Mit dieser Episode endet die aktuelle Staffel und damit auch die Serie. Es ist nur leider kein gelungenes Finale.
Das Ende
Jessica Jones (Krysten Ritter) kehrt zu ihrem Appartement zurück, wo bereits Luke Cage (Mike Colter) auf sie wartet. Er muntert sie auf, in dem er ihr davon erzählt, wie hart es war, seinen Bruder hinter Gitter zu bringen. Und doch war es die richtige Entscheidung. Was in der Privatdetektivin den Entschluss stärkt, ihre Schwester zur Strecke zu bringen.
Derartig gefestigt, beschließt sie, Jeri Hogarth(Carrie-Anne Moss) dazu zu nutzen, um Trish (Rachael Taylor) eine Falle zu stellen. Tatsächlich schickt die Anwältin die neue Vigilantin zunächst auf eine neue Zielperson, ehe sie am Ende widerwillig zustimmt, der Detektivin zu helfen. Doch als die Falle zuschnappt, kann ihre Schwester Hogarth als Geisel nehmen. Die ihr wiederum dann helfen will, aus dem Land zu fliehen.
Es ist das Ende. Mit A.K.A. Alles endet nicht nur die dritte Jessica Jones-Staffel. Ebenso enden die Serie an sich, sowie allgemein dieses Street Level Universum, das damals auf Netflix lief. Es sollte danach einige Jahre dauern, bis die entsprechenden Figuren auch im normalen MCU wieder auftreten sollten. Und dann noch mal etwas mehr Zeit, bis mit Daredevil: Born Again eine neue Reihe herauskommen sollte.
Leider nicht gelungen
Der Abschluss ist leider kein gelungener. Er hat einige gute Momente. Doch überwiegend merkt man einfach, dass diese Season sich vollkommen verrannt hat. Und jetzt auf dem letzten Drücker versucht, alles wieder halbwegs geradezubiegen.
Einer der wenigen guten Momente ist der Auftritt von Luke Cage. Zwar merkt man, dass Mike Colter im Vergleich zu seinem letzten Auftritt deutlich schlanker geworden ist, weshalb man ihn vermutlich auch in einen Anzug gesteckt hat. Doch der Charme ist noch da. Und die Lektion, die er mit Jessica teilt, ist natürlich umso wichtiger. Weil so die Detektivin auf den Pfad gesetzt wird, ihre Schwester zur Strecke zu bringen.
Und dieser Plot schwächelt. Es wird zwar vieles dafür getan, dem Zuschauer zu erklären, wieso Trish jetzt so handelt, wie sie es eben tut. Was sie eben dazu getrieben haben könnte, als mordende Vigilantin zu agieren, die die Realität ihrer Taten erst dann einsieht, als ein Kind sie damit konfrontiert. Aber das geschieht zu spät.
Verrannt
Hier merkt man ganz deutlich, dass die Serie lange Zeit mit Gregory Sallinger einen anderen Antagonisten aufgebaut hat. Der zwar Anfangsschwierigkeiten hatte, aber dann bis zu seinem vorzeitigen Ende hin den Zuschauer begeistern konnte. Und Trish kann leider im Vergleich zu ihm nicht überzeugen.
Das Problem ist schlicht und ergreifend, dass es Patsy, wie Trish ja auch genannt wird, an Format fehlt. Sie ist keine gute Antagonistin. Sie ist vor allem eine Schwache, weil in sich selbst verrannte. Die noch dazu in ihrem Wahn relativ einfach von Jeri Hogarth manipuliert wird.
Die Auflösung ihres Plots ist dann stellenweise Drama um des Dramas willen. Es gibt ein paar nette Augenblicke, wie etwa als Trish sich versteckt und hört, wie Jessica ihr immer näher kommt. Aber im groben und ganzen ist es ein schwaches Ende eines schwachen Plots.
Ein Lückenfüller als Ende
Besser ist da die Handlung um Jeri Hogarth und Kith. Wo mit den Erwartungen des Zuschauers gespielt wird. Man erwartet im Prinzip die ganze Zeit, dass die Taten der Anwältin endlich Konsequenzen haben. Doch über lange Zeit scheint es so, als ob sie am Ende, trotz ihrer tödlichen Krankheit, dennoch die strahlende Siegerin ist. Bis dann in ihrer letzten Szene sie endlich die Rechnung für all das Leid erhält, was sie verursacht hat.
Auch Malcolm erhält nochmal eine Szene, die ihm alleine gehört. Wo er nochmal auf seine Ex trifft, ihr sagt, dass er sie liebt und er weiß, dass er einen Fehler gemacht hat. Und nun herausfinden will, was genau er falsch gemacht hat.
Es ist ein netter Auftritt. Aber am Ende fühlt es sich wie ein Lückenfüller an, der nicht so recht begeistert. Weil man das Gefühl hat, dass hier etwas aufgekocht wird, was eigentlich schon längst abgeschlossen ist.
Lahm
Jessica selber scheint am Ende der Folge wieder davonlaufen zu wollen. Ehe dann die Stimme von Killgrave sie verhöhnt und sie anscheinend beschließt, doch noch zu bleiben und sich ihren Problemen zu stellen. Schade, dass es keine Fortsetzung gibt. Man hätte gerne gewusst, wie ihr weiteres Leben aussieht.
Am Ende ist es ein lahmes Finale. Die Serie und allgemein das Street Level-Universum haben besseres verdient.
Info
Geschichte: Melissa Rosenberg & Nancy Won
Drehbuch: Melissa Rosenberg & Lisa Randolph
Showrunner: Melissa Rosenberg, Scott Reynolds
Regie: Neasa Hardiman
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