Spotlight: Jimmy Smits

Lesezeit circa: 7 Minuten

Manche Rollen in der Star-Wars-Saga mögen klein sein, was ihre Screentime angeht, doch von großer Bedeutung für die Gesamtgeschichte. Eine solche Rolle spielte Jimmy Smits.

Es handelt sich um die Rolle des Prinzen Bail Organa vom königlichen Geblüt des monarchischen Planeten Alderaan. Ihm wird in Episode IV die überaus zweifelhafte Ehre zuteil, der erste vom imperialen Todesstern vernichtete Himmelskörper zu sein. Im allerersten Star Wars-Film selbst hat Prinz Bail, Vater, beziehungsweise Adoptivvater von Prinzessin Leia Organa, wie wir zwei Filme später erfahren sollen, noch keinen körperlichen Auftritt. Dazu kam es erst 25 Jahre nach „Krieg der Sterne“, beziehungsweise „Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung“. Im Jahr 2002 in „Star Wars: Episode II“, erfuhr der rebellische Monarch dafür die Verkörperung durch Jimmy Smits. Er verkörperte ihn auch in Episode III drei Jahre später sowie in dem Interims-Film „Rogue One: A Star Wars Story“ von 2016 zwei weitere Male.

Bail Organas Darsteller Jimmy Smits ist Jahrgang 1955 und begeht somit am heutigen 9. Juli seinen 64. Geburtstag.

Jimmy Smits
Bail Organa

Interessante Abstammung

Obwohl die Rolle Bail Organas eher in den Bereich der Nebencharaktere in den Star Wars-Prequels gehörte, wollte Regisseur George Lucas einen Darsteller für ihn haben, den die Zuschauer zumindest „vom Sehen her“ bereits kannten und entschied sich aus diesem Grund für den bis dahin vorwiegend aus TV-Rollen bekannten Jimmy Smits. Dieser hatte in den ersten 5 Staffeln der in den 80er-Jahren höchst erfolgreichen Drama-Serie L.A. Law – Staranwälte, Tricks, Prozesse als Victor Sifuentes eine der männlichen Hauptrollen gespielt. Er sollte später noch insgesamt acht weitere Haupt- und tragende Nebenrollen in unterschiedlichen Fernsehserien verkörpern. Sein exotisches Aussehen verdankt der US-Amerikaner seiner Abstammung. Sein Vater stammt ursprünglich aus der südamerikanischen Inselrepublik Suriname. Diese war einst eine niederländische Kolonie, wodurch sich der holländisch klingende Nachname des Akteurs erklärt. Jimmy Smits Mutter hingegen kam aus Puerto Rico. Jimmy Smits gilt heute als einer der populärsten US-Schauspieler lateinamerikanischer Herkunft.

Fernseh- und Co-Star von Leinwandlegenden

Sein TV-Debüt erlebte Jimmy Smits 1984 in einer Episode der damaligen Hit-Serie „Miami Vice“. 1986 folgte die Action-Komödie „Diese zwei sind nicht zu fassen“ neben Gregory Hines und Billy Crystal. Hier spielte er den Drogenboss Julio Gonzales. Danach war er von 1987 bis 1992 in der schon genannten Rolle in der Serie „L.A. Law“ zu sehen.

1987 spielte er währenddessen die Nebenrolle des Tom Lopez im Horror-Thriller „Das Ritual“ mit Martin Sheen und Helen Shaver in den Hauptrollen. Im gleichen Jahr hatte er im Thriller „Im Netz des Todes“ die männliche Hauptrolle als Detective Braden, unter anderem neben Danny DeVitos Ehefrau Rhea Perlman. Außerdem wirkte er im Pilotfilm zur postapokalyptischen Science Fiction-Serie „Highwayman“ neben „Flash Gordon“ Sam J. Jones mit (in der auch „Tuvok“-Darsteller Tim Russ aus „Star Trek: Voyager“ zur Stammbesetzung gehörte). 1989 folgte der nostalgische Spätwestern „Old Gringo“ mit Hollwood-Legende Gregory Peck in der Hauptrolle, in dem Smits als Revoluzzer General Tomas Arroyo erneut den Bösewicht gab.

1991 folgte das Liebesdrama „Fires Within – Zwischen Liebe und Leidenschaft“. Als Nestor spielte er zusammen mit den beiden anderen Hauptdarstellern Greta Scacchi und Vincent D’Onofrio. Die Rolle des David Moore im Heranwachsenden-Drama „Der lange Weg ins Leben“ sowie die männliche Hauptrolle des Walter Stone in Blake Edwards‘ Erfolgskomödie „Switch – Die Frau im Manne“ spielte er neben Ellen Barkin im selben Jahr.

1993 sah man Jimmy Smits in der zweiteiligen TV-Verfilmung von Stephen Kings Roman „Tommyknockers – Das Monster“ in der Hauptrolle als Jim „Gard“ Gardner.

In „Verführt – Schuldig oder nicht schuldig?“ aus dem gleichen Jahr präsentierte Jimmy Smits neben Naomi Watts den Universitätsprofessor Justin Thorne, der wegen Vergewaltigungsvorwürfen angeklagt wird.

1994 folgte schließlich die Haupt- und Titelrolle im komödiantischen Western „Cisco Kid“ neben Starkomiker Cheech Marin.

