Diese Episode sorgt dafür, dass man sich als Fan der Serie wieder ein klein wenig mit ihr versöhnt.
Die Zukunft ruft an
Die Enterprise untersucht ein weißes Loch, als sie zunächst merkwürdige Signale erhält. Dann tauchen Energiewesen auf und auf ein Mal kommt es zu einer Explosion an Bord des Schiffes. Kurz darauf geht Uhura (Celia Rose Gooding) den Signalen noch mal nach und nimmt darüber Kontakt auf. Und zwar mit sich selbst.
Diese Uhura stammt von einer Enterprise aus einem Jahr in der Zukunft. Captain Pike ist Admiral geworden und Kirk ist jetzt der neue kommandierende Offizier. Diese Enterprise steht am Beginn einer Fünf Jahres Mission, in dem sie ein gerade frisch entstandenes Schwarzes Loch untersucht. Dabei kommt es zu einer Explosion, die die Zeit verändert. Und in dieser neuen Zeit ist Scotty bereits seit Längerem tot. Was die beiden Uhuras wieder gerade biegen wollen.
Die aktuelle Strange New Worlds-Staffel muss sich den Vorwurf gefallen lassen, dass sie, genau wie die dritte, eine nicht ganz so gute war. In diesem Fall war die Ursache allerdings die Neigung, fast alle Episoden zu Gimmicklastigen zu machen, was leider nicht in allen Fällen aufging. Umso neugieriger war man daher, wie jetzt das Seasonfinale ausfallen würde. Der Titel der Folge sollte Die Enterprise von morgen, auf Englisch Tomorrows Enterprise, sein.
Besinnung auf alte Stärken
Der Name der Episode ist natürlich eine Anspielung die TNG-Folge Die alte Enterprise. Und es gibt auch durchaus inhaltliche Parallelen, als dass es sich bei beiden Episoden um solche handelt, wo die Zeit verändert wurde und nun versucht werden muss, dies wieder rückgängig zu machen. Doch abgesehen davon stehen die Folgen für sich alleine.
Die Strange New Worlds-Folge schafft es dabei, dass man sich wieder mit der Serie verwöhnt. Weil sie an alte Stärken anknüpft. Sie erzählt eine klassische Star Trek-Story mit einem modernen Anstrich. Es geht erneut um mysteriöse Weltraumphänomene, körperlose Aliens und auch Zeitreisen. Alles Zutaten, die schon oft für den einen oder anderen Klassiker gesorgt haben.
Getragen wird diese Folge dabei vor allem von Celia Rose Gooding. Die dieses Mal eine doppelte Last trägt, weil sie einerseits die Uhura darstellen muss, wie man sie aus Strange New Worlds her kennt. Und andererseits die Uhura aus der Zukunft. Die ein Jahr älter, erfahrener und irgendwo auch weiser geworden ist. Es gelingt ihr grandios, diese beiden gleichen und doch so unterschiedlichen Figuren darzustellen. Inklusive dem Fakt, dass die Zukunftsuhura genauso aussieht, wie man sie aus TOS her kennt.
Jede Menge Eastereggs
Und das ist auch das Faszinosum dieser Episode. Wiederholt sieht und erhält man Anspielungen an die Enterprise von Anbeginn der allerersten Star Trek-Serie. Das fängt mit den Uniformen an, geht aber ebenso mit den Infos über die Zukunft mitkriegt weiter. So erfährt man, dass Doktor M’Benga immer mehr und mehr Zeit auf Vulkan verbringt. Während sein Nachfolger den Spitznamen Bones trägt. Spock, in den wenigen Szenen, in denen er auftritt, verhält sich ein klein wenig vulkanischer. Derweil im Hintergrund einige Offiziere aus der The Animated Series auftauchen.
Und doch bestimmen die Eastereggs nicht die Handlung. Sie sorgen für zusätzliche Würze, mehr aber auch nicht. Denn ansonsten ist der Plot davon bestimmt, wie die beiden Uhuras zusammenarbeiten und versuchen, die Zeit wieder zu ändern. Was natürlich nicht so ganz einfach ist, da sie zwischendurch durch ein Unglück auf der jeweils anderen Enterprise landen. Was dann auch zu Turbulenzen führt.
Die Enterprise von morgen macht Spaß. Jede Menge sogar. Natürlich darf man, wie es sich bei Zeitreisefolgen gehört, nicht so sehr über die Logik nachdenken. Aber dafür kann man jede Menge Kleinode genießen. Sei es die Beziehung zwischen Uhura und Scotty. Oder wenn Christine Chapel von einer ehemaligen Geliebten redet, die für das Department of temporal Investigation gearbeitet hat. Oder wenn man sieht, wie die jeweiligen Captains der Enterprise herausfinden, dass die Uhura, die sie vor sich haben, aus einer anderen Zeit stammt. Und wie sie damit umgehen. Oder, oder, oder…
Es ist eine grandiose Folge, in jederlei Hinsicht. Und vor allem auch eine, die zeigt, das Strange New Worlds es noch kann: klassische Star Trek-Stories im neuen Anstrich zu erzählen, ohne sich auf das Gimmick der Woche zu verlassen. Es ist ein versöhnender Abschluss, der dann am Ende dafür sorgt, dass man doch neugierig auf die finale Staffel sein wird.
Info
Regie: Chris Fisher
Drehbuch: Henry Alonso Myers & Robbie Thompson
Showrunner: Akiva Goldsman, Henry Alonso Myers
Lust, in unserem Team mitzumischen? Dann schaut doch mal auf unsere MITMACHEN Seite.
Warpskala
Warpskala- Star Trek: Strange New Worlds – 40 – Die Enterprise von Morgen - 27. September 2026
- Jessica Jones – 39 – A.K.A. Alles - 27. September 2026
- Foundation – 29 – Die Wellentochter und das Maultier - 26. September 2026

