Wieso hat mich der Tod eines bestimmten Charakters kalt gelassen?

Warnung vor Spoiler!

Vorsicht: Im Folgenden werde ich Ereignisse, die in Secret Invasion 1 und 2 stattfinden, spoilern. Wer die Folgen noch nicht gesehen hat, der möge dies nachholen, ehe er weiterliest. Nach dem kommenden Strich werde ich auf die Geschehnisse eingehen.
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Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich die erste Episode von Secret Invasion gesehen hatte. Sie gefiel mir gut, bis auf dieses unsägliche von einer KI erstellte Intro. Natürlich kann eine solche Auftaktfolge nicht ohne ein paar Schocker auskommen, damit dem Zuschauer klar ist, dass hier nichts und niemand verschont bleibt und Dinge sich unvorhersehbar entwickeln können.

Ein Tod, der mich kalt ließ

Den Ersten gab es zu Beginn, als sich zeigte, dass Everett K. Ross ein Skull war, wobei momentan noch unklar ist, ob der Charakter das schon von Anfang an war oder er erst kurz vor Serienbeginn ausgetauscht worden ist. Der Zweite war der Tod von Maria Hill. Hier wurde deutlich gemacht, dass es wirklich die Figur selber war, die hier starb.

Denn als Everett K. Ross sein Leben aushauchte, verwandelte er sich in seine ursprüngliche Gestalt zurück. Was bei der Stellvertreterin von Nick Fury hingegen nicht der Fall war. Womit klar ist, dass hier das Original verstorben ist und nicht ein Doppelgänger. Allerdings hatte ich mit dem vorzeitigem Ableben, das durchaus ordentlich inszeniert worden war, ein Problem:

Es ließ mich vollkommen kalt.

Und als mir das dann klar wurde, kam ich ins Grübeln, woran das lag. Die Ursache war definitiv nicht der typische Zynismus, den ich mir bei den Superheldencomics auf Grund der ständigen aufgebauschten Todesfälle und Wiederkehrer angewöhnt hatte. Denn anders als in der bunten Welt der Comics hält sich das MCU, was das Wiederbeleben verstorbener Figuren angeht, bislang angenehm zurück. Klar, es gibt einige Charaktere, die augenscheinlich starben, nur um anschließend später zurückzukehren. Man denke an Phil Coulson, der im allerersten Avengers-Film ums Leben kam, nur um in Marvel Agents of S.H.I.E.L.D. Putzmunter wieder aufzutauchen. Auch Nick Fury „starb“ in Captain America: The Return of the First Avenger, wobei sich dies noch im gleichen Film als inszeniert herausstellte. Oder man denke an die ganzen Leute, die durch den Blip, den Fingerschnipp Thanos in Avengers: Infinity War starben, um dann durch die Bemühungen der überlebenden Helden wieder zurückgebracht zu werden.

Nicht eigenständig

Doch anders als bei den Comics hält sich dieses rückgängig Machen des Todes noch im Rahmen. Woran lag also dann meine Gefühlskälte?

Vielleicht daran, weil ich Maria Hill als einen Charakter wahrgenommen habe, die es nie schaffte, anders als eine Wanda Maximoff, eine Pepper Potts oder gar eine Monica Rambeau, auch nur ansatzweise auf eigenen Füßen zu stehen. Stattdessen war sie für mich immer „nur“ Nick Furys Stellvertreterin, die von Cobie Smulders zwar sehr gut dargestellt wurde, deren Charakterisierung allerdings abgesehen von ihren großartigen Fähigkeiten als Geheimagentin und Kämpferin nie über ihre enorme Pflichterfüllung hinausging. Dass sie eine Familie hatte, das erfuhr man erst mit Beginn der zweiten Secret Invasion-Folge.

Es ist nun nicht so, dass es nie genügend Möglichkeiten gegeben hätte, ihre Selbstständigkeit auszubauen. Sie tauchte ein paar Mal allein in der Marvel Agents of S.H.I.E.L.D.-Serie auf, ehe diese irgendwann nicht mehr Teil des Marvel Cinematic Universe wurde. Doch abgesehen von diesen Auftritten hingen ihre Aktivitäten immer irgendwie mit Nick Fury zusammen, an dessen Seite sie auch häufig auftrat.

Potential war vorhanden

Und das ist schade, denn die Figur hatte in den wenigen Szenen, in denen sie etwas Eigenes machen konnte, durchaus Potential. Weshalb ich ja auch ursprünglich hoffte, das Cobie Smulders nach dem Ende von How I Met Your Mother fester Bestandteil von Agents of S.H.I.E.L.D. werden würde. Was dann allerdings nicht geschah.

Ich mochte die Figur durchaus. Aber ihr Potential als eigenständiger Charakter wurde nie so wirklich wahrgenommen. Was am Ende auch der Grund dafür ist, wieso mich ihr Tod kalt ließ.

 

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Götz Piesbergen

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