sie mit ihm geschlafen hat, seinen Schlummer ausnutzt, um heimlich seine Akten durchzugehen und Sachen zu fotografieren.
Was ist das bitte schön für eine Entwicklung?
Derweil auch einige der Nebenplots weiterentwickelt werden. Man sieht einmal mehr, wie sehr Jeri Hogarth Kith haben möchte, wie sehr sie sie liebt. Doch diese möchte mit ihr möglichst wenig zu tun haben. Bis sie dann dennoch auf die moralisch ambivalenten Maßnahmen der Anwältin angewiesen ist. Das wird spannend.
Etwas irritierend ist allerdings der Plot um Malcolm. Der die Beziehung zu Zaya beendet, um sich dann in die nächste Beziehung zu Brianna, der Prostituierten, mit er eine Affäre hatte, zu stürzen. Angesichts der Tatsache, was Zaya für ihn getan hat, wirkt das Beenden etwas zu plötzlich und widersprüchlich.
Dennoch ist dies eine sehr gute Folge.
Info
Drehbuch: Hilly Hicks, Jr. & Jamie King
Showrunner: Melissa Rosenberg, Scott Reynolds
Regie: Sanford Bookstaver
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Warpskala
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