Serienrolle Nummer 2 und schließlich Star Wars

Ab 1994 sah man Jimmy Smits dann in seiner zweiten großen Serienrolle. Als Detective Bobby Simone spielte er eine tragende Nebenrolle von der 2. bis zur 6. Staffel der zwar erfolgreichen, aber auch umstrittenen Krimi-Serie „New York Cops – NYPD Blue“, wofür er 1996 sogar mit dem „Golden Globe“ ausgezeichnet wurde und in den Jahren 1997 und 1999 zwei weitere Nominierungen erhielt.

1995 folgte die Hauptrolle als Jimmy Sanchez im Drama „Meine Familie“, übrigens neben „Commander Adama“ Edward James Olmos aus dem Battlestar Galactica-Reboot. Im gleichen Jahr folgte eine kleine Rolle im Thriller „Story Stripper – Schmutzige Zeilen“.

1997 folgte die Rolle des Peter im wenig innovativen Thriller „Der Psycho-Mörder“ (… was auch für den Titel gilt).

2000 spielte Jimmy die Nebenrolle des Geronimo im deutsch-britisch-amerikanisch co-produzierten Thriller „The Million Dollar Hotel“ des avantgardistischen deutschen Regisseurs Wim Wenders („Buena Vista Social Club“) unter anderem neben Mel Gibson und Milla Jovovich.

Aus dem gleichen Jahr stammen das Boxsport-Drama „Price Of Glory“, das Jimmy Smits in der Hauptrolle als Arturo Orega zeigte. Ebenso der düstere Horror-Streifen „Die Prophezeiung“, in dem Smits neben Hauptdarstellerin Kim Basinger als Agent John Travis zu sehen war.

Zwei Jahre später folgte Jimmy Smits‘ erster Auftritt als Prinz Bail Organa in „Star Wars: Episode II“. Drei Jahre später der zweite in „Star Wars: Episode III“ sowie zuletzt in „Rogue One: A Star Wars Story“ von 2016.

Serienrolle Nummer 3, 4 und 5 und noch mehr Filme…

Von 2004 bis 2006 folgte Jimmy Smits‘ dritte Serienrolle. Als demokratischer Kongressabgeordneter und Bürgermeister der Stadt Houston, Matt Santos, war er in der Polit-Thriller-Serie „The West Wing – Im Zentrum der Macht“ zu sehen. 37 Folgen lang spielte er eine größere Nebenrolle in einer erfolgreichen Serie. Es sollte bei weitem nicht seine letzte sein…

Das Liebesdrama „Der Jane Austen Club“ zeigte ihn 2007 als Daniel Avila unter anderem neben Emily Blunt. Im gleichen Jahr folgte Serienrolle Nummer 4. In der Drama-Serie „Cane“, in der es um eine Zucker für die Herstellung von Rum produzierende kubanoamerikanische Familie geht, sah man Jimmy Smits 13 Folgen lang als Alex Vega, der das Familien-Imperium geerbt hat.

2008 schloss sich mit der Darstellung des Miguel Prado in der 3. Staffel der Psychothriller-Serie „Dexter“ die nächste wiederkehrende Serienrolle, Nummer 5 in Jimmy Smits‘ Karriere, an.

Das mexikanisch-produzierte Melodrama „Das Paradies der Mörder“ von 2009 zeigte Jimmy Smits in der eher kleinen Rolle als Mickey Santos. In „Mütter und Töchter“ aus dem gleichen Jahr, erneut ein Drama, spielte er neben Naomi Watts, Annette Bening und Samuel L. Jackson die Rolle des Paco.

Serienrollen 6, 7, 8 und 9…

Serienrolle Nr. 6 präsentierte Jimmy Smits in der harten Biker-Serie „Sons Of Anarchy“ von der 5. bis zur abschließenden 7. Staffel als den Zuhälter Neron „Nero“ Padilla.

Erfreulicher ist da schon Serienrolle Nr. 7. In der Musical-Drama-Serie „The Get Down“, die im New Yorker Hip-Hop-Millieu der 70er spielt, war er als Francisco „Papa Fuerte“ Cruz zu sehen.

Nach Gastauftritten in zwei Folgen der Krimi-Serie „Brooklyn Nine-Nine“ in den Jahren 2016 und 2017 spielte er Serienrolle Nummer 8. Er war als US-Senator und Präsidentschaftskandiat John Donovan in den 12 Episoden der Serien-Neuauflage „24: Legacy“ zu sehen.

Seine 9. und bisher letzte wiederkehrende Serienrolle spielte Jimmy Smits in der 4. Staffel der erfolgreichen Krimiserie „How To Get Away With Murder“ ebenfalls 2017.

Über Langeweile kann der heutige Jubilar jedenfalls nicht klagen. Besonders gratulieren dürften ihm heute sicherlich seine beiden mittlerweile erwachsenen Kinder aus seiner Ehe mit Barbara Smits von 1980 bis 1987.

May The Force Be With You, Your Highness!

Jimmy Smits in der IMDb.

Thorsten Walch

Thorsten ist Jahrgang 67 und Sci-Fi- und Horror-Experte. Er ist der Star Trek-Spartenredakteur des Corona Magazine und ferner der Autor des Buches Es lebe Star Wars, das im kommenden November im Mülheimer iFuB-Verlag erscheinen wird. Bei www.warp-core.de fungiert er als Star Wars-Fachmann.
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Thorsten ist Jahrgang 67 und Sci-Fi- und Horror-Experte. Er ist der Star Trek-Spartenredakteur des Corona Magazine und ferner der Autor des Buches Es lebe Star Wars, das im kommenden November im Mülheimer iFuB-Verlag erscheinen wird. Bei www.warp-core.de fungiert er als Star Wars-Fachmann.

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